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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879)

by Various · German · Gutenberg #49501 · 1,160,342 chars · public domain (US)

The Project Gutenberg eBook of Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879)
    
This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms
of the Project Gutenberg License included with this eBook or online
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before using this eBook.

Title: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879)

Author: Various


        
Release date: July 21, 2015 [eBook #49501]
                Most recently updated: October 24, 2024

Language: German

Other information and formats: www.gutenberg.org/ebooks/49501

Credits: Produced by Karl Eichwalder, Carl Hudkins, Reiner Ruf, and
        the Online Distributed Proofreading Team at
        http://www.pgdp.net


*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT (JG. 26, 1879) ***

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                     Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand des Jahrganges 1879 des ‚Anzeigers
für Kunde der deutschen Vorzeit‘ so weit wie möglich originalgetreu
wiedergegeben. Einzelne Satzzeichen wurden bei offensichtlichen
Druckfehlern stillschweigend korrigiert, ausgenommen in Zitaten, welche
stets unverändert übernommen wurden. Inkonsistente Schreibweisen und
Sperrungen, sowie alle Namen und fremdsprachigen Zitate wurden so
belassen, wie im Text angegeben.

Einzelne Buchstabenverwechslungen (z.B. u/n, a/o, usw.) wurden ohne
ausdrückliche Angabe verbessert. Darüber hinaus wurden die folgenden
Stellen korrigiert:

  Alphabet. Register, I [Minzenberg, Werner]: ‚s. Aufnahme‘ → ‚s.
    Annahme‘
  Alphabet. Register, I [Stoss, Veit]: ‚s. Holzschnitzeri‘ → ‚s.
    Holzschnitzerei‘
  Jahresbericht [Schneider]: ‚Druckeribesitzer‘ → ‚Druckereibesitzer‘
  S. 19: ‚eines alten Dresdnerin‘ → ‚einer alten Dresdnerin‘
  S. 31: ‚gewaltitiger‘ → ‚gewaltiger‘; ‚sein zweite Rheinbrücke‘ →
  ‚seine zweite Rheinbrücke‘
  S. 56: ‚Antiquitäenkunde‘ → ‚Antiquitätenkunde‘
  S. 57: ‚Verbote der Reformation‘ → ‚Vorbote der Reformation‘
  S. 82: doppeltes ‚dem‘, eines entfernt; ‚Künster‘ → ‚Künstler‘
  S. 91: ‚Reultate‘ → ‚Resultate‘
  S. 103: ‚Giorlnale‘ → ‚Giornale‘; ‚Juius‘ → ‚Julius‘
  S. 107: ‚vvulgari‘ → ‚vulgari‘
  S. 108: ‚nummorumc ollectionibus‘ → ‚nummorum collectionibus‘
  S. 115: ‚I814‘ → ‚1814‘
  S. 125: ‚sädtischen Behörden‘ → ‚städtischen Behörden‘
  S. 126: ‚eine größerer Anzahl‘ → ‚eine größere Anzahl‘; ‚die
    Thätigkeit des‘ → ‚die Thätigkeit der‘
  S. 128: ‚daß‘ → ‚das‘
  S. 134: ‚verrgegenwärtigt‘ → ‚vergegenwärtigt‘; ‚ilustriert‘ →
    ‚illustriert‘
  S. 143: ‚auf den Erzbischofs‘ → ‚auf den Erzbischof‘
  S. 149: ‚von Mittgliedern‘ → ‚von Mitgliedern‘
  S. 156: ‚besonsonders‘ → ‚besonders‘
  S. 184: ‚Adolf Frölich‘ → ‚Adolf Fröhlich‘
  S. 210: ‚bleibleibet‘ → ‚bleibet‘
  S. 214: ‚Wlff‘ → ‚Wolff‘
  S. 218: ‚eieigenen‘ → ‚eigenen‘
  S. 222: ‚der lezte‘ → ‚der letzte‘
  S. 259: ‚die letzere‘ → ‚die letztere‘
  S. 271: ‚Epistaphs‘ → ‚Epitaphs‘
  S. 278: doppeltes ‚einen‘; eines entfernt
  S. 290: ‚De ogracias‘ → ‚Deo gracias‘; ‚Maschalks Werk‘ → ‚Marschalks
    Werk‘
  S. 306: ‚Deutscher Reichanz.‘ → ‚Deutscher Reichsanz.‘
  S. 331: ‚Hofbuchhandlug‘ → ‚Hofbuchhandlung‘
  S. 333: ‚Catharinenkolster‘ → ‚Catharinenkloster‘
  S. 338: ‚gefund wurden‘ → ‚gefunden wurden‘
  S. 340: ‚ebndaher‘ → ‚ebendaher‘
  S. 347: ‚15.‘ → ‚12.‘
  S. 353: ‚eines von Bludenz‘ → ‚einer von Bludenz‘
  S. 361: ‚Gasthofbesiter‘ → ‚Gasthofbesitzer‘
  S. 362: ‚Landwirthchaftsschule‘ → ‚Landwirthschaftsschule‘
  S. 367: ‚Auschusses‘ → ‚Ausschusses‘
  S. 371: ‚ausgestatter‘ → ‚ausgestatteter‘

Die Ausdrücke [Symbol: Reichstaler] und [Symbol: Pfund] ersetzen die
entsprechenden Zeichen, welche mit diesem Schriftsatz nicht darstellbar
sind. Mit der Bezeichnung [*Symbol] werden bildhafte Darstellungen
versinnbildlicht, die nicht näher beschrieben werden können. Das
Caret-Symbol steht für hochgestellte Zeichen; mehrere aufeinander
folgende Zeichen werden dabei mit geschweiften Klammern gruppiert:
^{hochgestellt}. Von der Nomalschrift abweichende Schriftschnitte werden
durch die folgenden Sonderzeichen dargestellt:

  kursiv:      _text_
  fett:        =text=
  gesperrt:    /text/
  Fraktur:     ~text~

  ##################################################################




                               ANZEIGER
                   FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

                              Neue Folge.

                    ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

                            [Illustration]

                       Sechsundzwanzigster Band.

                            Jahrgang 1879.

    /Nürnberg/, im Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des
                         germanischen Museums.




Redaction des Anzeigers.

/August Essenwein/, Dr. phil., I. Direktor des germanischen
Museums.

/Georg Karl Frommann/, Dr. phil., II. Direktor und Vorstand der
Bibliothek.


Beiträge zu vorliegendem Bande haben geliefert:

  _Anemüller_, B., Dr., geh. Archivar und Professor, in Rudolstadt.
  _Arnold_, Georg, Privatier, in Nürnberg.
  _Baist_, G., Dr., in Döckingen.
  _Bartsch_, K., Dr., geh. Hofrath u. Prof. an der Univers. zu
    Heidelberg.
  _Beck_, Justizassessor bei dem k. Gerichtshofe zu Ulm.
  _Bergau_, R., Schriftsteller, in Nürnberg.
  _Bischoff_, Bruno, in Prag.
  _Blaas_, C. M., in Stockerau (Niederösterreich).
  _Bösch_, Hans, Sekretär des germ. Museums in Nürnberg.
  _Conrady_, Pfarrer a. D., in Miltenberg.
  _Döbner_, Richard, Dr., Archivsekretär, in Hannover.
  _Dümmler_, Ernst, Dr., Professor an der Universität zu Halle.
  _Ermisch_, H., Dr., in Dresden.
  _Eye_, August von, Dr., in Berlin.
  _Handelmann_, Heinrich, Professor, in Kiel.
  _Heinrich_, Stadtsekretär, in Görlitz.
  _Hertel_, G., Dr., Gymnasiallehrer, in Magdeburg.
  _Heyne_, Moriz, Dr., Professor und Vorstand der mittelalterl.
    Sammlung zu Basel.
  _Hohenlohe-Waldenburg_, Fürst Friedrich Karl, Durchl., in Kupferzell.
  _Huemer_, Joh., Dr., k. k. Gymnasiallehrer, in Wien.
  _Jacobs_, Ed., Dr., gräfl. Stolberg’scher Archivar und Bibliothekar,
    in Wernigerode.
  _Loose_, Wilh., Dr., Direktor der Realschule in Meißen.
  _Messmer_, J. A., Dr., Professor, in München.
  _Müller_, Joh., Seminar-Oberlehrer, in Plauen.
  _Reimers_, J., in Hannover.
  _Reumont_, A. v., Dr., kgl. preuß. Kammerherr, in Burtscheid bei
    Aachen.
  _Roth von Schreckenstein_, Freih., Dr., großh. bad.
    Landesarchivsdirektor, in Karlsruhe.
  _Schepß_, Dr., G., Studienlehrer, in Dinkelsbühl.
  _Schultz_, Alwin, Dr., Professor an der Universität in Breslau.
  _Steche_, R., Dr., Architekt in Dresden.
  _Stockbauer_, Dr., Custos am bayer. Gewerbemuseum zu Nürnberg.
  _Vogt_, Wilh., Dr., Gymnasialprofessor, in Augsburg.
  _Wagner_, Jos. Mar., Bibliotheksbeamter bei dem Finanzministerium in
    Wien (†).
  _Wattenbach_, W., Dr., Professor an der Universität zu Berlin.
  _Weech_, v., großh. bad. Archivrath, in Karlsruhe.
  _Wernicke_, Ewald, Dr., Gymnasiallehrer, in Brieg.
  _Will_, C., Dr., fürstl. Thurn- u. Taxis’scher wirkl. Rath u.
    Archivar, in Regensburg.
  _Zahn_, Jos. v., Dr., Professor und Vorstand des Archivs am
    landschaftl. Joanneum zu Graz.
  _Zimmermann_, Dr., Archivsekretär, in Wolfenbüttel.


Alphabetisches Register zum sechsundzwanzigsten Bande des Anzeigers für
Kunde der deutschen Vorzeit.


I. Aufsätze und Notizen.

  _Adolf_, König, s. Annahme.
  _Alantsee_, Ambrosius.                                         111 f.
  _Albrecht V._, Herzog v. Bayern, s. Dockenhaus.
  _Althochdeutsches_ aus dem 11. Jahrhundert.                    257.
  _Annahme_ des Edeln Werner von Minzenberg zum kaiserl.
    Burgmann auf Schloß Rödelheim durch König Adolf              208.
  _Astronom_, ein deutscher, in Ancona 1499.                     103 ff.
  _Ayd_ vnd Regiment der aydgnosen der Sweiczeren, wan sy in
    das veldt oder in dem krieg cziehen etc.                      41 ff.
  _Bauernkrieg_, zum fränkischen.                                 39 ff.
  _Befehl_ des Cantors zu U. L. Fr. bei den Graden zu Mainz
    den Bann gegen gewisse Juden zu erneuern                     207 f.
  _Behaim_, Martin.                                               72 f.
  _Beiträge_, urkundliche, zur Künstlergeschichte Schlesiens:
    V. Neisse.                                                    73 ff.
  _Berichtigung_ (m. Abb.).                                       83.
  _Bestätigung_ König Günthers über das dem Edlen Konrad von
    Trimberg gewährte Ungeld zu Gelnhausen . . 1349, Febr. 16.   239 ff.
  _Biographie_ Niclasens von Wyle: Beitrag zu ders.                1 ff.
  _Brand_, der große, in Erfurt am 19. Juni 1472.                129 ff.
  _Braunschweig_: Stift St. Blasii, s. Mysterium.
  _Brettstein_, der Sigmaringer.                                 132 ff.
  _Briefwechsel_ des Magistrats Nürnberg mit dem Magistrat
    Dinkelsbühl wegen einer in Nürnberg zu errichtenden
    milden Stiftung.                                             238 ff.
  _Bugenhagen_, Joh., s. Kirchenordnung.
  _Buntdruck_ aus dem 14. Jahrhundert.                             7 ff.
  _Bunzlau_, s. Kunstgeschichtliches.
  _Christbescherung_ im J. 1619.                                 354 ff.
  _Chronik_, Magdeburger, des 16. Jahrh.: aus ders.              142 f.
  _Contra_ jactantiam.                                            88.
  _Dinkelsbühl_: Magistrat, s. Briefwechsel.
  _Dintenrecept_, altes.                                         112.
  _Dockenhaus_ in der Kunstkammer Herzog Albrechts V.
    von Bayern.                                                  313 ff.
  _Doppeladler_, s. Nachträge.
  _Erfurt_, s. Brand.
  _Findlinge_.                                               88. 176.
  _Franken_, s. Bauernkrieg.
  _Freibrief_ der Stadt Plauen vom Jahre 1388.                   161 ff.
  _Friedrich_ III., König, s. Vermählung.
  _Füssen_, s. Spitalbau.
  _Gelnhausen_: Ungeld, s. Bestätigung.
  _Gläser_, deutsche, im germanischen Museum (m. Abb.).           33 ff.
  _Gläser_, emaillierte, im germanischen Museum (m. Abb.).        65 ff.
  _Gläser_, Venetianer, im germanischen Museum (m. Abb.).        134 ff.
  _Glaspokale_, geschliffene, im germanischen Museum (m. Abb.).  204 f.
  _Gossembrot_, Ulrich.                                          197 ff.
  _Günther_, König, s. Bestätigung.
  _Hamburg_, s. Kirchenordnung.
  _Hannover_, s. Thongefässe.
  _Hausmarken_: zur Geschichte derselben (m. Abb.).         204. 360.
  _Hausordnung_ für die 12 Chorschüler in der Spitalschule
    zu Nürnberg vom Jahre 1343.                             8 ff. 37 ff.
  _Herrgott_, Johann, (Buchdrucker in Nürnberg).                 293 ff.
  _Hexenprozess_ aus Vorarlberg v. J. 1597.                      345 ff.
  _Hildesheim_: Bischof Gerhard, s. Schreiben.
  _Hochzeitbrief_ eines Scharfrichters.                           48.
  _Holland_: König Wilhelm in einer florentinischen Inschrift.   102 f.
  _Holzschnitzerei_ von Veit Stoß: Frage über dies.              159 f.
  _Holzschnitzerei_, angeblich von Veit Stoß                     205 f.
  _Hussitenzeit_: aus ders.                                       68 ff.
  _Inhalt_, kultur- und kunstgeschichtlicher, der
    Darstellungen in Miniaturen, Handzeichnungen u. s. w.
    des german. Museums (m. Abb.).                               262 ff.
  _Inschriften_, zwei, in Prag.                                   14 f.
  _Juden_: Bann gegen dies., s. Befehl.
  _Juden_, zum Pfand gesetzt.                                    208.
  _Kanon_ Euangeliorum.                                   84 ff. 144.
  _Kapitel_ von Ketzern.                                         140 ff.
  _Karl IV._, Kaiser, s. Schreiben.
  _Karoch_, Samuel, von Lichtenberg.                              47.
  _Kauffmans Reguln_ etc.                                        173 f.
  _Ketzer_, s. Kapitel.
  _Kirchenordnung_, Hamburger, von 1529 (v. Joh. Bugenhagen):
    Frage nach ders.                                              63 f.
  _Komödie_, eine lateinische aus dem 15. Jahrh.                  15 ff.
  _Kronen_, die heraldischen, auf Siegeln des
    niederen Adels (m. Abb.).                             165 f. 320 ff.
  _Kronen_: über dergl. (m. Abb.).                               166 ff.
  _Kunstgeschichte_, s. Notizen.
  _Kunstgeschichtliches_ aus Bunzlau.                            193 ff.
  _Künstlergeschichte_: Beiträge.                                109 ff.
  _Künstlergeschichte_ Schlesiens, s. Beiträge.
  _Lebensregeln_: Nachweis zu dens.                               88.
  _Leipzig_, s. Zoll- und Meßstreitigkeiten.
  _Luther’s_ Tischgebete.                                        288 ff.
  _Lutherspruch_: zu einem vermeintlichen, 1596.                 296.
  _Mainz_: U. L. F. bei den Graden, s. Befehl.
  _Mäßigkeitsvertrag._                                            46 f.
  _Mäusethurm-Sage_: Beitrag zu ders.                            111.
  _Meldorf_, s. Silberfund.
  _Messeraffaire_ von 1459.                                      327 ff.
  _Minnesängerdruck_, ein alter.                                  86.
  _Minzenberg_, Werner, Edler von, s. Annahme.
  _Münzer_, Hieronymus, Dr.                                      357 ff.
  _Museum_, germanisches, s. Gläser, deutsche, s. Gläser,
    emaillierte, s. Gläser, Venetianer, s. Glaspokale, s.
    Inhalt, s. Puppenhäuser, s. Spinett.
  _Mysterium_ des 12. Jahrhunderts aus dem Stifte St. Blasii in
      Braunschweig.                                               83 ff.
  _Nachträge_ zum Doppeladler (m. Abb.).                         139 ff.
  _Neisse_: Künstlergeschichte, s. Beiträge.
  _Notizen_ zur Kunstgeschichte. 86 ff.
  _Nürnberg_, s. Briefwechsel, s. Hausordnung.
  _Paßglas_ vom Beginn des 18. Jahrhunderts (m. Abb.).           101 ff.
  _Pileo_, Benedictus de,                                        224 ff.
  _Plauen_, Stadt, s. Freibrief.
  _Portugal_, Leonor von, s. Vermählung.
  _Prag_, s. Inschriften.
  _Puppenhäuser_ im germanischen Museum.                         229 ff.
  _Raritäten_ eines schlesischen Kirchenschatzes.                269 ff.
  _Rasur_ in einer Urkunde, s. Revers.
  _Räthsel_, lateinisches.                                       176.
  _Revers_ über eine Rasur in einer Urkunde.                     295.
  _Rödelheim_, Schloß: Burgmann, s. Annahme.
  _Salzburg:_ geistl. Bruderschaft, s. Statut.
  _Scharfrichter_, s. Hochzeitbrief.
  _Schindel_, Joh., der Mathematiker.                            262.
  _Schlesien:_ Künstlergeschichte, s. Beiträge.
  _Schreiben_ Kaiser Karls IV. an Bischof Gerhard von
    Hildesheim, 1368, März 4.                                    108 f.
  _Schwindler_ von 1415. 206 f.
  _Siegel_ des niederen Adels, s. Kronen.
  _Siegel_ des Konrad Gäb, s. Kronen.
  _Siegelkunde:_ Beitrag zu ders., s. Berichtigung.
  _Silberfund_ zu Meldorf.                                        11 ff.
  _Spinett_ vom Jahre 1580 (m. Abb.).                            257 ff.
  _Spitalbau_ in Füssen.                                         174 ff.
  _Spruch_.                                                       48.
  _Spruch_, ein ehrengerichtlicher, aus dem 16. Jahrhundert.      44 f.
  _Sprüche_ auf alten Trinkgläsern u. Flaschen.             328. 360.
  _Statut_ einer geistlichen Bruderschaft in Salzburg.           107 f.
  _Stammbuch_, Sulzburgisches: Frage nach dems.                   63 f.
  _Stoß_, Florian.                                               359 f.
  _Stoss_, Veit, s. Holzschnitzerei.
  _Stoss_, Veit u. Florian.                                      109 f.
  _Thongefäß_, mittelalterliches, gefunden beim Umbau
    des Rathhauses zu Hannover (m. Abb.).                        281 ff.
  _Trimberg_, Konrad von, s. Bestätigung.
  _Verdeutschung_ des Aristoteles: zu ders.                      143 ff.
  _Vermählung_ König Friedrichs III. mit Leonor von Portugal.    104 ff.
  _Verse_, lateinische, aus einer Münchener Handschrift des
    14. Jahrh.                                                   164 f.
  _Verse_, latein., aus einem Münchener Codex des 15. Jahrh.      97 ff.
  _Vorarlberg_, s. Hexenprozeß.
  _Warnungstafel_.                                               112.
  _Wyle_, Niclas von, s. Biographie.
  _Zoll- u. Messstreitigkeiten_, Leipziger, aus dem Ende
    des 14. Jahrhunderts.                                        261 f.


II. Literatur-Anzeigen.

  _Beckh-Widmanstetter_, Leopold von, Studien an den
    Grabstätten alter Geschlechter der Steiermark und Kärntens    60 f.
  _Bergau_, R., Wenzel Jamitzer’s Entwürfe zu Prachtgefäßen
    in Silber und Gold.                                          371 f.
  _Buchner_, Otto, Gießen vor hundert Jahren.                    304 f.
  _Carmina_ Burana selecta. Von Ad. Pernwertl von Bärnstein.     278.
  _Entwürfe_ für Goldschmiede von Johann Sibmacher.              248 f.
  _Festschrift_ zur Eröffnung des Kunstmuseums in Bern 1879.     249 ff.
  _Formenschatz_, der, herausgeg. von Georg Hirth.               217 ff.
  _Haidinger_, Rud. Ritter von, Beitrag zur Kenntniß der
    Bolzen und Pfeilformen                                       216.
  _Hiltl_, G., die Waffensammlung Sr. Königlichen Hoheit
    des Prinzen Carl von Preußen.                                370 f.
  _Kábdebo_, Heinrich, Dr., Handlexikon österreichischer
    Künstler und Kunstverwandten.                                372 f.
  _Kunst-Chronik_, österreichische, herausgeg. von Kábdebo.       25 ff.
  _Künste_, die graphischen. Redigirt von Dr. Oskar Berggauen.    25.
  _Muck_, Georg, Geschichte von Kloster Heilsbronn.              123 ff.
  _Schäfer_, Ausgrabung römischer Reste in Heidelberg etc.       336 ff.
  _Schulze_, Otto Fr., Kunstschmiedearbeiten.                     26.
  _Stillfried_, Heinr., Graf, Leben und Kunstleistungen des
    Malers und Kupferstechers Gg. Phil. Rugendas.                216 ff.
  _Stillfried_, R., Graf, Stammtafel des Gesammthauses
    Hohenzollern.                                                215 f.
  _Stillfried_, R., Graf, Hohenzollern’sche Goldchronik.         215 f.
  _Wappen_ des österreichischen Herrscherhauses.                  61 f.




  Fünfundzwanzigster

  /Jahres-Bericht/

  ~des germanischen Nationalmuseums~.

  Nürnberg. 1. Januar 1879.


Das soeben abgelaufene Jahr 1878 war für unsere Anstalt ein durchaus
normales, während dessen stetig und ruhig an ihrer Entwickelung
gearbeitet werden konnte, ohne daß besondere Schwierigkeiten zu
überwinden gewesen, noch andere Förderungen erfolgt wären, als wir sie,
Gottlob, seit Jahren in gleichem Maße erhalten haben, so daß wir in
diesem Umfange ein normales Verhältniß sehen können. Allerdings sind
diese Förderungen groß und namhaft, und gewiß ist es ein Zeichen des
höchsten inneren Werthes und ganz besonderer Bedeutung unserer Anstalt,
daß Jahr für Jahr die Nation ihr fortgesetzt Gaben in solchem Umfange
reicht, daß ohne Störung an der Entwickelung gearbeitet werden kann,
und daß wir in solcher Betheiligung des allgemeinen Interesses einen
normalen Zustand erblicken und Jahr für Jahr durch Mittheilung neuer
Fortschritte die Gönner und Freunde in weitesten Kreisen erfreuen
dürfen.

Wie kein Jahr vergeht, ohne daß die Reihe jener Freunde, welche,
wenn auch theilweise kleine, Jahresbeiträge leisten, neuen Zuwachs
erhält, theils um sich zu erweitern, theils um Lücken zu ergänzen,
welche Todesfälle und andere Ursachen herbeiführen, so ist auch im
abgelaufenen Jahre eine beträchtliche Zahl neuer Gönner hinzugekommen,
deren Namen in dem ersten der diesem Berichte beigegebenen
Verzeichnisse aufgeführt sind, an dessen Spitze wir Se. kgl. Hoheit den
Großherzog Ludwig IV. von Hessen-Darmstadt nennen dürfen, sowie Se.
Maj. König Albert v. Sachsen, allerhöchstwelcher den seither gereichten
jährlichen Beitrag nach Ablauf des Bewilligungstermines neuerdings auf
3 Jahre zugesagt hat. Wie weit sich das Interesse an der Anstalt und
die Freude an deren Besitze geographisch verbreitete, mag die Thatsache
zeigen, daß nicht blos aus allen Gegenden Deutschlands, daß selbst von
Deutschen aus Südamerika Beiträge gegeben worden sind.

Auch das zweite Verzeichniß, welches die einmaligen Gaben aufführt, ist
nicht unbeträchtlicher als in anderen Jahren, und an dessen Spitze darf
abermals ein erhabener Name, jener der deutschen Kaiserin Augusta, der
bewährten allergnädigsten Gönnerin der nationalen Anstalt, stehen.

Ein Theil der dort angeführten Gaben wurde als besondere Stiftung zur
Vermehrung des Ankaufsfondes der Sammlungen bestimmt und demgemäß
verwendet. Auch war die Summe nicht unbeträchtlich, welche aus dem
allgemeinen Etat des Museums für die Sammlungen aufgewendet werden
konnte, so daß um so beträchtlichere Mehrung sich ergab, als auch eine
ganze Reihe von Geschenken hinzugetreten war. An der Spitze derselben
stehen drei Glasgemälde, treffliche Copien der Wappen von Brandenburg,
Nürnberg und Hohenzollern aus der Kirche zu Werben, welche Se. kaiserl.
und kgl. Hoheit, der Kronprinz des deutschen Reiches und von Preußen am
Vermählungstage höchstseiner Tochter dem Museum zum Geschenke gemacht
hat.

Alle Abtheilungen der Sammlungen erhielten Zuwachs. Am reichlichsten
wurde derselbe der Kupferstichsammlung zu Theil, auf welche der größte
Theil der zu Ankäufen disponibelen Summen verwendet wurde, da ohnedies
gerade die Neuordnung derselben im Gange war. Diese sollte im Jahre
1878 fertig werden, was indessen nicht vollständig gelang, so daß sich
die Arbeiten noch in das Jahr 1879 hineinziehen werden. Aber es läßt
sich doch jetzt schon das erfreuliche Resultat mittheilen, daß diese
Abtheilung, die nun allerdings einige Jahre wieder anderen Abtheilungen
in Bezug auf Fürsorge wird nachstehen müssen, nunmehr nicht blos eine
der reichsten Abtheilungen des Museums ist, sondern auch, nachdem
sie ca. 80,000 wohlgeordnete Blätter, darunter viele von höchster
Seltenheit und Kostbarkeit enthält, zu den bedeutenderen ihrer Art
überhaupt gezählt werden kann. Sicher ein erfreuliches Resultat der
allgemeinen Opferwilligkeit!

Nächst der Kupferstichsammlung war es die Münzsammlung, welche reichen
Zuwachs sowohl durch einzelne Ankäufe, als auch mancherlei Geschenke
erhielt, insbesondere durch den Anfall der schon 1864 testamentarisch
vermachten Münzsammlung des Herrn Buchhalters Gabriel in Winzingen,
nach dessen erfolgtem Tode die hochbetagte Frau Mutter pietätvoll für
Uebergabe des Vermächtnisses Sorge getragen.

Die Sammlung der Skulpturen erhielt durch einige gute Originale und
manche Abgüsse Zuwachs, jene der kirchlichen Geräthe bekam eine Anzahl
sehr interessanter Objekte, ebenso die Waffensammlung; auch die
Sammlung der Hausgeräthe und jene der Gewebe erhielten beträchtlichen
Zuwachs.

Unsere Bibliothek verdankt ebenfalls wiederum mehr als Tausend Bände
der Liberalität des deutschen Buchhandels, dem wohlwollenden Interesse
mancher Verfasser und sonstiger Freunde, sowie dem Schriftentausche
mit den Akademien, gelehrten Gesellschaften und Vereinen. Durch Ankauf
konnte sie um manche höchst seltene und werthvolle Incunabeln und
Druckwerke des 16. und 17. Jahrh. bereichert werden.

Mit der fortwährenden Vermehrung der Sammlungen muß die Bauthätigkeit
Schritt halten. Zunächst waren es fort und fort sich ergebende
Verbesserungen und Verschönerungen, sowie einzelne kleine
Schmucktheile, deren Ausführung wegen Mangels, an Mitteln bei
Errichtung mancher Bauten hatte zurückgestellt werden müssen, die
theils zur Ausführung gekommen sind, theils durch bereitwillige Freunde
zur Ausführung übernommen wurden. An der Spitze der Stifter, welche
dafür Sorge getragen, steht Se. kgl. Hoheit, Prinz Ludwig von Bayern,
höchstwelcher 1000 m. widmete. Ein ungenannter hoher Gönner widmete
700 m., Herr Reichsrath Max Erkinger Graf v. Seinsheim 400 m., Herr
Reichstagsabgeordneter Heinr. Frhr. Horneck v. Weinheim 450 m., Herr
kgl. preuß. Hauptmann a. D. Louis Ferdinand Frhr. v. Eberstein in
Dresden 300 m., Se. Excell. Herr Reichsrathspräsident Frhr. Schenk von
Stauffenberg 100 m.; die Stadt Buchau 20 m. Die frhrl. v. d. Tann’sche
Familie hat ihren Beitritt zur gemeinsamen Stiftung des fränkischen
Adels und Frhr. v. Tümpling auf Thalstein bei Jena die Stiftung eines
gemalten Fensters zugesagt.

Als Raumzuwachs hat uns das Jahr 1878 eine lange Oberlichtgalerie
gebracht, deren Einrichtung noch im Winter vorgenommen werden kann.
Auch ist der aus den Beiträgen des deutschen Reiches zu bestreitende
Neubau der an die Ostseite der Karthause zu fügenden Theile so
beträchtlich vorgeschritten, daß wir auf einen großen, im romanischen
Stile ausgeführten Bau den Dachstuhl setzen und demselben mit
Genehmigung Ihrer kaiserl. Hoheit der Frau Kronprinzessin des deutschen
Reiches den Namen Victoriabau geben durften. Freilich wird noch manche
Zeit vergehen, bis derselbe, vollständig fertig in Gebrauch wird
genommen werden können.

Ein nicht unwesentlicher Theil der Thätigkeit unserer Verwaltung hat
sich der Begründung eines eigenen, mit unserem Museum in Verbindung
stehenden Handelsmuseums zugewendet, für welches wir freundliche
Unterstützung im Handelsstande gefunden haben; insbesondere hat die
Handelskammer zu Nürnberg sich geneigtest der Sache angenommen und
den Prospekt allen deutschen Handelskammern mit warmer Befürwortung
zugesendet. Abgesehen von Gaben an interessanten und brauchbaren
Gegenständen, durch welche die Geschichte des Handels erläutert wird,
haben wir uns sowohl von Körperschaften als Kaufleuten die Zeichnung
von Antheilscheinen à 50 m. zur Aufbringung der Kosten erbeten; es
haben deren die hiesige Handelskammer 50, andere Handelskammern und
Vereine 32 und Private deren 185 übernommen; als Einzelstiftungen
erhielten wir zu diesem Zwecke 440 m., so daß mit Jahresschluß die
Summe von 13,790 m. disponibel ist. Da ein erstes Verzeichniß gedruckt
ist, so unterlassen wir hier die Wiederholung der Namen. In dem
nächsten Jahresbericht werden wir wol bereits über Leistungen berichten
können. Heute aber empfehlen wir die Theilnahme auch an dieser Stelle
dem gesammten Handelsstande, so daß auch das nächste Jahr noch recht
viele Zeichnungen von Antheilscheinen bringen möge.

An Publikationen konnte im abgelaufenen Jahre außer dem 25. Bande des
Anzeigers f. K. d. d. V. nur eine neue Auflage des Wegweisers durch
unsere kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen erscheinen.

Unser Verwaltungsausschuß hat im Laufe des Jahres den Verlust seines
Rechtsconsulenten, des um unsere Anstalt so hochverdienten Dr.
Nidermaier, und eines Mitgliedes des Frhrn. v. Ledebur, Directors
der kgl. Kunstkammer in Berlin zu beklagen gehabt und hat dafür sein
seitheriges Mitglied, den kgl. Advokaten Frhrn. v. Kreß in Nürnberg zum
Rechtsconsulenten ernannt, Hrn. kgl. Notar Karl Maier in Nürnberg zum
Mitgliede erwählt.

Seit Veröffentlichung des Jahresberichtes für 1877 sind zu den
Unterstützungen des germanischen Museums folgende, und zwar als
/Jahresbeiträge/, /neu hinzugekommen/:

  =Von regierenden Häusern.=
                                                                 m. pf.
  Hessen, Großherzog Ludwig IV., Königl. Hoheit,                200 --
  Sachsen, König Albert, Majestät, (auf weitere 3 Jahre)        600 --

  =Von politischen Corporationen, Städten.=

  Altdorf, Distriktsgemeinde (statt früher 18 m.)                20 --
  Ansbach, Distriktsgemeinde (statt früher 14 m. 77 pf.)         18 --
  Calbe a. S., Stadtgemeinde (auf weitere 3 Jahre)                9 --
  Cham, Distriktsgemeinde (vom J. 1875 an nachbezahlt)           17 --
  Erbendorf, Distriktsgemeinde (statt früher 17 m. 14 pf.)       20 --
  Feuchtwangen, Distriktsgemeinde (statt früher 17 m.)           20 --
  Kemnath, Distriktsgemeinde (statt früher 17 m. 14 pf.)         20 --
  Kulmbach, Stadtgemeinde    (statt früher 8 m. 60 pf.)          10 --
  Schillingsfürst, Distriktsgemeinde (statt früher 30 m.)        50 --

  =Von Vereinen.=

  Bamberg, Gewerbeverein                                         20 --

  =Von Privaten.=

  Adelmann, L., Dr., in Würzburg                                  5 --
  Adler, Advokat und Kreissyndikus, in Plauen                     2 --
  Adler, Hermann, Oberlehrer, in Breslau                          3 --
  Alvensleben, v., Rittergutsbesitzer, in Kassel                  3 --
  Alwens, k. Landrichter, in Bergzabern                           2 --
  Anders, Albert, in Leipzig                                      3 --
  André, G., in San José (Costa Rica)                             7 27
  Antweiler, Rentmeister, in Dillenburg                           2 --
  Bach, Alfred, Rentier, in Dresden                              10 --
  Badum, Phil., Bezirksamts-Funktionär, in Schwabach              2 --
  Bars, Catasterkontroleur, in Tuchel                             3 --
  Baßler, Hans, in Prag                                           2 --
  Baumgard, Staatsanwalt, in Kassel                               3 --
  Baumgärtner, Karl, Oberlehrer, in Nürnberg †                    2 --
  Baur, Kameralverwalter, in Wangen                               2 --
  Bausen, Dr., in San José (Costa Rica)                           7 37
  Bayer, Adolf, k. Rechtsanwalt, in Ansbach                       3 --
  Becher, Branddirektor, in Zwickau                               3 --
  Beck, Pharmazeut, in Hersbruck                                  1 --
  Beck, G., Gastwirth, in Pforzheim                               2 --
  Becker, Edmund, in San José (Costa Rica)                       10 91
  Beckh, G. W., resign. Notar, in Würzburg                        3 --
  Beckmann, Eduard, Goldwaarenfabrikant, in Nürnberg              3 --
  Beer, J. B., Pfarrer, in Oberailsfeld (statt früher 2 m.)       3 --
  Bergmann, v., Dr., Professor, in Würzburg                       3 --
  Berlet, Landrath, in Hildburghausen                             2 --
  Bethmann, Simon Moriz, Baron, in Frankfurt a. M.                17 54
  Bettmann, Rentner, in Soest                                     3 --
  Beyschlag, Brandinspektor, in Eichstätt (statt früher 2 m.)     3 --
  Biedermann, Professor, in Leipzig (statt früher 2 m.)           3 --
  Bienko, Kreisrichter, in Tuchel (Westpreußen)                   3 --
  Biscamp, Buchhändler, in Ribnitz                                1 --
  Bischof, Bruno, in Prag                                         2 --
  Böhner, J. Wilh., Pfarrer, in Fürth                             3 --
  Bohnstedt, Regier.-Rath, in Kassel                              3 --
  Bolte, Eisenbahndirektor, in Kassel                             3 --
  Bosch, Gottl., Kaufmann, in Nürnberg                            2 --
  Bourgeois, Jean, in Köln                                        3 --
  Bourgeois, Kaspar, in Köln                                      3 --
  Bourgeois, Steph., Kunsthändler, in Köln                        3 --
  Braden, Dr., Kreisrath, in Friedberg (Hessen)                   2 --
  Brand, Karl, Gerichtsvollzieher, in Greding                     2 --
  Brandes, Seminarlehrer, in Aurich                               3 --
  Brandt, Emil, Kaufm., in Nürnberg                               5 --
  Bräsicke, Regierungsassessor, in Kassel                         3 --
  Braun, Dr., Gymnasiallehrer, in Dillenburg                      1 50
  Brehme, Realschuloberlehrer, in Zwickau                         3 --
  Bruckmann, Peter, Fabrikant, in Heilbronn                       3 --
  Brüggemeyer, H., Kaufmann, in Detmold                           3 --
  Brunner, Post- u. Bahnamtsinspektor, in Ansbach                 2 --
  Brünnig, Baumeister, in Kassel                                  3 --
  Bruns, Kreisbaumeister, in Aurich                               3 --
  Buff, Adolf, Dr., städtischer Archivar, in Augsburg             3 --
  Bunz Dr., Pfarrer, in Ohmenhausen                               2 --
  Buschbeck, Dr. med., Bezirksarzt, in Plauen                     2 --
  Büte, Obermaschinenmeister, in Kassel                           3 --
  Buz, Karl, Fabrikbesitzer, in Augsburg                          3 --
  Byron, H., Frau, in Nürnberg                                    2 --
  Carlowitz, O. von, General, in Dresden                          5 --
  Caspari, Rittergutsbesitz., in Liskau                           3 --
  Clarus, Dr., in Grimma (statt früher 1 m.)                      2 --
  Clemen, Alexander, in Amsterdam                                 3 --
  Cohn, Amalie, Frau, in Hannover (statt früher 3 m.)            10 --
  Daumiller, Aug., kgl. Gymnasialrektor, in Nürnberg              3 --
  Dederer, Richard, Kaufmann, in Heilbronn a. N.                  3 --
  Dehn-Rotfelser, v., Reg.-Rath, in Potsdam                       6 --
  Deschauer, Gerichtsschreiber, in Hersbruck                      1 --
  Desselberger, Inspektor u. Vorstand der höheren
  Mädchenschule, in Heilbronn                                     2 --
  Diehl, Apotheker, in Neustadt a. S. (statt früher 1 m. 71 pf.)  5 --
  Dietz, Hermann, in Würzburg                                     2 --
  Dillner, Dr. med., in Plauen                                    2 --
  Dittus, fürstl. Baumeister, in Kisslegg                         3 --
  Döll, Beneficiat, in Kronach                                    2 --
  Dörrenberg, Rathmann, in Soest                                  3 --
  Dörtenbach, G., Consul, in Cannstatt                            6 --
  Dotzauer, A., Rittmeister, in Nürnberg                          3 --
  Drehwald, Kammerassessor, in Büdingen                           2 --
  Dressel, Gotthelf, Kaufmann, in Sonneberg                       2 --
  Drexel, Theophil, Buchhändler, in Cilli                         2 --
  Eberling, Buchhändl., in Büdingen                               2 --
  Eckart, Christ. Rich., Kaufmann, in Nürnberg                    3 --
  Eckstein, Ottmar, Gutsbesitzer, in Ahrensdorf                   3 --
  Ehrle, Dr., Oberamtsarzt, in Leutkirch                          3 --
  Eichler, Justin, Pfarrer u. Distriktsschulinspektor,
  in Behringersdorf                                               2 --
  Eigenbrodt, Dr., Landgerichtsassessor, in Gernsheim             5 --
  Eisenmann, Dr., Galleriedirektor, in Kassel                     5 --
  Emminghaus, Dr., in Würzburg                                    1 --
  Erbert, B., Fabrikbes., in Plauen                               2 --
  Erman, Wilhelm, Dr., Assistent an der kgl. Bibliothek zu
  Berlin                                                          3 --
  Ernesti, Assessor, in Wolfenbüttel                              3 --
  Eschwege, v., Reg.-Rath, in Kassel                              3 --
  Essich, Präceptor, in Heilbronn                                 2 --
  Facilides, Gerichtsrath, in Plauen                              2 --
  Facilides, A., Fabrikbes., in Plauen                            3 --
  Fickert, Bezirkssteuerinspektor, in Plauen                      2 --
  Fiedler, Volkm., Kaufm., in Plauen                              2 --
  Findeisen, Gustav, Kaufmann, in Nürnberg                        5 --
  Fischer, Verlagsbuchhdlr. in Kassel                             3 --
  Fischer, Karl, Fabrikant, in Heilbronn                          2 --
  Fix, Seminardirektor, in Soest                                  3 --
  Fleischmann, Martin, kgl. Landgerichts-Assessor, in Münchberg   3 --
  Flemming, Pächter, in Büdingen                                  2 --
  Fresenius, Landrichter, in Büdingen                             2 --
  Frey, Oberamtmann, in Tauberbischofsheim                        2 --
  Frey, Architekt, in Wangen                                      1 --
  Friederich, Gasthofbesitzer, in Deggendorf                      1 --
  Frisch, Kunst- und Verlagsanstaltsbesitzer, in Berlin          10 --
  Fritsch, Landrath, in Soest                                     3 --
  Fritsche, Dr., Realschuloberlehrer, in Zwickau                  3 --
  Frommann, Dr., Gymnasiallehrer, in Büdingen                     2 --
  Fürer, Karl von, Secondlieutenant, in Nürnberg                  4 --
  Fürtsch, Karl, Kaufm., in Nürnberg                              3 --
  Gaßer, Fabrikant, in Ratzenried                                 3 --
  Geist, Gabriel, Pappwaarenfabrikant, in Nürnberg                3 --
  Gerland, Hauptm. a. D., in Kassel                               3 --
  Gervinus, Rechtsanwalt, in Kassel                               3 --
  Geys, Agnes, Frau, in Würzburg                                  3 --
  Gick, Lehrer, in Hof                                            1 --
  Goller, Gg., Fabrikant, in Sparneck                             2 --
  Göpel, Alwin, Fabrikbesitzer, in Plauen                         2 --
  Göpner, K. Reinhard, Rektor, in Soest                           3 --
  Görges, Oberlehr., in Braunschweig                              3 --
  Gösmann, F. D., Fabrikbesitzer, in Plauen                       2 --
  Grabs von Haugsdorf, Regierungsassessor, in Aurich              3 --
  Graff, E., Apotheker, in Plauen                                 2 --
  Grebe, Lehrer, in Halberstadt                                   3 --
  Greßer, k. Notar, in Krumbach                                   3 --
  Greve, Louis, in San José (Costa Rica)                         10 91
  Grimm, Fabrikant, in Heilbronn                                  2 --
  Groß, Dr., Landesbibliothekar, in Kassel                        3 --
  Grupe, Amtsverwalter, in Ribnitz                                1 --
  Gruß, W. F., rechtskundiger Stadtsekretär, in Eger              2 --
  Gülker, O., in Bielefeld                                        3 --
  Günther, A., in Tetschen a. d. Elbe                             2 --
  Haberer, Hauptmann, in Ludwigsburg (statt früher 2 m.)          3 --
  Hacke, Obergerichtsanwalt, in Aurich                            3 --
  Hamberger, Zollpraktikt., in Fürth                              2 --
  Harrer, Christian, Kaufmann, in Nürnberg                        3 --
  Haselberger, J., Glasmaler, in Berlin                           3 --
  Haupt, August, prakt. Arzt, in Roth                             2 --
  Häuser, Anwaltssubst., in Kempten                               1 --
  Hautzsch, Rudolf, Kaufmann, in Dresden                         10 --
  Hebert, Albert, Particulier, in Kassel                          3 --
  Heichelheim, Sigmund, Banquier, in Gießen                       3 --
  Helbig, Fabrikant, in Heilbronn                                 2 --
  Held, Gottlieb, Privatier, in Nürnberg                          3 --
  Hennig, Kaufmann, in Zwickau                                    3 --
  Herrnstadt, Regierungsassessor, in Stargard i. Pommern          1 50
  Hertlein, Ferdinand von, in Würzburg                            3 --
  Herz, Carl, Bez.-Gerichtsrath und
  Landtagsabgeordneter, in Nürnberg                               3 --
  Heubach, Friedr., Rittergutsbesitzer, in Sonneberg              2 --
  Heydenreich, Rittergutsbesitzer, in Malsfeld                    3 --
  Heydner, Franz, Stadtpfarrer, in Ansbach                        6 --
  Hirsch, Josef von, in Würzburg                                  2 --
  Hirsch, Sal. von, in Würzburg                                   3 --
  Hirzel, Dr., Professor, in Ellwangen                            2 --
  Hoffmann, J., Dr., Hofrath, in Würzburg                         2 --
  Höflich, k. Oberförster, in Feucht                              2 --
  Hofmann, G., Advokat, in Würzburg                               2 --
  Höhl, k. Notar, in Brückenau (stattfrüher 1 m 71 pf.)           3 --
  Holstein, E., jun., in Leutkirch                                1 --
  Holz, Friedr., Hopfenhändler, in Nürnberg                       3 --
  Horch, Dr., in Mainz                                            1 75
  Hörner, Rechtsanwalt, in Weinsberg                              2 --
  Hörnes, k. Bezirksamtsassessor, in Uffenheim                    2 --
  Hörnig, Regierungsreferendar, in Dresden                        5 --
  Humbser, Karl, Juwelier, in Fürth                               3 --
  Hutten, Karl, Baron, in Würzburg                                3 --
  Ihring, Gymnasiast, in Büdingen                                 1 --
  Isenburg, Oberstlieuten., in Kassel                             3 --
  Jacobson, Julius, in Hannover                                   3 --
  Jäger, Direktor, in Dillenburg                                  1 --
  Johanning, Karl, in San José (Costa Rica)                       7 27
  Jonas, Staatsanw., in Wolfenbüttel                              3 --
  Josephson, Pfarrer, in Soest                                    3 --
  Jost, Pfarrer, in Wolf                                          1 --
  Jung, F., Hüttenbesitzer, in Dillenburg                         3 --
  Kalkhof, Gastwirth, in Büdingen                                 2 --
  Katsch, Steuerinspektor, in Danzig (statt früher 1 m. 80 pf.)   3 --
  Katzenstein, N., Kaufm., in Kassel                              3 --
  Kauffmann, Privatier, in Mergentheim                            2 --
  Kegel, Gymnasialoberlehrer, in Dillenburg                       3 --
  Keller, Kreisschulrath, in Tauberbischofsheim                   2 --
  Kern, Wilh., k. Bauamtmann, in Nürnberg                         5 --
  Keunecke, Oberzollinspkt., in Metz                              2 --
  Khün, k. Amtsrath auf Domäne Pretzsch                           3 --
  Kindt, Dr., Arzt, in Grimma, (statt früher 2 m.)                3 --
  Klein, Distriktseinnehmer, in Büdingen                          2 --
  Klein, Registrator, in Büdingen                                 2 --
  Kleine, Dr., prakt. Arzt, in Stralsund                          3 --
  Klemm, Otto, Architekt, in Leipzig (statt früher 3 m.)          5 --
  Klemm, Reinhold, Kaufmann, in Bautzen                           3 --
  Knabe, Dr., Oberlehrer, in Torgau                               3 --
  Knorr, Adolf, Kaufmann, in Heilbronn                            2 --
  Knorz, Landesrath, in Kassel                                    3 --
  Knyrim, Hofbauinspekt., in Kassel                               3 --
  Köhler, Dr., in Bückeburg                                       3 --
  Köhler, Ingenieur, in Wangen                                    2 --
  König, Wilhelm v., in Würzburg                                  3 --
  Köppe, Dr., Arzt, in Torgau                                     2 --
  Köppen, W. v., in Soest                                         3 --
  Körbler, Premier-Lieuten., in Eichstätt                         2 --
  Körner, Superintendent, in Zwickau                              3 --
  Krämer, Gymnasialdirektor, in Büdingen                          2 --
  Kraus, Dr. med., in Büdingen                                    2 --
  Krauß, Ludwig, Banquier, in Augsburg                            2 --
  Kretschel, Regierungs- und Schulrath, in Kassel                 3 --
  Kröber, Banquier, in Meißen                                     3 --
  Kroher, k. Rentbeamter, in Uffenheim                            2 --
  Küchler, Kreisassessor, in Friedberg (Hessen)                   2 --
  Kühne, Dr., in Stettin                                          1 --
  Kunz, Realschuloberlehrer, in Zwickau                           3 --
  Kurtz, Rob., Kaufmann, in Meißen                                3 --
  Lahmann, J. F., in San José (Costa Rica.)                       7 27
  Landmann, Superintend., in Plauen                               3 --
  Lang, prot. Pfarrer, in Bergzabern                              2 --
  Lange, Regierungs- und Baurath, in Kassel                       3 --
  Lange, Bürgerschullehrer, in Zwickau                            3 --
  Langbein, Karl, Lehrer der Mathematik, in Nürnberg              3 --
  Langhans, Dr., k. Lehrer der Chemie, in Fürth                   2 --
  Laux, B., Fabrikant, in Donauwörth                              3 --
  Leix, Anton, Kaufmann, in Augsburg                              2 --
  Lemcke, Professor, in Stettin                                   1 30
  Lenel, Alfred, in Mannheim                                      5 --
  Lenel, Victor, in Mannheim                                      5 --
  Lentze, Justizrath, in Soest                                    3 --
  Levy, Banquier, in Stargard in Pommern                          2 --
  Levy, L., Banquier, in Köln                                     5 --
  Lichtenberg, von, Hauptmann, in Torgau                          2 --
  Lichtenstein, Alb., in Borken (Westfalen)                       6 --
  Lieschke, Stadtdiakonus, in Plauen                              2 --
  Linstow, Hugo Baron v., k. Hauptmann, in Berlin                 3 --
  List, Ingenieur, in Wangen                                      2 --
  List, Edmund, Dr., in Würzburg                                  2 --
  Löbe, Dr., Professor, in Altenburg                              3 --
  Lochner, Frhr. v., k. Postspecialkassier, in Lindau (statt
  früher 2 m.)                                                    3 --
  Lohmeyer, Hofjuwelier, in Hannover                              3 --
  Lösch, k. Studienlehrer, in Fürth                               2 --
  Lossen, Kreisrichter, in Broich                                 3 --
  Louis, Inspektor, in Crailsheim                                 2 --
  Ludwig, k. Landrichter, in Lauf                                 2 --
  Luthmer, C. W., in San José (Costa Rica)                        3 64
  Mader, Georg, Historienmaler, in Innsbruck                      2 --
  Mai, Max, Buchhändler, in Berlin                                6 --
  Marschall, k. Rektor, in Neumarkt i. O.                        10 --
  Martin, Archidiakonus, in Plauen                                2 --
  Matthes, F. A., in San José (Costa Rica)                        3 64
  Maurer, protest. Pfarrer u. Dekan, in Bergzabern                2 --
  Mauthe, Amtsbaumeister, in Heilbronn                            2 --
  Merzbacher, Anton, Kaufmann, in Nürnberg                        3 --
  Merzbacher, Julius, Kaufmann, in Nürnberg,                      2 --
  Meßmer, Oberamtmann, in Wangen                                  3 --
  Metzler, E., Rechtsanwalt, in Ravensburg                        2 --
  Meurer, Hugo, Kaufmann, in Heilbronn                            2 --
  Mewes, Johs., Kaufm., in Eisenach                               3 --
  Meyer, Karl Friedr., Kaufmann, in Nürnberg                      3 --
  Meyer, Max, Direktor der Vereinsbank, in Nürnberg              10 --
  Meyer, Oskar, Kaufm., in Zwickau                                3 --
  Meyer von Knonau, Dr., Professor, in Zürich (statt früher
  3 m. 20 pf.)                                                    8 --
  Michael, Gymnasiallehr., in Torgau                              2 --
  Miehlich, Ingenieur, in Wangen                                  2 --
  Mitzschke, Dr., großh. Archivsekretär, in Weimar                3 --
  Mohrlin, sen., Posthalter, in Leutkirch                         1 --
  Möli, geheimer Oberjustizrath, in Kassel                        3 --
  Mosen, Gymnasialprof., in Zwickau                               3 --
  Moser, Dr., Stabsarzt, in Ingolstadt, (statt früher 3 m.)       5 --
  Mühlberg, Domainenamtsgehilfe, in Castell                       2 --
  Müller, Regierungsrath, in Aurich                               3 --
  Müller, Georg, in Leipzig                                       3 --
  Müller, Georg, Fabrikant, in Pforzheim                          3 --
  Müller, K. H., Dr. phil., Assistent an der k.
    Univers.-Bibliothek zu Würzburg                               3 --
  Müller, Louis, in San José (Costa Rica.)                        3 46
  Münzinger, Christian, Kaufmann, in Nürnberg                     3 --
  Nauck, Pastor, in Großbothen                                    1 50
  Naumann, Bezirksschulinspektor, in Zwickau                      3 --
  Nebe, Superintend., in Halberstadt,                             3 --
  Neidert, J. G., in Würzburg                                     3 --
  Ohnefalsch-Richter, Dr. med., in Meißen                         2 --
  Opel, Adolf, in Offenbach a. M.                                 2 --
  Orff, v., General, Excell., in Würzburg                         5 --
  Oertel, Oberst, in Plauen                                       2 --
  Oertel, Dr., Professor u. Realschuldirektor, in Zwickau         3 --
  Oertel, Ernst, in Würzburg                                      3 --
  Ortner, Rudolf, Telegraphist, in Nürnberg                       3 --
  Otto, Rudolf, Edelsteingraveur, in Berlin                       3 --
  Pabst, W., Buchdruckereibesitzer,
    in Chemnitz                                                   2 --
  Pallak, A., Hofantiquar, in Salzburg                            2 --
  Pallmann, Apotheker, in Plauen                                  2 --
  Pannenberg, Dr., Gymnasiallehrer, in Aurich                     3 --
  Paulsen, Dr., prakt. Arzt, in Kiel                              3 --
  Pitzschky, geh. Rath, in Stettin                                3 --
  Pletzer, k. Bezirksamtsassessor, in Uffenheim                   2 --
  Pohlmann, H., Bildhauer, in Berlin                              3 --
  Popp, Friedr., Kaufm., in Nürnberg                              5 --
  Pöschel, Bauunternehm., in Kassel                               3 --
  Pressel, Dr., Rector, in Heilbronn                              2 --
  Prittwitz u. Gaffron, v., Staatsanwaltsgehilfe, in Schwetz      3 --
  Pröckl, Vincenz, städtisch. Inspektor und emer. Archiv.,
    in Eger                                                       2 --
  Pückel, Steuerrath, in Büdingen                                 1 --
  Püttner, v., Dr., prakt. Arzt, in Münchberg                     2 --
  Querfurth, v., Dr., Rechtsanwalt, in Oschatz                    2 --
  Raab, v., Major u. Commandeur des k. s. Jäger-Bataillons
    Nr. 13, in Meißen                                             3 --
  Rabenau, Landgerichtsassessor, in Büdingen                      2 --
  Rabus, Gg. Mich., Kaufmann, in Nürnberg                         3 --
  Rächl, Stadtgerichtsass., in Fürth                              2 --
  Rademacher, Gerichtsrath, in Soest                              3 --
  Ranniger, Commerzienrath, in Altenburg                         10 --
  Raphael, A., in San José (Costa Rica)                           7 27
  Recke, Pastor, in Sachsendorf, (statt früher 1 m.)              1 50
  Regelsberger, Cantor, in Hersbruck                              1 --
  Reh, Pfarrer, in Bleichenbach                                   2 --
  Rehlingen, Franz Frhr. von, Gutsbesitzer, in Hainhofen
    b. Augsburg                                                   3 --
  Reichhelm, Rechtsanwalt, in Stargard in Pommern                 2 --
  Rein, Seminardirektor, in Eisenach                              3 --
  Renz, Oberamtmann, in Ellwangen                                 2 --
  Rieß, W. K., Hofmusikalienhändler, in Dresden                   5 --
  Riotte, Wlt. C., in San José (Costa Rica)                      18 19
  Röben, Oberamtsricht. in Aurich                                 3 --
  Rochow, Frhr. v., Adjutant im I. Uhl.-Regt. Nr. 17,
    in Oschatz                                                   10 --
  Röder, Frhr. von, in Mainz (statt früher 4 m.)                  5 --
  Rosbach, Eduard, in Barmen                                     10 --
  Rosenberg, L., Kaufm., in Nürnberg                              3 --
  Rosenthal, Dr., Beigeordneter, in Köln                          6 --
  Roßbach, M. J., Dr., Professor, in Würzburg                     2 --
  Roßberg, Buchdruckereibesitzer u. Redakt.,
    in Frankenberg (Sachsen)                                      2 --
  Rößler, Professor an der Fürstenschulezu Grimma,
    (statt früher 2 m.)                                           3 --
  Roszbach, Professor, in Plauen                                  2 --
  Roth, Dr., Generalarzt, in Dresden                              5 --
  Rothe, Dr., Obergerichtsrath, in Aurich                         3 --
  Rubensohn, H., Kaufm., in Kassel                                3 --
  Rudolf, Ingenieurpraktikt., in Hersbruck                        1 --
  Ruhl, Rittmeister a. D., in Kassel                              3 --
  Rümelin, Oberpräceptor, in Heilbronn                            2 --
  Rummel, I. C., Kaufmann, in Nürnberg                            3 --
  Sachs, v., Dr., Hofrath, in Würzburg                            2 --
  Sachs, Karl, Kaufmann, in Nürnberg (statt früher 2 m.)          5 --
  Salmann, Joh., Caplan, in Oberweiling                           2 --
  Salzer, Dr., Distriktsrabbiner, in Schnaittach                  3 --
  Schelle, K., Gymnasialprofessor, in Kempten                     2 --
  Schellmann, Karl, Kaufmann, in Nürnberg                         3 --
  Scheltienne in Metz                                             3 --
  Schermann, Dr., Präceptor, in Ellwangen                         2 --
  Schilling, Fr., Dr., prakt. Arzt, in Nürnberg                   3 --
  Schmid, Joseph, Architekt, in Innsbruck                         2 --
  Schmidt, Seminaroberlehrer, in Oschatz                          1 --
  Schmidt, Oberlehrer, in Stettin                                 3 --
  Schmidt, Dr., Kreisphysikus, in Tuchel (Westpreußen)            3 --
  Schmied, Gastwirth zur Traube, in Hersbruck                     1 --
  Schneider, Druckereibesitzer, in Büdingen                       2 --
  Schneider, Landesrath, in Kassel                                3 --
  Schneider, W., Weinhändler, in Pforzheim                        2 --
  Scholl, Hermann, Kaufmann, in Kassel                            3 --
  Schöpf, Jak., Fabrikant, in Stammbach                           2 --
  Schrag, Dr. med., in Meißen                                     3 --
  Schramm, Dr., in Auenheim (statt früher 1 M. 71 pf.)            3 --
  Schreiber, von, Dr., Excell., Erzbischof, zu Bamberg            8 57
  Schreiner, Pfarrer, in Dillenburg                               1 --
  Schröder, Dr., Professor, in Würzburg                           3 --
  Schröder, Albrecht, Buchdruckereibesitzer, in Fürth             2 --
  Schröter, L. O. von, in San José (Costa Rica)                  18 19
  Schuchardt, Kreisbaumeister, in Kassel                          3 --
  Schürer, Heinrich, in Würzburg                                  3 --
  Schutzbar, v., gen. Milchling, Obervorsteher, in München        6 --
  Schweyer, Ingenieur, in Wangen                                  2 --
  Seitz, Karl, Lehrer, in Hof                                     1 --
  Seiz, German, k. Oberförster, in Laufamholz                     3 --
  Sell, Apotheker, in Deggendorf                                  2 --
  Seltmann, Bezirksschulinspektor, in Plauen                      3 --
  Seyler, C. C., Advokat u. Syndikus, in Dresden                  3 --
  Siebert, Jul., Kaufmann, in Kassel                              3 --
  Siligmüller, J., in Würzburg                                    3 --
  Speck, Dr., Sanitätsrath, in Dillenburg                         2 --
  Sperl, Gust. Gotth., kgl. Pfarrer, in Bertholdsdorf             3 --
  Speyer, Professor, in Kassel                                    3 --
  Spiegel, J. F., Fabrikant, in Michelstadt                       1 --
  Spieler, Werkmeister, in Wangen                                 3 --
  Spieß, St., Buchbindermeister und Spielwaarenfabr.,
    in Nürnberg                                                   5 --
  Spohr, Rechtsanwalt, in Kassel                                  3 --
  Stadler, Kaufmann, in Ulm                                       3 --
  Stahl, Pfarrer, in Unterrodach                                  1 --
  Stefan, Bahnamtsofficial, in Fürth                              2 --
  Steib, Otto, in Leipzig (statt früher 3 m.)                     5 --
  Steidel, Dr., Medicinalrath, in Altenburg                       3 --
  Steindorff, Architekt und Professor an der kgl.
    Kunstgewerbschule in Nürnberg                                 9 --
  Steinrich, Appellationsgerichts-Referendar, in Kassel           3 --
  Steinvorth, Guillo., in San José (Costa Rica)                   7 27
  Stern, Baurath, in Kassel                                       3 --
  Steubing, Dekan, in Dillenburg                                  1 --
  Stockmayer, Professor, i. Heilbronn                             2 --
  Stoll, Landbaumeister, in Kassel                                3 --
  Stuber, Buchhändler, in Würzburg                                2 --
  Stünkel, Dr., Lyceallehrer, in Metz                             3 --
  Sutor, Bahnamtsassistent, in Mellrichstadt                      2 --
  Swaine, William, Fabrikbesitzer, in Hüttensteinach              2 --
  Tauscheck, Official, in Crailsheim                              2 --
  Thierolf, Joh. Dietr., Lehrer, in Michelstadt                   1 --
  Thumb-Neuenburg, Alfred Frhr. v., k. w. Major a. D.,
    in Tübingen                                                  15 --
  Tittel, Realschuloberlehrer, in Zwickau                         3 --
  Töpfer, Gerichtsrath, in Plauen                                 2 --
  Toussaint, Gymnasialassistent, in Nürnberg                      3 --
  Tröltsch, v., Dr., Hofrath, in Würzburg                         3 --
  Uhlfelder, Max, Studiosus, in Bamberg (statt früher
    1 m. 71 pf.)                                                  3 --
  Ullrich, Rentier und Stadtverordneter, in Zwickau               3 --
  Urlichs, Dr., Hofrath, in Würzburg                              2 --
  Verhagen, Rentner, in Köln                                     15 --
  Vetter, Ingenieur, in Wangen                                    2 --
  Vogel, Hofkaplan, in Schönberg (Hessen)                         2 --
  Vogel, k. Präparandenlehrer, in Schwabach                       1 --
  Voigt, Paul, Buchhändler, in Kassel                             3 --
  Volz, Paul, Fabrikant, in Heilbronn                             2 --
  Vorwerck, Oberlehrer, in Soest                                  3 --
  Wagemann, Steuerinspektor, in Nürnberg                          3 --
  Wagner, Friedr., Kaufmann, in Nürnberg                          3 --
  Waldow, Bezirksbaumeister, in Plauen                            2 --
  Waldow, v., Major, in Stargard (Pommern)                        3 --
  Walther, Georg, Kaufmann, in Sonneberg                          2 --
  Wangemann, Bezirksschulinspektor, in Meißen                     2 --
  Wedekind, v., Kreisassessor, in Büdingen                        2 --
  Weger, Franz, Expositus, in Roth                                2 --
  Weidenbach, Druckereibesitzer, in Dillenburg                    2 --
  Weigel, Frau Dr., in Kassel                                     3 --
  Weinthaler, kgl. Sprachlehrer, in Fürth                         2 --
  Weis, sen., Adolf, in Würzburg                                  3 --
  Welck, Baron v., in Grimma (statt früher 3 m.)                  4 --
  Wenzel, Dr. med., in Plauen                                     2 --
  Wertheimer, Emil, Bleistiftfabrikbesitzer, in Roth a. S.        2 --
  Wiarda, Obergerichtsdirektor, in Aurich                         3 --
  Wiedemann, Dr., Kreiswundarzt, in Königsberg i. N. M.           3 --
  Wild, Karl, Ingenieurpraktikant, in Hersbruck                   2 --
  Winkler, Heinrich, Verwalter, in Fürth                          3 --
  Winnen, Dr., in Dillenburg                                      1 --
  Wintzek, Hüttendirektor, in Beuthen (statt früher 2 m.)         3 --
  Wislicenus, Dr., Professor, in Würzburg                         3 --
  Witting, Guillo., in San José (Costa Rica)                     10 91
  Wittmann, Ludwig, k. Landgerichtsassessor, in Roth              2 --
  Witzendorf, v., Generallieutenant, Excell., in Metz            10 --
  Wizemann, Eduard, Dr., Professoratsverweser, in Heilbronn       2 --
  Wolf, Dr., Advokat, in Altenburg (statt früher 3 m.)            5 --
  Wolfes, Dr. med., in Aurich                                     3 --
  Wund, Eisenb.-Inspektor, in Schorndorf                          2 --
  Wündisch, k. Notar, in Schwabach                                3 --
  Zech, Ottmar, k. Landger.-Assessor, in Greding                  3 --
  Zell, Stadtsyndikus, in Trier                                   3 --
  Zenetti, Oberstlieutenant, in Ansbach                           2 --
  Ziegler, Paul, Fabrikbesitzer, in Ruhla in Th.                  3 --
  Zimmermann, Realschuloberlehrer, in Zwickau                     3 --
  Zinkeisen, Fabrikant, in Zwickau                                3 --
  Zintgraff, Rentner, in Dillenburg                               2 --
  Zöbisch, Rob., Fabrikbesitzer, in Plauen                        2 --

An _einmaligen_ Beiträgen, unter denen viele von Gönnern und Freunden
unserer Anstalt herrühren, die solche neben ihren regelmäßigen
Jahresbeiträgen gespendet, oder die schon früher, theilweise
wiederholt, solche Beiträge geleistet haben, wurden seit Drucklegung
des letzten Jahresberichtes für allgemeine Zwecke folgende gegeben:

  =Von regierenden Häusern=.
                                                                m.  pf.
  Augusta, deutsche Kaiserin u. Königin von Preußen, Majestät  300  --

  =Von Privaten.=

  Brecher, A., Dr., Arzt, in Olmütz                               2 --
  Busch, Kreisgerichtsrath, in Wriezen                            3 --
  Camp, Kreisrichter, in Wriezen                                  3 --
  Cuntz, Katasterkontroleur, in Dillenburg                        1 --
  Dorn, Baumeister, in Oschatz                                    1 --
  Eberts, Brauereibesitzer, in Dillenburg                         1 --
  Ebhardt, Gerichtsrath, in Dillenburg                            1 --
  Engelmann, Leopold, Großhändler, in Olmütz                      2 --
  Faust, Pfarrer, in Gronau                                       5 50
  Fischer jun., C., Kaufmann, in Dillenburg                       2 --
  Flemming, Rechtsanw., in Oschatz                                1 --
  Frohwein, Bergmstr., in Dillenburg                              1 --
  Frommolt, Dr. med., in Oschatz                                  2 --
  Grün, Hüttenbesitzer, in Dillenburg                             1 50
  Haas, Fr., Hüttenbesitzer, in Dillenburg                        2 --
  Hacke, Graf, Gutsbesitzer auf Alt-Ranft                         3 --
  Hartmann, F. A., in Dresden                                     1 --
  Hefner-Alteneck, v., Dr., Direktor des bayer. National-Museums,
    in München                                                    7 74
  Heinz, Seminarlehrer, in Dillenburg                             1 --
  Hennes, Rentner, in Dillenburg                                  1 50
  Hirschberg, Dr., Gymnasiallehrer, in Dillenburg                 1 --
  Hutter, Dr., Anwalt, in Deggendorf                              3 --
  Kopp, Sparkassenrend., in Oschatz                               1 --
  Lewin, B., Dr., Advokat, in Olmütz                              2 --
  Lichtblau, Hans, Freigutsbesitzer, in Bärn (Mähren)             4 --
  Maier, Karl, k. Notar, in Nürnberg                            100 --
  Manger, Pfarrer, in Dillenburg                                  2 --
  Mettingh, Frhr. v., k. Kämmerer, in Nürnberg                   20 --
  Meyer, Arnold Otto, Kaufmann, in Hamburg                       50 --
  Meyer, Lorenz, Einjährig-Freiwilliger, in Nürnberg              6 --
  Otto, Kreisgerichtsrath, in Wriezen                             3 --
  Pfitzer, Fabrikant, in Oschatz                                  1 --
  Pilz, J. H., Rentier, in Dresden                               10 --
  Rabenalt, Maler, in Olmütz                                      2 --
  Schäßburg: Gymnasiasten                                         6 --
  Scheibler, Ludw. Ad., Student der Kunstgeschichte, in Montjoie  3 --
  Schmidt, Landbaumeister a. D., in Oschatz                       1 --
  Schramm, J., Gerbereibesitzer, in Dillenburg                    2 --
  Schulz, Major a. D., in Berlin                                  3 --
  Seel, Buchhändler, in Dillenburg                                2 --
  Stahl, Gerichtsrath, in Dillenburg                              1 --
  Stiehl, Gastwirth, in Dillenburg                                1 --
  Stumpf-Brentano, Dr., k. k. Professor, in Innsbruck            78 10
  Ungenannter                                                   200 --
  Vahl, v., Justizrath, in Greifswald                             3 --
  Voigtel, Dr. med., in Koburg                                  100 --
  Wagner, Ingenieur, in Wangen                                   10 --
  Waterloo, Gerichtsrath, in Dillenburg                           3 --
  Wenck, Dr. phil., in Halle a. S.                                3 --
  Westheide in Dillenburg                                         3 --
  Wiegand, Rechtsanwalt, in Dillenburg                            3 --
  Wiesner, Pius, Curatus, in Werneck                              5 --
  Wölfle, Buchhändl., in Deggendorf                              -- 50
  X. Y. in Wolfenbüttel                                           3 --
  Zückler, Stadtrath, in Zwickau                                  3 --


Summarischer Auszug

aus den Rechnungen des germanischen Nationalmuseums über die wirklichen
Einnahmen und Ausgaben

für die Zeit vom 1. Januar bis 31. December 1877.


Einnahmen.

                                                                 m.  pf.

  1) Kassabestand und Rückstände                               1800  20
  2) Zinsen des Aktienfonds                                      51  43
  3) Zinsen von Aktivkapitalien                                  62  67
  4) Jahresbeiträge (darunter d. Beitrag d. deutsch. Reiches
     f. 5 Viertelj.)                                         107442  88
  5) Einmalige Geldbeiträge und besondere Stiftungen          13619  43
  6) Eintrittsgelder                                           6350  60
  7) Ertrag der literarisch-artistischen Anstalt               3466  44
  8) Zufällige Einnahmen                                      11329  16
                                                             ----------
  Summa                                                       144122 81


Ausgaben.

                                                                m.   pf.

  1) Verwaltung, nämlich: Besoldungen, andere persönliche
     Ausgaben, Reisekosten, Pflegschaftsausgaben, Materialien,
     Heizung, Reinigung, Beleuchtung, Porto, Garten, Taxen,
     Stempel, Coursverluste, öffentliche Lasten,
     Feuerversicherung                                        43239  80
  2) Baukosten                                                28102  60
  3) Inventar                                                  2404  39
  4) Sammlungen                                               16373  25
  5) Verzinsung und Tilgung der Schulden incl. Mehrausgabe
     des Vorjahrs                                             40559  91
  6) Publicationen                                             3431  55
  7) Außerordentliche Ausgaben (prov. Kapitalsanlage)          2111  86
                                                             ----------
  Summa                                                      136223  36


Abschluss.

                                                                m.   pf.

  Einnahmen                                                  144,122 81
  Ausgaben                                                   136,223 36
                                                            -----------
  Bestand                                                      7,899 45

Unter diesem Bestande befinden sich 7287 m. 73 pf. Stiftungsgelder für
specielle Zwecke, welche erst im Jahre 1878 zur Verwendung gelangen
konnten.

[Illustration: Ansicht der Karthause nach ihrem Ausbaue.]


Gedruckt bei U. E. SEBALD in Nürnberg.




  ANZEIGER
  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
  Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_
  incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.

  Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen
  Buchhandlung von F. Klingsieck, Nr. 11 rue de Lille; für _England_
  bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;
  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 1.   Januar.




Wissenschaftliche Mittheilungen.




Zur Biographie Niclasens von Wyle.


I. Maister Niclaußen von wyl bestallung.

Wir vͦlrich grâfe zuͦ wirtemberg vnd wir Eberhard ouch grâfe
zuͦ wirtemberg sin Sune Bekennen offennlich für vns vnd vnser
erben vnd tund kunt mit disem briefe daz wir vnsern lieben getruwen
Niclaußen von wyle in vnser Cantzly vffgenomen vnd bestellet haben vnd
yetz vffnemen vnd bestellen in crafft diß brieffs vns darinne zuͦ
dienen vnd die helffen zuͦuersehen wie er des ye von vns wirt
beschaid vnd besunder vnser Insigele zuͦ uerwaren vnd núntzit[1]
damit zuͦ uersigeln das vns zu schaden lang[2] one vnser wissen
vnd haissen oder vnsers hoffmaisters vnd râtes[3] denen das ye
befolhen ist ouch vns trúw vnd hold zuͦ sin vnsern schaden zuͦ
warnnen[4] vnd zuͦ wennden vnd vnsern from̅en zuͦ schaffen
vnd zuͦ fürdern vnd darby vns getrúwlich zuͦ râten nach siner
besten verstentniß vnd haimlich râte zuͦ uerswigen biß in sinen
tode vnd das alles ze tuͦnd sin leptage die wyle[5] er das vermag
getrúwlich vnd vngeuarlich[6] vnd das sust[7] nit zuͦ lassen durch
aincher[8] sachen willen. Dargegen vnd für sölichs wir vnd vnser erben
Im vnd Cristinan siner eelichen hußfrowen Inen baiden vnd nach Ir ains
abgange dem andern besunder biß in sinen tode jerlichs geben söllen
vnd wöllen zuͦ herbstzite ain fuͦder guͦts wins vnd vff sant
Martins tage zwölff schöffel guͦts rockens vnd zwelff schöffel
guͦts dinckels vnd darzuͦ zwelff pfund heller tugentlich[9] one
all vßzuge vnd verhinderung sich darwider zuͦ gebruchen vnd one
Iren costen vnd schaden, zuͦ dem ouch Im sin leptage der drittaile
des gelts vnd geniesses in der gemelten Cantzly fallende gefolgen
vnd geben werden sol vnd er han den tische in der cantzly mit essen
vnd trincken vngeuarlich. Wir vnd vnsere erben söllen vnd wöllen
ouch schaffen vnd bestellen mit oberstem[10] fliß daz das ampt des
Com̅issariats eelicher sachen in allen vnsern lannden vnd gebieten
vff Ine werde bewenndet vnd die vnsern in sölichen sachen zuͦ Im vnd
nit zuͦ andern kerent vnd fliessent vnd dan Im daruon der drittaile
des lones so deßhalb geben wirdet gedych[11] vnd werde vnd die andern
taile in die cantzlye fallend vngeuarlich. vnd söllen vnd wöllen ouch
wir vnd vnser erben In vnd sin hußfrowen obgenant fryg aller stiuren
schatzungen vfflegungen vnd beswerungen belyben lassen es were dan ob
sie ettwas gelegens guͦtes in vnser herrschafft erkoufften oder
sust zuͦ iren hannden brechten daruon sölten sie tuͦn als ander
die vnsern von solichem tuͦnd vngeuarlich. Vff das ouch der benant
vnser lieber getrúwer Niclaus von wyle sölichs wie obstat getrúwlich
vnd ongeuerde zuͦ halten lyplich zuͦ got vnd sinen hailigen
gesworen hat deßglichen wir fúr vns vnd vnser erben Im sölichs wie von
vns obstet getrúwlich zuͦ halten ouch geredt vnd versprochen haben
by vnsern guͤten trúwen one geuerde vnd darumb vnser aigen Insigele
getan hencken an disen briefe, darzuͦ ouch vnsere lieben getrúwen
wolff von Tachenhusen vnd ludwig von grâfneck hoffmaistere vff vnser
begerunge ir aigen Insigele ouch gehenckt haben an disen briefe der
geben ist an Samstag nechst nach sant lucyen tag des jars do man zalt
nach crists geburt Tusent vierhundert vnd im Nün vnd Sechtzigesten
Jare. (_16_. _December 1469_.)

Abschrift aus einem württembergischen Dienerbuch von 1460-1479 aus dem
k. Haus- und Staatsarchiv zu Stuttgart mit der Nummer G. 33.


II.

Hochgeborner herre herrn vͦlrich Graue zuͦ wirtemberg etc. Als ir
den fürsichtigen vnd wysen Burgermaister vnd râte der Stat Esselingen
vnd den iren ain vintschafft gesait hant vnd nu wir diß nachbenempten
Maister hainrich Stainhöwell doctor in der Ertznyg[12] Niclãs von
wyle Statschriber vnd felix hegnower substitut Mit vnsern wësen vnd
diensten by den selben von Esselingen vnsern lieben herrn vff dißmâl
begriffen sind Wöllent wissen ob wir in sölicher vechde[13] gegen úch
vnd den úwern úwern helffern vnd hëlffers hëlffern ietze fürnëmen vnd
tëten vͦch vnd den selben zuͦ schaden komende daz wir hier mit
gegen úch vnd inen vnser Er bewart haben wöllen. Mit vrkúnd diß briefs
mit vnsern Bitschitten[14] zuͦ ende der geschrifft hierin gedruckt
besigelt vnd geben vff mitwochen nach egiden (_3_. _Sept_). Anno 1449.

Originalbrief auf Papier im k. Haus- und Staatsarchiv zu Stuttgart. Mit
3 aufgedrückten Siegeln aus grünem Wachs.

       *       *       *       *       *

Herr Archivrath Dr. Stälin in Stuttgart hat auf mein Ersuchen die Güte
gehabt, Nachforschungen nach Schriftstücken, welche Niclas v. Wyle
betreffen, anstellen und mir die gefundenen, nun hier abgedruckten
zwei Stücke in Abschrift zugehen zu lassen. Es sei gestattet, ihm
hiefür, wie für seine sonstige liebenswürdige Auskunftsertheilung,
nochmals öffentlich ergebenen Dank auszusprechen.

Das erste der beiden Schriftstücke hat schon an sich Werth, insofern es
genauen Aufschluss gibt über die amtlichen und sonstigen Verhältnisse
eines fürstl. Kanzleibeamten im 15. Jahrh.; es gewinnt aber noch mehr
Werth dadurch, daß es sich auf Niclas von Wyle[15] bezieht. Aus diesem
Dokument erhellt unzweifelhaft, daß Niclas nicht erst 1470, wie man
bisher annahm, sondern schon 1469 in württemberg. Dienste getreten
ist; desgleichen, daß er nicht blos von dem Grafen Ulrich, sondern
auch von dessen ältestem, übrigens ziemlich wildem Sohne Eberhard[16]
in der gemeinschaftlichen Stuttgarter Kanzlei Anstellung erhielt. Ein
dritter Punkt empfängt leider nicht die erwünschte Aufklärung, die
eigentliche Stellung nämlich, welche Niclas in der württembergischen
Kanzlei einnahm. Allerwärts herrscht die Ansicht, Niclas sei von
1470 (resp. 1469) bis um das Jahr 1478 oder 1479 Kanzler des
Grafen Ulrich gewesen. Und für diese Annahme spricht auch die obige
Bestallungs-Urkunde, insoweit nach derselben einmal dem Niclas im Jahre
1469 das gräfliche Siegel anbefohlen wurde und dabei als die Personen
oder Behörden, ohne deren Zustimmung oder Veranlassung er das Siegel
nicht gebrauchen sollte, neben dem Grafen selbst nur der Landhofmeister
und der Rath (?) angeführt werden, aber nicht der Kanzler, und insofern
anderseits als Honorar für Niclas u. A. ein ganzes Drittel der
sämmtlichen Kanzlei-Einnahmen und ein Drittel der Einnahmen von dem
„Commissariat ehelicher Sachen“ bestimmt werden. Allein trotz alledem
dürfte wol die landläufige Meinung etwas zu modificieren sein.

Fällt es schon auf, daß in der Bestallung eine Ernennung Niclasens
zum „Kanzler“ nicht mit kurzen, klaren Worten ausgesprochen wird,
sondern nur seine Aufnahme in die Kanzlei, so erhält dieser verdächtige
Umstand erhöhte Bedeutung durch einen andern. In dem jüngsten der
württembergischen sogenannten Dienerbücher, welches E. v. Georgii
neuerdings veröffentlicht hat[17], findet sich, wie mir Hr. Dr.
Stälin auf meine Anfrage nach archivalischen Aufzeichnungen über die
Amts-Vorgänger und Nachfolger Niclasens freundlichst mitgetheilt hat,
folgendes Verzeichniß der württembergischen (Stuttgarter) Kanzler:
„1640-77 Johann Fünffer, Cantzler.... Ihne nennt Herr Ulricus bene
amatus de Württemberg 14. Oct. 1475 seinen Secretarium, war doch
Cantzler, war also Secretariat so viel als Geheimer Rath. 1476
Nicolaus von Wyle, Ulrici des Vielgeliebten Cantzler. Wappen: oben
ein beschloßner Helm, 2 Büffelshörner und auch ein Stern[18]. 1477
Augustin von Hauerstein. Unseres lieben Sohnes -- schribe Ulricus
comes de W. -- Cantzler. 1478 M. Bernhard Schöferlin, Dr. und Cantzler
ist von Mechthild Palatina [d. i. von der andern (Uracher) Linie des
württemb. Hauses] uff 5 Jahr auch zum Cantzler angenommen worden. Ihme
schrib 1479 Eberhardus barbatus: dem Ehrsamen wolgelerten unsern 1.
getr. Meister Bernhard Schüferlin doctor und Cantzler.“ [Es folgen die
Kanzler der 80er Jahre.]

Bietet nun auch das Dienerbuch leider bei seinen Zahlen öfter nicht
das Jahr der Ernennung der Kanzler, sondern nur das Jahr, in welchem
der Verfasser der betr. Eintragung dem Namen des betr. Kanzlers zum
ersten Male begegnet ist, so wird sich doch nicht leugnen lassen, daß
im Jahre 1469, dem Jahre der Bestallung Niclasens, Johann Fünfer der
gräflich Stuttgarter Beamte war, welcher den Titel Kanzler schlechthin
und zunächst führte. Auch Niclas selbst bezeugt dessen Kanzlerthum,
wenn er im Jahre 1462 als Esselinger Stadtschreiber die fünfte seiner
„Translationen“ „dem fürnemen wysen vnd milten mane herrn johansen
fünfer des hochgebornen... herrn graue vlrichs zu wirtemberg etc.
cantzler“ widmet[19]. Das Räthsel, vor dem wir nunmehr stehen, löst
sich leicht und hoffentlich richtig durch genauere Beachtung des
Titels, den sich Niclas selbst in seinen Translationen beilegt. In der
an den gräfl. Landhofmeister Georg von Absperg gerichteten Vorrede zu
diesem Werke nennt er sich nämlich „Niclas von wyle des hochgebornen
herrn herrn Ulrichs grauen... /minster/ cantzler.“ Da nun diese
Vorrede am 5. April 1478 zu Stuttgart geschrieben ist, vom Jahre
1460-77 aber Joh. Fünfer, 1478 ff. Bernh. Schöferlin als Ulrichs
Kanzler in dem Dienerbuch aufgeführt sind, so folgt, daß Ulrich zwei
Kanzler hatte, einen obersten und einen minsten (mindesten), und
/letzterer/ war eben seit 1469 Niclas v. Wyle.

Allerdings habe ich über dieses doppelte Kanzlerthum weder in
Sattlers, noch in Friedr. v. Stälins württembergischer Geschichte
etwas Näheres finden können; auch Hr. Archivar Stälin hat mir nichts
davon mitzutheilen vermocht, „da das Dienerbuch keine Anhaltspunkte
gibt und gerade über die in Frage kommende Zeit, was Beamtungen
betrifft, die Akten des Staatsarchivs noch sehr dürftig sind.“ Doch
darf man gewiß mit vollem Recht vom Jahre 1488 einen Rückschluß thun
auf die vorausgegangenen zwei Decennien. Im Jahre 1488 aber erscheint
in einem Aktenstücke zur Geschichte des Frauenklosters Kirchheim ein
„doctor ludwig ferg, brobst zu stutgart“ als „oberster Kanzler“ v.
Graf Eberhard d. Aelteren[20]. Nicht in Widerspruch zu unserm Ergebniß
steht es, wenn das Dienerbuch im Jahre 1476 Niclas v. Wyle schlechthin
als Kanzler Ulrichs verzeichnet. Niclas war wirklich Kanzler, nur eben
„minster Kanzler“, mag sich aber in den Schriftstücken vom Jahre 1476,
in welchen der Verfasser des Dienerbuches seinen Namen zum ersten Male
geschrieben fand, einfach Kanzler genannt oder die vices des obersten
Kanzlers verwaltet haben. So bliebe als Schwierigkeit nur noch der
Umstand, daß Niclas nach dem Bestallungsdekret als gemeinschaftlicher
Kanzler Ulrichs und seines Sohnes Eberhard d. J. angenommen worden
war, im Jahre 1477 aber letzterer nach dem Dienerbuche einen eigenen
Kanzler besaß. Allein, da nach Fr. v. Stälin (a. a. O. III, 596) gerade
im J. 1477 der in der üblen Aufführung und den Uebergriffen Eberhards
d. J. begründete Unfriede zwischen Vater und Sohn so gewachsen war,
daß sich Ulrich in diesem Jahre mit einer Beschwerde über seinen Sohn,
den er bereits an der Regierung hatte theilnehmen lassen, an den
Grafen Eberhard d. Ä. (barbatus, von der Uracher Linie) wandte[21], so
dürfte sich auch diese Schwierigkeit heben: im Jahre 1477 hatte eben
jeder der beiden Stuttgarter Grafen seine eigene Kanzlei, Eberhard
wahrscheinlich zur Dokumentierung seiner Unabhängigkeit vom väterlichen
Regiment. Wenn dann ferner am 9. Nov. 1478 Vater und Sohn sich wieder
einten und eine neue, von Eberhard d. Ä. zu Stande gebrachte Hofordnung
und einen neuen, von dem Prinzipe der Beschränkung in Ausgaben und
Beamten beherrschten Verwaltungsplan aufstellten, in diesem Jahre
aber Schöferlin als Kanzler im Dienerbuche verzeichnet wird, Niclas
dagegen (nach dem 5. April 1478, dem Datum der Translationen) aus der
Geschichte verschwindet, so hätten wir in dieses Jahr entweder seinen,
durch die Verwaltungsänderung bedingten Abschied, oder seinen Tod zu
verlegen. Für Letzteres möchte ich mich um deswillen entscheiden, weil
Niclas, der bei seiner Bestallung für seine Lebenszeit als Kanzler
angenommen worden war, im Jahre 1478 nicht einmal bei seiner großen
Gönnerin, der Pfalzgräfin, resp. Herzogin Mechthild[22] als Kanzler
erscheint, sondern Schöferlin mit installiert wird. Bestimmteres
über das Jahr des Todes Niclasens, für welches man gewöhnlich das
Jahr 1479 ansieht, kann zur Zeit nicht angegeben werden; es hat sich
bedauerlicherweise ebensowenig im Stuttgarter Staatsarchive auffinden
lassen, wie Berichte oder Notizen, welche über die Amtsthätigkeit von
Niclas als minstem Kanzler Ulrichs einiges Licht verbreiten könnten;
nur ein dem früheren Leben des Mannes angehöriger Originalbrief, der
oben unter II. abgedruckt steht.

Auch dieser beansprucht unser Interesse, indem er zweierlei, was man
bisher nur vermuthete[23], zur Gewißheit erhebt: a) daß Niclas v. Wyle
schon 1449 als Stadtschreiber zu Eßlingen angestellt war, und b) daß er
hier in engerer Beziehung stand zu Heinr. Steinhöwel.[24]

Vielleicht regt Vorstehendes diesen oder jenen Freund unserer
Nationalliteratur zu erneuten Nachforschungen über die beiden
verdienstvollen Männer an, von denen, mit Lessing zu reden, unsere
gedruckte Literatur anfängt. Es ist ja noch mancher dunkle Punkt in
ihrem Leben und Wirken.

Das gilt z. B. von dem Nürnberger Aufenthalte Niclasens (um 1444-48).
Hr. Dr. Frommann, der im germ. Museum und im kgl. Kreisarchive
zu Nürnberg Nachforschungen veranstaltet hat, konnte über diesen
Aufenthalt leider nichts erkunden.

  /Plauen./                /Joh. Müller./

FUSSNOTEN:

[1: /nützit/, (schwäb.) nichts, aus älterem /nihtesiht/ = _nihtes niht_
entstanden. Schmeller I, 1790. 30.]

[2: gelange, gereiche.]

[3: Die Kanzlei, welche damals in Württemberg als höchste Verwaltungs-
und Gerichtsbehörde (namentlich für Streitigkeiten des Adels) bestand,
und neben welcher nach Fr. v. Stälin erst um 1475 (nach Sattler V, 120
schon i. J. 1460) für gewisse Zweige der Rechtspflege ein wesentlich
mit Rechts-Doctoren besetztes Hofgericht eingerichtet wurde, setzte
sich, so viel man bis jetzt weiß, zusammen aus dem Landhofmeister,
dem Kanzler und einer Anzahl von Räthen. Der Landhofmeister hatte
die Aufsicht und das Präsidium und war mit dem Kanzler immer in der
Kanzlei, bei Hofe. Die Räthe, meist höhere geistliche Herren, ließen
sich dagegen nur zu Diensten gebrauchen, wenn man sie erforderte.
Doch hatte der Hofmeister stets einige Räthe um sich. Vgl. Christ.
Friedr. Sattler, Gesch. d. Herzogth. Würtenberg unter der Regierung
der Graven; V. Bd. (Ulm 1768), S. 103. 105. 115. Christ. Friedr. v.
Stälin, Wirtembergische Gesch. III. Bd. (Stuttgart 1856), S. 735. --
Einen in mancher Beziehung der obigen Bestallung ähnlichen Eid des
Landhofmeisters Dietrich v. Weyler v. 1381 siehe bei Sattler V, 116.
Dem Landhofmeister Dr. jur. Georg Absperg widmete Niclas v. Wyle die
Sammlung seiner Translationen.]

[4: abwehren, verhüten.]

[5: die Weile, so lange als.]

[6: ohne böse Absicht, ohne Arglist. Vgl. unten: /one geverde/.]

[7: sonst.]

[8: irgend welcher.]

[9: tauglich, tüchtig, gültig.]

[10: höchstem.]

[11: gedeihe, zufalle.]

[12: Arznei.]

[13: Fehde.]

[14: Petschaft.]

[15: Geb. im 1. Viertel d. 15. Jahrh. zu Bremgarten i. d. Schweiz,
zunächst Schulmeister in Zürich und Freund des eben so edlen als
unglücklichen Felix Hemmerlein; 1445-47 (?) Stadtschreiber zu Nürnberg
und in näherer Beziehung zu dem Stadtsyndicus, dem vortrefflichen
Gregor Heimburg (dem Schöpfer der deutschen Rhetorik, „dem bürgerlichen
Luther vor Luther“); 1449-1469 Stadtschreiber zu Eßlingen und privatim
(wie schon in Nürnberg) Lehrer junger Leute in der deutschen Stilistik
und Orthographie (und Interpunktion); 1469-1478 (s. oben) zweiter
(s. oben) Kanzler des Grafen Ulrich V. des Vielgeliebten und „an den
schwäbischen Höfen wie heimisch“; in brieflichem und persönlichem
Verkehr mit Erzherzogin Mechthild von Oesterreich, mit dem großen
Humanisten Aeneas Sylvius (nachmals Papst Pius II.) u. a. bedeutenden
Personen seiner Zeit; erster Herausgeber der wichtigen Briefe von
Aeneas Sylvius; Uebersetzer einer Reihe lat. Schriften, besonders
novellen- und romanartiger Erzählungen, und dadurch ein wesentlicher
Förderer des Humanismus in der deutschen Prosa.

Ueber sein Leben vgl. besonders Heinr. Kurz, Niclasens v. Wyle 10.
Translation. Aarau 1853. Ueber s. Translationen s. die neue Ausg. von
Adelbert v. Keller, 57. Publik. d. liter. Vereins, Stuttgart 1861
(bes. S. 365 ff.); Cleß, Versuch einer kirchl.-polit. Landes- u.
Culturgesch. v. Würtemberg II, 2, S. 771 ff., Chr. Friedr. v. Stälin,
Wirtemb. Gesch. III (Stuttg. 1856), S. 765 f. Ueber s. Orthographie-
u. Interpunktionsregeln s. meine Quellenschriften zur Geschichte des
deutschsprachlichen Unterrichts (Gotha, Thienemann; unter der Presse.)]

[16: Ulrich V., bene amatus, geb. 1413, seit 1433 Mitregent seines
Bruders Ludwig, dann, seit der Theilung der Grafschaft Württemberg
in einen Stuttgarter u. Uracher Theil, 1442 Herr des Stuttgarter
oder Neifener Theils bis 8. Jan. 1480. († 1. Sept. 1480.) Bei seinem
Rücktritt von der Regierung übergab er sein Land seinem Sohne Eberhard
d. J. (geb. 1447). Im Decbr. 1482 überließ dieser es seinem Vetter,
dem Grafen Eberhard d. Ä. „im Bart“, der nun Alleinherr der ganzen
Grafschaft wurde (seit 1457 Herr des Uracher Theils), 1495 Herzog, †
1496. Vgl. Fr. v. Stälin a. a. O. III, 441, 457 ff. 555 f. 596 ff. 639.
645.]

[17: Fürstlich Württembergisch Dienerbuch vom IX. bis zum XIX. Jahrh.
Herausg. v. Eberh. Emil v. Georgii Georgenau (Stuttgart 1877), S. 14.]

[18: Vergl. die Abbildung des Wappens in H. Kurz, Gesch. d. deutsch.
Lit. I (6. Aufl. Leipzig 1873), S. 747, wonach Niclas v. Wyle auch drei
Sterne im Wappenschilde führte.]

[19: Vgl. Ad. v. Keller, Niclas v. W. Translationen, S. 113 f.]

[20: Sattler, a. a. O. V, 273.]

[21: Fr. v. Stälin, a. a. O. III, 596.]

[22: Fr. v. Stälin III, 763 f. u. 758.]

[23: Ad. v. Keller, Decameron v. Heinr. Steinhöwel (51. Publ. d.
lit. Vereins. Stuttgart 1860), S. 675. H. Kurz, Nicl. v. Wyle, 10.
Translat., S. 5.]

[24: Vgl. über diesen A. v. Keller an dem, Note 22 angeg. O., S. 574
ff. u. Pfeiffer-Bartsch’s Germania, 14. Jahrg. (neue Reihe 2. Jahrg.)
1869, S. 411 f.]




Ein Buntdruck aus dem 14. Jahrhundert.


Im St. Georgs-Hospital am Harz befindet sich unter einigen anderen
Denkmälern der Vergangenheit eine alte Stola, welche aus einem
Stück grober Leinwand gefertigt ist, die ursprünglich offenbar für
einen anderen Zweck bestimmt war. Der geringe Werth des Stoffes
deutet darauf hin, auf wie untergeordnetem Boden des Gewerbsbetriebes
dieses kirchliche Gewandstück entstanden ist. Doch war dieser
offenbar Anlaß, daß ein Verfahren der Ausschmückung gewählt wurde,
welches es interessanter macht, als manches ähnliche, weit kostbarer
ausgestattete. Die Leinwand ist nämlich durch Buntdruck gemustert und
zwar in folgender Weise: Inmitten befindet sich ein breiter, schwarzer
Streifen, in welchem ein gerader, weißer Stab hinaufsteigt, dessen
Kanten an beiden Seiten von schwarzen Linien im Innern des Stabes
begleitet werden. In regelmäßigen Abständen setzt der Stab Knoten
an, welche um schwarze, ovale Felder rechts und links gleichmäßig
hervortreten. Ueber diesen zweigen sich symmetrisch kurze, gebogene
Aeste mit hängenden, lilienförmigen Blumen ab, deren Kelch, soweit sich
noch erkennen läßt, abwechselnd eine weiße, rothe und gelbe Färbung
zeigt. Gleichzeitig setzen sich zu mehrer Belebung der schwarzen
Fläche kleine Kleeblätter an die Aeste an, während zu selbem Zwecke
von den Außenrändern des Streifens weiße, kleine Kugeln an dünnen
Stielen nach innen vorschießen. In kräftigem Rothbraun ausgeführt,
begleitet den mittleren Streifen rechts und links ein Rankenwerk mit
Blättern, Blumen und eingeflochtenen Löwen. Diese letzteren nun, wie
die Blumen an den Ranken, erinnern so sehr an ähnliche Zeichnungen auf
den bekannten maurischen Geweben aus dem 13. u. 14. Jhdt., daß ein
Zusammenhang zwischen beiden sofort in die Augen springt und auch die
Entstehungszeit unseres Druckes nicht zweifelhaft sein kann, -- um
so mehr, als die Blätter die ebenso bekannte Form der ins Romanische
übersetzten griechischen Palmette zeigen.

Man hält am Orte der Aufbewahrung dieses merkwürdigen Denkmales dafür,
daß dessen Ornamentierung durch die Schablone hervorgebracht sei.
Ein Blick auf den Gegenstand selbst überzeugt aber, daß dieses nicht
möglich war, da manche deckende Stücke, wie die Augen der Löwen, ganz
ohne Halt und andere so schwach verbunden hätten sein müssen, daß sie
beim Ueberfahren mit dem Pinsel sich sogleich würden verbogen haben.
Wir haben ohne Zweifel einen Druck vor uns, wol den ältesten bekannten,
der im Occident gefertigt worden.

  /Dresden./                /A. von Eye./




Hausordnung für die 12 Chorschüler in der Spitalschule zu Nürnberg vom
Jahre 1343.


Item do hebt sich der korschuler regel an.

Nota. der probst[25] sol der korschuler regel alle samstag fruͤe
zu tisch lazzen lesen den wochner vnd der probst sol gar eben dorauf
merken. welher der regeln niht enhelt[26] den sol er dorvͤmb
straffen vnd puͤzzen[27] vnd wer daz,[28] daz dheiner[29] wider die
puzz redt, daz sol der probst dem custer vnd dem spitalmeister sagen
bey den trewen, die er in dorvͤmb geben hat. die mügen den selben
schuler dorvͤmb verkeren,[30] ob sie wellen.

[Randbemerkung: trew]

Sie süllen gehorsam all sein dem obersten priester vnd irm probst vnd
dar nach dem schulmaister, daz sie den geloben gehorsam zu sein an der
lernung vnd an andern redlichen sachen vnd sunderlich in die schul zu
gen als verr[31] sie mügen vor ire tagczeit on geuerde[32]. vnd der
schulmaister sol sie v̈mb sust lernen[33] vnd daz ist darümb gemacht
daz frum gaistlich leut gezogen werden, daz sie zu grozzerm gotz dinst
kumen mügen vnd dor vmb gibt im der spitalmaister alle cottemmer[34]
zwen güldein vnd dar zu süllen sie allzeit eins pflegers vnd der burger
gut hilf haben vnd sie süllen darzu fördern.

[Randbemerkung: trew]

Dar nach daz ir dheiner[35] auz dem spital gee des nahtes als lieb im
sein pfruͤnt sey[36] vnd auz[37] dem slafhaus in dem spital süllen
sie niht ligen on vrlaub des obersten pristers vnd eines probsts vnd
süllen auch allweg vor nahts in dem spital in irem slafhaus sein vnd
welcher das prech,[38] den möht man dar vmb verkeren.

[Randbemerkung: trew]

Dar nach daz sie keusch vnd rain sein, die weil[39] sie in des spitals
dinst sein oder man mag aber sie dor vmb verkern.

Es sol auch der schuler dheiner vor ezzens vnd vor uesper piz nach
complet[40] in die kirchen niht gen on korroͤklein vnd daz sol der
custer vnd probst auf ir gewizzen rugen vnd welcher daz prech, der
sol[41] dem custer oder dem probst ye als (er) daz prech sechs haller.
vnter singens sol dhein korschuler auz der kirchen niht gen on vrlaub
des probsts.

Vnd den siechen[42] suͤlln sie getrew sein iren schaden zu wenden
vnd irn frumen zu fodern[43] als verr sie mugen on geuerde.

So sol auch dheiner von dem spital varn, er hab denn sein pfruͤnt
verdinet, ez sey an gewand vnd pfennigen piz auf die nehsten
goltvasten, die man im ie für geben[44] hat.

Sie süllen auch all mit einander gen von irm slofhaus die siben
tagzceit all mit einer processen ye zwen mit einander, daz ir einer
fuͤr den andern niht lauffen noch gen gen [!] sol. Sie suͤllen
auch all ir korroͤklein anhaben. wer daz prech, den sol der probst
aber pfenden vmb sehs haller. Wer auch ob ir ainer verslief oder seiner
tagzeit ein viertail versaumt on vrlaub dez probsts oder laut redet
oder sprüng oder dheinen sleht, rauffet oder wirfet mit kussen oder mit
schuͦhen in der kamern et cetera, den sol er aber pfenden fuͤr
sechs haller.

Sie süllen auch all montag vor der selmesse mit der processen gen mit
dem creucz vnd mit dem weihwazzer vnd mit dem rauchfazz vͤber den
kirchoff vͤber die toten, als gewonlich ist.

Vnd suͤllen auch mit einander zu pett, zu tisch gen vnd suͤllen
auch iren tischsegen vor vnd auch nach sprechen stend vnd niht siczend
vnd auz dem spital niht ezzen on des probsts vrlaub pey sechs hallern.

Sie suͤllen auch vnter in[45] halten wochen, daz ye zwen zu tisch
lesen vnd dinen all nach einander und suͤllen all stillsweigen, wenn
man zu tisch list vnd allwegen als lang lesen vncz[46] auf daz gracias.

Sie suͤllen allnaht mit den pristern gen mit einer gesungen antiphon
vnd zwein prinnenden kerczen, fuͤr welchen altar man sie heizzet gen
nach der complet.

Vnd suͤllen dez Stifters jarczeit begin,[47] als in dem puch
geschriben stet ffolij --. Auch suͤllen sie sich all zwelff
berichten an dem antlaz tag vnd die mandat[48] suͤllen sie begin,
als in dem puch geschriben stet.

Suͤllen den karfreitag begin, als in dem puch geschriben stet ffolij.

Sie suͤllen sich auch berichten[49] an dem cristag vnd suͤllen
an dem obent vor vnsers hern leichnam einen ganczen salter[50] lesen
dor v̈mb gibt man yeclichem einen schilling haller als vor geschriben
stet, daz tut zwelf schilling haller.

Am suntag post corporis Christi suͤllen sie mit der processen gen
vnd allez daz tun vnd gehorsam sein, als in dem puch geschriben stet
ffolij.

Vnd suͤllen auch allen den priestern beholfen sein all jarczeit zu
berihten vnd begin, als in dem puch geschriben stet.

Avch sol der custer vnd der probst die korschuler dor zu halten, daz
sie ir tonsur pfefflichen halten vnd suͤllen in niht keins langen
hars vnd der engen schoͤppf[51] vnd dez gewunten[52] hars gestaten.
welcher daz vͦber vert vnd dez niht stet helt, so sol der custer
oder der probst von idem tag von in nemen sechs haller.

  /Döbeln./                /W. Loose./

FUSSNOTEN:

[25: Ein älterer Schüler, welcher die Aufsicht über die andern führte.]

[26: nicht hält; en- mittelhochd. Negationspartikel.]

[27: büßen.]

[28: wäre das, daß..., im Falle, daß...]

[29: irgend einer.]

[30: fortjagen, entlassen, Lexer III, 141.]

[31: so fern, so viel, in so weit.]

[32: ohne Gefährdung für den Gesang der Schüler zu den sieben
canonischen Horen = Tagzeiten.]

[33: lehren.]

[34: Quatember.]

[35: keiner.]

[36: bei Verlust seiner Pfr.]

[37: außer, außerhalb.]

[38: überträte.]

[39: so lange, während.]

[40: die letzte canonische Hora.]

[41: ist schuldig (zu geben).]

[42: die Kranken im neuen Spital.]

[43: fördern. Einem den Schaden warnen (wenden) und Frummen fördern,
(Eidesformel); Schmeller II, 1002.]

[44: vorausgegeben.]

[45: unter sich.]

[46: bis.]

[47: Jahrestag (des Todes) begehen, feiern.]

[48: die Fußwaschung am grünen Donnerstag (Antlaßtag = Ablaßtag) nach
den Worten Christi: mandatum do hoc vobis. Lexer, 1, 2024.]

[49: sich in den gehörigen Stand bringen, sich vorbereiten. Lexer 1,
191.]

[50: Psalter.]

[51: Haare oben auf dem Kopfe (Zopf). Lexer II, 771.]

[52: gewunden, geflochten.]


(Schluß folgt.)




Der Silberfund zu Meldorf.

Ein Beitrag zur Geschichte der Kleidung im Anfang des 15. Jahrhunderts.


In den Jahren 1870, 71 und 75 erwarb das Schleswig-Holsteinische
Museum vaterländischer Alterthümer nach und nach die Bestandtheile
eines Silberfundes, der aus dem Fundament eines alten Hauses in der
/Westarstraße/ zu /Meldorf/ (Kreis Süder-Dithmarschen) erhoben ist. Die
Sachen lagen in einer viereckigen Ofenkachel, nämlich:

A. Ein 17-18 mm. hohes, silbernes Bildchen der heiligen Jungfrau mit
dem Christkinde, vergoldet, von getriebener Arbeit; auf der Rückseite
ist ein kastenartiges Behältniß angelöthet, das zur Aufbewahrung einer
kleinen Reliquie gedient haben wird. In einem ausgebrochenen Loch an
der Rückwand dürfte ein Stift, Knopf oder Haken gesessen haben, mit dem
das Reliquarium befestigt oder angehängt wurde.

B. Eine ringförmige, silberne Gewandnadel von ca. 6 cm. äußerem und 4
cm. innerem Durchmesser, die von dem Finder sofort zusammengedrückt
und in drei Stücke, die eigentliche Nadel außerdem in zwei Stücke
zerbrochen ward. Die Fibula besteht aus einem ca. 1 cm. breiten
und 1 mm. dicken Silberbande, welches oben von beiden Seiten zu
einem schmalen Riegel, an dem die Nadel hängt, eingekerbt ist und
sich nach dem horizontalen Durchmesser hin beiderseits abschmälert;
hier stehen einander gegenüber zwei ringförmige Erhöhungen von 15
mm. Weite, ungefähr in der Form eines halbwegs durch eine Schnalle
gezogenen Riemens. An diesen beiden Stellen sind Spuren von Vergoldung;
dagegen zeigt das Silberband auf nielliertem Grunde Ständerkreuze und
Mönchsbuchstaben, die allem Anschein nach nur als Ornament dienen,
wenn sie nicht etwa als eine verwilderte Nachahmung des auf ähnlichen
Ringfibeln öfter vorkommenden Spruchs /Ave Maria/ anzusehen sind;
und zwar steht auf den beiden oberen Vierteln ✠AV -- MA ✠, auf der
unteren Hälfte ✠ A[Symbol: stilisiertes M]MM ✠. Hier und da ist das
zweite Zeichen der Buchstabenreihe (ein N? und ein M) von abweichender,
mehr gerundeter Form.

C. Eine zweite ringförmige, silberne Gewandnadel von ca. 7-1/2 cm.
äußerem Durchmesser, welche der Finder gleichfalls sofort in viele
Stücke zerbrach, die leider nicht alle wieder herbeigeschafft sind. Die
Fibula ist aus vier etwa gleich großen Bestandtheilen zusammengesetzt;
zwei in Form eines gewundenen Draths von ca. 5 mm. Durchmesser wechseln
ab mit zwei bandförmigen, ca. 1 cm. breiten und 1 mm. dicken Stücken,
welche (wie bei B) auf nielliertem Grunde ein Ständerkreuz und mehrere
Buchstaben zeigen. Wo die vier Stücke in einander übergehen, sind
(vier) erhaben gewölbte, durchbrochene Rosetten aufgelöthet, welche
ebenso wie der gewundene Drath vergoldet gewesen sein dürften. Auf
dem behufs der Nadel eingekerbten, bandförmigen Stück liest man MA --
✠ A (ein schlecht geformtes A), auf dem anderen
nach drei ganz verwilderten Buchstaben MA. Im Ganzen sind die Zeichen
und auch die Niellierung hier weniger sorgfältig und hübsch ausgeführt
als auf der vorigen Ringfibula.

D. Der silberne Besatz von der Vorderseite eines Wammses, aus fünfzehn
Stücken bestehend, von denen immer ein Schild und zwei Thierfiguren
zusammengehören. „Damals (im 14. Jahrhundert auf der schwedischen
Insel Gotland)“, so berichtet nach Funden aus jener Periode Dr.
Hans Hildebrand[53], „verbargen die Haken und Oesen sich nicht, wie
heutzutage, anspruchslos unter den Rändern der Kleidung, sondern
waren oben aufgenäht und zeichneten sich im allgemeinen durch ihre
zierliche Ausstattung aus, mit Löwen- und Adlerfiguren zur Seite, mit
Wappenbildern oder mystischen Darstellungen auf dem Mittelstücke.“
Ebendieselbe Mode findet sich hier in Dithmarschen wieder. Es liegen
vor:

  1-4) vier resp. 21, 25 und (zwei) 27 mm. hohe, oben 19, 22 und
  (zwei) 25 mm. breite, dreieckige silberne Schilde, welche mit Niello
  ausgelegt sind und eine heraldische Lilie zeigen. Bei den drei
  größeren Schildchen ist je ein Loch in der einen Oberecke zum Behuf
  des Aufnähens durchgebohrt.

  5) ein dreieckiger, 42 mm. hoher und oben 37 mm. breiter silberner
  Schild mit geperlter Einfassung, worauf ein heraldischer, nach rechts
  gewendeter Löwe mit der Punze ausgetrieben ist; vergoldet.

  6) ein nach links gewendeter heraldischer Greif, hoch 25 mm. von
  massivem Silber gegossen; mit geringen Spuren früherer Vergoldung und
  einem durchgebohrten Loche.

  7-14) fünf nach rechts und drei nach links gewendete heraldische
  Löwenfiguren, ca. 3 cm. hoch, aus vergoldetem Silberblech, welche
  mit einer nach dem Muster des Löwenschildleins roh geschnittenen
  Punze ungeschickt ausgetrieben sind. Auch sind die Figuren nicht
  ordentlich ausgeschnitten, sondern nur Löcher zum Behuf des Aufnähens
  durchgeschlagen.

  15) eine desgl. etwas kleinere, nach links gewendete Figur, welche
  eher dem Greifen nachgebildet zu scheint.

Das betr. Wamms wurde also fünfmal zugehakt; doch ist von den
eigentlichen Haken und Oesen, welche sich unter den Schilden und
Thierfiguren verbargen, nichts mehr vorhanden.

E. Auch die folgenden Stücke waren offenbar bestimmt, als Schmuck auf
die Kleidung aufgenäht zu werden, nämlich:

28 kreisförmige, flach gewölbte Flitter von ganz dünnem Silberblech,
ca. 1 cm im Durchmesser, jede mit zwei durchgeschlagenen Löchern,

und 14 silberne Münzen, gleichfalls jede mit zwei durchgeschlagenen
Löchern; dieselben sind vergoldet, aber stark von Rost angegriffen.
Darunter befinden sich:

  1) eine Münze, 17 mm. im Durchmesser. Av. Ein Bischof, stehend
  zwischen zwei Hirtenstäben. Rev. Kopf mit Perlendiadem, von vorne;
  darunter ein etwas gekrümmter Rost (oder Leiter);

  2) ein Gros-Tournois des Königs Philipp des Schönen von Frankreich;

  3) ein Canterbury Pfenning-Sterling des Königs Eduard von England;

  4-10) sieben Lübecker Wittenpenninge, auf dem Av. der Reichsadler,
  auf dem Rev. ein Kreuz, in dessen Mitte eine vierblattförmige
  Oeffnung, worin, mindestens bei zwei Exemplaren, ein Punkt steht.
  (Geprägt in den J. 1373-79);

  11) ein Kieler Wittenpenning, mit ähnlichem Kreuz auf dem Revers;

  12. 13) zwei Lübecker Wittenpenninge, welche auf beiden Seiten im
  Perlenkreise einen Schild mit dem Doppeladler zeigen und nach 1410
  geprägt sind. In dieselbe Periode gehört auch:

  14) Ein Rostocker Wittenpenning. Av. (Stern oder Kleeblatt?) MONETA
  ROSTOKAE; Greif im Perlenkreise. Rev. Durchgehendes, schmales Kreuz
  mit einem kleinen Greifen im rechten Oberwinkel; außerhalb des
  Perlenkreises die eingetheilte Umschrift: (Stern) AIV -- ITAS -- MAG
  -- NOP (Vgl. Evers: „Meklenburgische Münzverfassung“ Theil II, S.
  391.)


F. Drei getriebene, runde Perlen, 12 mm. im Durchmesser, welche aus
einer oberen und einer unteren Hälfte zusammengelöthet und oben und
unten mit einem Oehr versehen sind. Die Oberfläche der Perlen ist
durch sechs senkrechte Furchen in sechs Felder eingetheilt, von denen
abwechselnd drei glatt, die andern drei aber mit kleinem perlförmigen
Buckeln verziert sind. An zwei Perlen hängt je ein 17 mm. langer, bis
8 mm. breiter, blattförmiger Hängezierrath, auf dem mit eingegrabenen
Strichen die Aderung eines Blattes angedeutet ist. Von Silberblech,
vergoldet.

Endlich die Hälfte einer ähnlichen Perle von vergoldetem Silberblech,
welche mit drei kleeblattförmigen Ausschnitten verziert und gleichfalls
mit einem Oehr versehen ist.

Da das Alter des Fundes durch die schon beschriebenen Münzen
bestimmt wird -- derselbe kann nicht wohl früher als um das Jahr
1415 niedergelegt sein --, so möchte ich zum Schluß nur darauf
hinweisen, daß unter all diesen Schmucksachen durchaus keine Spur von
Filigranarbeit vorkommt. Danach erscheint es mir vorläufig noch allzu
gewagt, daß man anderseits[54] einen ununterbrochenen Zusammenhang
zwischen der heimatlichen (baltischen) Silberfiligran-Industrie der
Neuzeit und dem orientalischen Silberschmuck des sog. jüngeren
Eisenalters hat annehmen wollen.

  /Kiel./                /Heinr. Handelmann./

FUSSNOTEN:

[53: Im II. Theil der illustrierten „Sveriges historia“, S. 57 u.
Fig. 58-60. Insbesondere Fig. 59 zeigt einen dreieckigen, von zwei
aufgerichteten Löwen gehaltenen Schild, worauf ein Pelikan, der sich
die Brust aufreißt, dargestellt ist. Dieser Schild verbirgt den
eigentlichen Verschluß.]

[54: J. Mestorf: Die vaterländischen Alterthümer Schleswig-Holsteins,
S. 22.]




Zwei Inschriften in Prag.


Es dürfte vielleicht von Interesse sein, den Inhalt der beiden, im
Treppenhause des böhm. Landesmuseums befindlichen Steintafeln kennen
zu lernen, der sich auf die Verkündigung der Baseler Compactaten in
der bestandenen Fronleichnamskirche auf dem jetzigen Karlsplatze in
Prag-Neustadt bezieht. Diese Kirche ward in der zweiten Hälfte des
14. Jahrhunderts in Gestalt eines sechseckigen Sternes erbaut und
diente bis 1437 zur Ausstellung der Reichsheiligthümer, zu welchem
feierlichen Akte immer eine zahlreiche Menge aus nah und ferne
zusammenströmte. -- Die letzte Ausstellung derselben, 12. April 1437,
erhielt dadurch noch eine besondere Bedeutung, daß Kaiser Sigmund und
Philibert, Bischof von Konstanz, Administrator des Prager Erzbisthums,
Legat des Concils zu Basel, in Gegenwart der Stände Böhmens und einer
unabsehbaren Menge hohen und niederen Standes in dieser Kapelle
der ganzen Welt verkündeten, die Utraquisten seien wahre Söhne der
Kirche. -- Die beiden in Rede stehenden Steintafeln hatten den
Zweck, diese hochbedeutsame Kundgebung, welche eine Periode voll der
blutigsten Gräuel zum Abschluß brachte, der Mit- und Nachwelt zum
ewigen Gedächtniß aufzubewahren. Die beiden Tafeln wurden kurz darauf
verfertigt und die mit dem böhmischen Texte gegen Osten, über dem
Fenster, die mit dem lateinischen Inhalt über einer Seitenthüre gegen
Süden eingemauert. Die böhmische Inschrift lautet:

„Leta MCCCCXXXVII z Rozkazanie Cziesarze Zigmunda a Legatuow
Basileyskych w tomto kostele ohlasseno Czesky Latinie Uhersky a
Niemecky zze Czechowé a Morawane Tielo Bozie a Krew pod dwogi zpuosobu
przigimagic gsu wierni křestiane a prawi synowé cierkwe,“ d. h. im
J. 1437 ist auf Befehl des Kaisers Sigmund und der Baseler Abgeordneten
in dieser Kirche böhmisch, lateinisch, ungarisch und deutsch verkündet
worden, daß die Böhmen und Mährer, die den Leib Gottes und das Blut
unter beiderlei Gestalten empfangen, rechtgläubige Christen und wahre
Söhne der Kirche sind. Der lateinische Text lautet:

  Anno dni MCCCCXXXVII feria VI. ante Tiburcii
  Cesaris officio cum legatis Sigismundi
  Lingwis hic quatuor sincera fides sacramenti
  Bina sub specie mundo claruit sat aperte
  Et sunt Katholici Christi calice potientes.

Von da an wurde in der Kirche regelmäßiger Gottesdienst gehalten und
das Abendmahl unter beiden Gestalten gespendet, bis nach der Schlacht
am weißen Berge die Reaktion eintrat und Kaiser Ferdinand dieselbe
1628 den Jesuiten einräumte, die gleich darauf die gegenüberliegende,
prächtige Ignatiuskirche und das jetzt als Garnisonsspital dienende
großartige Ordenshaus erbauten. In dem Besitze derselben blieb die
Fronleichnamskapelle bis zur Aufhebung des Ordens unter Maria Theresia
1773. -- Von da an nicht mehr zu gottesdienstlichen Handlungen benützt,
wurde sie 1784 als Passagehinderniß, da sie sich mitten auf dem
Karlsplatze befand, gesperrt und dem Prager Bürger Wenzel Sieber um 902
fl. verkauft. Dieser begann sofort mit der Demolierung, da er aber bei
seinem kurz darauf erfolgten Tode kaum die Hälfte des Kaufschillings
erlegt hatte, wurde sie 1791 nochmals feilgeboten und vom Stadtrath
Adelbert Eisner Ritter v. Eisenstein erstanden, der sie vollends
niederreißen ließ. Die beiden Steintafeln wurden der böhmischen
Gesellschaft der Wissenschaften zur Aufbewahrung übergeben, die sie am
Eingange der Universitätsbibliothek aufstellen ließ. Da sie jedoch an
diesem Orte leicht Beschädigungen ausgesetzt waren, wurden sie erst im
Sitzungssaale dieser Gesellschaft im Carolinum (Universitätsgebäude)
eingemauert, und als das böhmische Museum 1845 eine Stätte im ehemals
gräfl. Jos. Nostiz’schen Palaste am Graben fand, wurden diese
altehrwürdigen Zeugen einer der wichtigsten Epochen in der böhmischen
Geschichte dorthin übertragen und im Treppenhause befestigt.

  /Prag./                /Bruno Bischoff./




Eine lateinische Komödie aus dem 15. Jahrhundert.


Die in Nr. 6 des Anzeigers v. J. besprochene „Cauteraria
Comoedia“ findet sich auch in der Handschrift Nr. 3123 der Wiener
Hofbibliothek[55], über deren sonstigen reichen, durchaus dem Kreise
der humanistischen Studien angehörigen Inhalt die Tabulae codicum
Vindob. II, 206 Auskunft geben. Wir gewinnen aus dieser Wiener
Handschrift zunächst einigen Aufschluß über den Verfasser; ob einen
zuverläßigen, müßte freilich erst durch weitere Nachforschungen
dargethan werden. Das Stück führt nämlich (Bl. 108a) die Ueberschrift:
„Anthonii Barzicii Cauteraria Comedia incipit“ und endet Bl. 129a mit
den Worten: „Finit Cauteriaria (_sic!_) Comedia foeliciter Anthoni
buzarij. Georgius Schilher de Geiselhering.“ Darf man der Angabe in der
Aufschrift trauen, so wäre dieser, meines Wissens nirgends erwähnte,
Antonius Buzarius ein Angehöriger der berühmten Gelehrtenfamilie der
Barzizier gewesen, welche noch bis zu Anfang des vorigen Jahrhunderts
Sprossen trieb; s. Tiraboschi VI, 663; 1493 ff. und Adelungs
Fortsetzung zum Jöcher I, 1483.

Der Schreiber der Wiener Handschrift, Georg Schilher von Geiselhöring,
-- kaum wol /eine/ Person mit dem bekannten Meistersänger Jörg
Schilher, -- nennt sich noch unter mehreren anderen Stücken, einmal
(Bl. 164 a) mit dem Beisatze: „In studio Ingolsta(diensi)“. Dies
ist entscheidend für die Bestimmung des Alters der Handschrift. Die
Universität Ingolstadt wurde im J. 1472 gegründet, doch erst im J. 1492
wurde durch die Berufung des Conrad Celtes den humanistischen Studien
auch dort Bahn gebrochen. In diese Zeit also, in das letzte Jahrzehent
des 15. Jahrhunderts, möchte ich die Entstehung der Wiener Handschrift
setzen. Paläographische Gründe sprechen nicht dagegen. Schilher scheint
mir mit seinen sauberen, breiten, aufrecht stehenden Buchstaben sich an
die italienischen Muster der Zeit zu lehnen. Andere Hände, die an dem
Codex thätig gewesen sind, weisen ebenfalls an den Schluß des 15. und
den Anfang des 16. Jahrhunderts. Auch der Einband ist aus dieser Zeit.

Der Magister Ambrosius Alantsee, von welchem die Maihinger Handschrift
herrührt, ist wol derselbe, dessen Th. Petreius in seiner Bibliotheca
Cartusiana (Colon. 1609) S. 7 mit folgenden Worten gedenkt: „Ambrosius
Alentsenius scripsit librum vel Tractatum, qui intitulatur Foedus
Christianum: quem Auguste Vindelicorum an. 1504. in 4. impressum,
adseruat bibliotheca Cartusiae Buxianae propè Memmingam celebre
Sueuorum oppidum. Fuit vero Prior domus horti Christi, et Visitator
Prouinciae Alemanie inferioris“. Dazu am Rande: „Obijt in Germania anno
1506“. Die Kartause Hortus Christi bei Nördlingen war eine Stiftung der
Grafen von Oettingen; s. Miraeus, Origines Cartusianorum monasteriorum,
S. 51.

Auf die Verwandtschaft dieses Ambrosius Alantsee mit der Wiener
Buchdruckerfamilie gleiches Namens hat bereits Dr. Hartmann von
Franzenshuld Bedacht genommen in einem Aufsatze: „Die Buchführerfamilie
Alantsee in Wien“ in den Mittheilungen der k. k. Centralcommission zur
Erforschung der Baudenkmale, 19. Jahrgang (Wien, 1874), S. 85-87. Wenn
Herr Dr. von Franzenshuld aber den Ambrosius A. zum /Drucker/ des
von ihm verfaßten Tractates macht, so hätte ein Blick in Zapf’s Augsb.
Buchdruckergeschichte II, 14 oder in Panzer’s Annales VI, 133 ihn vor
diesem Irrthum bewahren können.

  /Wien./                /Jos. Mar. Wagner./

FUSSNOTE:

[55: Eine dritte Hs.: „Anthonii Barzray... Comedia“, findet sich bei
Scherer, St. Gallische Handschriften, S. 36 verzeichnet.]




(Mit einer Beilage.)


Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.




  BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  1879.    Nº 1.    Januar.




Chronik des germanischen Museums.


  /Nürnberg/, den 24. Januar 1879.

Der Beginn des Jahres gestaltet sich für unser Museum sehr erfreulich.
Nachdem wir im vergangenen Jahre melden durften, daß Se. kgl. Hoheit
Prinz Ludwig von Bayern die Summe von 1000 m. zu einer Stiftung
gnädigst zugesagt, nähere Bestimmung darüber jedoch vorbehalten habe,
hat nunmehr Se. kgl. Hoheit genehmigt, daß diese Summe als Beitrag zur
Ausführung einer im Augustinerhofe projektierten großen mechanischen
Uhr verwendet werde, und es haben auf gnädige Verwendung Sr. kgl.
Hoheit Ihre kgl. Hoheiten höchstdessen Herr Vater, Prinz Luitpold und
höchstdessen Herr Bruder, Prinz Leopold von Bayern je 1000 m. dieser
Stiftung zugewendet.

Die Subscription für unser Handelsmuseum hat gleichfalls erfreuliche
Fortschritte gemacht. Es haben die Handelskammer in Bochum, sowie das
Bezirksgremium für Handel und Gewerbe in Fürth je zwei, die Herren J.
S. Küstermann, E. u. Fr. v. Pfister und Fabrikbesitzer Utzschneider
in München je einen Antheilsschein gezeichnet. Gestern fand im Lokale
der hiesigen Handelskammer eine von hervorragenden Kaufleuten besuchte
Versammlung im Interesse des Handelsmuseums statt und wurde ein
Comité zur Förderung der Zwecke des Handelsmuseums, bestehend aus dem
Vorsitzenden der hiesigen Handelskammer, Großhändler von Grundherr, den
Herren Marktvorsteher v. Puscher, Direktor der Vereinsbank Max Meyer,
Tabakfabrikant Beck und Kunstmühlbesitzer Fr. Knapp, gewählt.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende /neue Jahresbeiträge/ angemeldet:

Von =öffentlichen Kassen=. =Ansbach.=
Distriktsgemeinde (statt früher 14 m. 77 pf.) 18 m.

Von =Privaten=: =Altenburg.= Dr. Löbe, Professor,
3 m.; Ranniger, Commerzienrath, 10 m.; Dr. Steidel, Medizinalrath,
3 m.; Dr. Wolf, Advokat, (statt früher 3 m.) 5 m. =Amsterdam.=
Alexander Clemen 3 m. =Ansbach.= Adolf Bayer, k. Rechtsanwalt,
3 m.; Brunner, Post- und Bahnamtsinspektor, 2 m.; Franz Heydner,
Stadtpfarrer, 6 m.; Zenetti, Oberstlieutenant, 2 m. =Berlin.=
A. Frisch, Kunst- und Verlagsanstaltbesitzer, 10 m.; Baron Hugo von
Linstow, k. Hauptmann, 3 m.; Max Mai, Buchhändler, 6 m.; Rud. Otto,
Edelsteingraveur, 3 m.; H. Pohlmann, Bildhauer, 3 m. =Bielefeld.=
O. Gülker 3 m. =Cöln.= L. Levy, Banquier, 5 m.; Dr. Rosenthal,
Beigeordneter, 6 m. =Dresden.= Alfred Bach, Rentier, 10 m.
=Kempten.= Ph. Häuser, Anwaltssubstitut, 1 m.; K. Schelle,
Gymnasialprofessor, 2 m. =Leutkirch.= E. Holstein, jun. 1 m.
=Nürnberg.= Carl von Fürer, Secondlieutenant, 4 m.; Wilh. Kern, k.
Bauamtmann, 5 m.; Max Meyer, Direktor der Vereinsbank, 10 m.; Rudolf
Ordner, Telegraphist, 3 m. /Prag./ Hans Baßler 2 m.; Bruno Bischof
2 m. =Roth.= August Haupt, prakt. Arzt, 2 m. =Tuchel.= Bars,
Catasterkontroleur, 3 m.

/Einmalige/ Beiträge wurden gegeben:

Von =~Privaten~=: =Dresden.= J. H. Pilz, Rentier, 10 m.
=Werneck.= Pius Wiesner, Curatus, 5 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen. (Nr. 8071-8086.)

=Amberg.= /Kgl. Gewehrfabrik/: 3 Modelle von Arbeitsmaschinen. --
=Eybach.= /Curt Graf v. Degenfeld-Schonburg/: Porträt des Marschalls
Friedr. v. Schomberg. Alliancewappen der Raugräfin Louise von der
Pfalz. Gräfl. Degenfeld-Schonburg’sches Wappen. Kupferstiche. --
=Hamburg.= /Kunze/, Oberpostamtssekretär: Kupfermedaille der Stadt
Hannover auf die fünfzigjährige Jubelfeier der Schlacht bei Waterloo.
1865. -- =Isny.= /Romuald Henger/, Wagnermeister: Bauerngürtel. 18.
Jahrh. -- =Kupferzell.= /F. K. Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg/, Durchl.:
Reproduction des Porträts des Ulrich Grundherr. -- =Leipzig.= /E. A.
Seemann/, Verlagshandl.: Kunsthistorische Bilderbogen. Vollständige
Sammlung. -- =Mainz.= /Fr. Schneider/, Dompräbendat u. Subcustos: 2
Flugblätter. Kupferstiche. 18. Jahrh. -- =Messina.= /Dr. Bamberg/,
kais. deutscher Generalconsul: Großes Gemälde des Thadd. de Alemania.
-- =München.= /C. Schweigel/, Xylograph: 15 Bll. Probedrucke.
Arbeiten des Hrn. Geschenkgebers. -- =Nürnberg.= /Hertel/, Kaufmann
und Magistratsrath: Degen des 18. Jahrh. /Dr. Hiller/, Verificator:
Gesticktes leinenes Handtuch vom 16. Jahrh. /Neumark/, Kaufmann:
Mehrere Bilderbögen vom Beginne des 19. Jahrh. /Ungenannter/:
Verschiedene auf das 400jährige Jubiläum der Buchdruckerkunst
bezügliche Flugblätter. /Zimmermann/, Zeichner: Beinschraube,
Folterinstrument. 17. Jahrh. -- =St. Petersburg.= Hofmarschall /Frhr.
v. Rosen/, Excell.: Miniaturporträt des Staatsministers Frhrn. v.
Stein. -- =Reichenberg.= /Curatorium des Kunstgewerbemuseums/: Jos. R.
v. Führich’s Original-Compositionen aus d. Leben 1815-25. 1. Lfg. --
=Zeitz.= /G. Sommer/, k. Bauinspektor: Originalgroße Zeichnung eines
Teppichs aus d. 14. Jahrh. im Rathhause zu Zeitz.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 38,812-38,989.)

=Agnetheln= (Siebenb.). /Fr. Fr. Fronius/, evangel. Pfarrer: Ders.,
Bilder aus dem sächs. Bauernleben in Siebenbürgen. 1879. 8. --
=Augsburg.= B. /Schmid/’sche Verlagsh. (A. Manz): Steichele, das
Bisthum Augsburg; 28. Heft. 1878. 8. -- =Berlin.= /K. Akademie der
Wissenschaften/: Philolog. u. histor. Abhandlungen aus dem J. 1877.
1878. 4. /A. Cohn/, Buchh.: v. Maltzahn, deutscher Bücherschatz
d. 16., 17. u. 18. bis um die Mitte des 19. Jhdts. 1875. 8. /A.
Conze/: Ders., Theseus u. Minotaurus. 1878. 4. /Ferdin. Dümmler/’s
Verlagsbuchh.: Vasari, vita di Raffaello da Urbino, hg. v. H. Grimm.
1876. 8. Adami, Luise Königin von Preußen. 7. Aufl. 1876. 8. Virchow,
Beiträge zur physischen Anthropologie der Deutschen; 2. Abdr. 1877.
4. Voigt, Geschichte des brandenburg.-preuß. Staates; 3. Aufl. 1878.
8. /Otto Jancke/, Verlagsbuchh.: Springer, Anna Amalia von Weimar
u. ihre poet. Tafelrunde; 2 Bde. 8. Hartmann, die Denkwürdigkeiten
des Kanzlers Hory. 1876. 8. /Eugen Schöpplenberg/: Ders., Clevische
Bürgerschaft. 1673. 2. Lehenrevers Eberhard’s v. Schöpplenberg v. 7.
Juni 1575. Facsim. -- =Bern.= /Dalp/’sche Buchh. (K. Schmid): Hebler,
Aufsätze über Shakespeare; 2. Aufl. 1874. 8. /Histor. Verein des
Kantons Bern/: Ders., Archiv etc.; Bd. IX, 3. H. 1878. 8. Katalog
der Bibliothek etc. 1876. 8. Katalog der Flugschriftensammlung etc.
1878. 8. Sterchi, J., Nettiswyl u. das ehemalige Cluniacenser-Priorat
daselbst. 1878. 8. -- =Bonn.= /Verein von Alterthumsfreunden im
Rheinlande/: Ders., Jahrbücher etc.; 64. Heft. 1878. 8. -- =Breslau.=
/Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur/: Dies., 25.
Jahres-Bericht etc. 1878. 8. Dies., Fortsetzung des Verzeichnisses
der in den Schriften der schles. Gesellschaft f. v. C. von 1864-1876
incl. enthaltenen Aufsätze. 8. /Schletter/’sche Buchhandl. (F. Franck):
Birlinger, aus Schwaben; Bd. I u. II. 1874. 8. -- =Brünn.= /Mähr.
Landesausschuß/: Dudik, Mährens allgem. Geschichte; Bd. V, VI u. VII.
1870, 75, 76. 8. -- =Detmold.= /Meyer/’sche Hofbuchhandl.: Thorbecke,
Detmold u. der Teutoburger Wald. 1875. 8. Ders., Zur Geschichte des
Hermannsdenkmals. 1875. 8. Erinnerung an das Hermanns-Denkmal. 8.
Hobirk, Wanderungen auf dem Gebiete der Länder- u. Völkerkunde; Bd.
I-XXV. 8. -- =Dresden.= /Herm. Burdach/, kgl. Hofbuchh.: Knothe,
Geschichte des sogen. Eigenschen Kreises in der k. sächs. Oberlausitz.
1870. 8. Ders., Geschichte des Jungfrauenklosters Marienstern. 1871.
8. Zöllner, d. deutsche Kirchenlied in der Oberlausitz. 1871. 8.
Sonderabdr. Domherr E. Heine in seinem Lebensgange. 1874. 8. Naumann,
Literatur über Lessing’s Nathan. 1867. 8. Sonderabdr. Erinnerungen an
Heinr. Wilh. v. Zeschau; 2. Aufl. 1866. 8. Gräße, Sachsens Fürsten aus
dem Hause Wettin. 1876. 8. Börner-Sandrini, Erinnerungen einer alten
Dresdnerin. 1876. 8. Aus dem Archive der Familie von Carlowitz. 1875.
8. /Louis Ehlermann/, Verlagsh.: Gödeke, Grundriß zur Geschichte der
deutschen Dichtung; Bd. III, 4. u. 5. Hft. 1877. 8. /C. C. Meinhold
u. Söhne/, Buchh.: Fleckles, Carlsbad; 3. Aufl. 8. Petzold, die Rose;
2. Aufl. 8. /Verwaltung der k. Sammlungen für Kunst u. Wissenschaft/:
Dies., Bericht etc. in den J. 1876 u. 1877. 1878. 4. -- =Elberfeld.=
/Sam. Lucas/, Buchh.: Krafft, Briefe und Documente aus der Zeit der
Reformation. 8. -- =Freiburg i. Br.= /Kirchl.-histor. Verein für
Geschichte u. Alterthumsk. u. christl. Kunst der Erzdiöcese Freiburg/:
Ders., Freiburger Diöcesan-Archiv; 12. Bd. 1878. 8. -- =Gera.= /C. B.
Griesbach/’s Verlag: Hirt, actenmäßige Darstellung der Mordprozesse
wider Franz Bernhard Schlörr. 1875. 8. -- =Giessen.= /Universität/:
Zuwachs-Verzeichniß der großherz. Universitäts-Bibliothek im J. 1877.
8. Oncken, der preuß.-hessische Zollverein vom 14. Febr. 1828. 1878.
4., u. 6 weitere akadem. Gelegenheitsschriften. -- =Göttingen.= Dr. G.
/Hanssen/, Professor: Ders., landwirthschaftliche Zustände früherer
Zeiten in nordfriesischen Gegenden. 1878. 8. Sonderabdr. /Vandenhoeck
u. Ruprecht’s Verlag/: Müldener, bibliotheca historica; Jahrg. 1878. 1.
Hft. 8. -- =Graz.= /Dr. Friedr. Pichler/, Univers.-Professor: Ders.,
Bericht über die von Sr. Maj. dem Kaiser dotierten archäologischen
Grabungen in den Gebieten von Solva u. Teutra. 1878. 8. Sonderabdr.
-- =Hamburg.= /Otto Meißner/, Verlagsh.: Die Stadt Hamburg etc.;
topograph. u. histor. dargestellt. 1875. 8. /Arnold Otto Meyer/:
Tabellarische Uebersichten des Hamburgischen Handels im J. 1866. 1867.
4. Statistik des Hamburgischen Staats. Heft I. 1867. 4. /Verwaltung der
Kunsthalle/: Verzeichniß der Kupferstich-Sammlung in der Kunsthalle
zu Hamburg. 4. -- =Hannover.= /Hahn’/sche Buchhandl.: Struckmann, d.
obere Jura der Umgegend von Hannover. 1878. 8. -- =Helsingfors.= /A.
Heikel/: Bidrag til kännedom af Finlands natur och folk; 29. H. 1878.
4. /Finnische Literatur-Gesellschaft/: Suomi; toinen jakso, 2., 7.,
9. osa. 1864, 68, 71. 8. Aspelin, suomalais-ugrilaisen muinaistut
kinnon alkeita. 1875. 8. Pipping, förteckning öfver i tryck utgifna
skrifter på Finska. 1856-57. 4. -- =Jena.= /Herm. Costenoble/,
Verlagsh.: Athenaeum, hrsg. v. Reich, Jahrg. I u. II, 1. 1875 u.
1876. 8. Briefwechsel Alex. v. Humboldts mit Heinrich Berghaus; 3
Bde. 2. Ausg. 1869. 8. Noë, Robinson in den hohen Tauern; 3 Bde.
1875. 8. Freihold, die Lebensgeschichte der Menschheit; I. Bd. 1876.
8. Gutzkow, Säkularbilder. 8. Ders., zur Geschichte unserer Zeit. 8.
Ders., Börne’s Leben. Ueber Göthe im Wendepunkte zweier Jahrhunderte.
8. /Gustav Fischer/, Verlagsh.: Schultze, Geschichte der Renaissance.
I. Bd. 1874. 8., Eucken, über den Werth der Geschichte der Philosophie.
1874. 8. Schmidt, Pariser Zustände während d. Revolutionszeit v.
1789-1800. 1874-76. 8. Schultze, Kant u. Darwin. 1875. 8. Görres,
Kritische Untersuchungen über die Licinianische Christenverfolgung.
1875. 8. Kind, Theologie u. Naturalismus in d. altchristlichen Zeit.
1875. 8. Molitor, der Verrath von Breisach 1639. 1875. 8. Muther, zur
Geschichte der Rechtswissenschaft und der Universitäten in Deutschland.
1876. 8. Döring, die Kunstlehre des Aristoteles. 1876. 8. /Ed.
Frommann/, Verlagsh.: Ders., Aufsätze zur Geschichte des Buchhandels
im 16. Jhdt. Heft I: Frankreich. 1876. 8. Der Weinschwelg, hg. v.
Schröer. 1876. 8. -- =Innsbruck.= /Freih. Leop. v. Borch/: Ders.,
die letzten Erben des Wappen der regierenden Grafen von Querfurt,
Burggrafen zu Magdeburg etc. 1878. 4. -- =Karlsruhe.= /Macklot/’sche
Buchh.: Die Verfassungs-Urkunde für das Großh. Baden 1873. 8. /Chr.
Fr. Müller/’sche Hofbuchh.: Becker, Heerwesen u. Soldatenleben der
Deutschen zur Zeit des 30jähr. Krieges. 1875. 8. -- =Kassel.= /Th.
Kay/, Hofbuchh.: Thomas a Kempis, d. Nachfolge Christi, hg. v. Ebert.
1874. 4. v. Neumann, d. wichtigsten Angaben über die Handfeuerwaffen
aller Länder. 1878. 4. Beneke, Justus von Liebig’s Verdienste um
die Förderung der pract. Medicin. 1874. 8. Sonderabdr. -- =Kiel.=
/Naturwissenschaftl. Verein f. Schlesw.-Holstein/: Ders., Schriften
etc.; Bd. III, 1. Hft. 1878. 8. -- =Königsberg i. Pr.= /C. Th.
Nürmberger/’s Buchh.: Voigtgast, Tafel zur Angabe des Wochentages vom
1. Januar, vom J. 525 ab bis zum J. 1925. 1876. 8. -- =Leipzig.= /F.
A. Brockhaus/, Verlagsh.: Shakespeare, König Heinrich VIII., hg. v.
Bodenstedt. 1878. 8. Wander, deutsches Sprichwörter-Lexicon; 67. Lfg.
1878. 8. /Dörffling u. Franke/, Verlagshandl.: Kahnis, die deutsche
Reformation; I. Bd. 1872. 8. Preger, Geschichte der deutschen Mystik
im Mittelalter; I. Th. 1874. 8. Kahnis, der innere Gang des deutschen
Protestantismus; Th. I. II. 3. Aufl. 1874. 8. /J. C. Hinrichs/’sche
Buchh.: Peschel, über eine italien. Weltkarte aus der Mitte des 16.
Jahrh. 1872. 8. Sonderabdr. Piscator, Lebensbilder. 3. Aufl., 2 Bde.
1875. 8. Tobler, descriptiones terrae sanctae ex saec. VIII. IX. XII.
et XV. 1874. 8. /Lausitzer Prediger-Gesellschaft/: Jahresbericht der
Lausitzer Prediger-Gesellschaft zu Leipzig; 4. Mittheilung. 4. /E.
Lucius/, Buchh.: Falkenstein, Geschichte des Johanniter-Ordens; 2.
Aufl. 1867. 8. Vehse, Kaiser Otto d. Gr. 2. Aufl. 1867. 8. Wuttke,
d. Völkerschlacht bei Leipzig. 1863. 8. Lucius, Otto d. Große; 1.
u. 2. Th. 1877. 8. Ders., Adelheid von Burgund, 2. Aufl. 1876. 8.
Ders., Führer durch das Saal- u. Schwarzathal; 2. Aufl. 1876. 8.
/Ed. Heinrich Mayer/, Buchh.: Was ist Geschichte? 1874. 8. /Freih.
v. Seckendorff/, Regierungsrath: Geschichte des kurfürstl. hess.
Familien-Fideicommisses. 1878. 4. -- =Leisnig.= /Geschichts- u.
Alterthums-Verein/: Ders., Mittheilungen etc.; V. Heft. 1878. 8. --
=Mannheim.= /Alterthumsverein/: Inuentarium vber den Kirchen Ornat In
deß Hochlobl. Ritterl. Teutschen ordens Capellen zu St. Elisabethen
In Nürnberg. 1670. 2. Hs. -- =München.= /Histor. Commission bei der
k. b. Akademie der Wissenschaften/: Briefe und Acten zur Geschichte
des dreißigjährigen Krieges; IV. Bd. 1878. 8. /Lindauer/’sche
Buchh.: Noë, Brennerbuch. 1869. 8. v. Kobell, über Pflanzensagen
u. Pflanzensymbolik. 1875. 8. Kastner, Martin Deutinger’s Leben u.
Schriften; I. Bd. 1875. 8. Sparschuh, Kelten, Griechen, Germanen. 1877.
8. /Carl Merhoff/’s Verlag: Held, d. Antheil d. bayer. Armee an d.
Nationalkriege gegen Frankreich i. J. 1870. 8. Porges, das Bühnenspiel
in Bayreuth. 1876. 8. Aus dem neuen Reich, 1871-78; 1. u. 2. H. 8. /K.
bayer. Staatsministerium d. I. f. Kirchen- u. Schul-Angel./: von Löher,
das Geheimniß des Röckl’schen Metallabgusses von Siegeln und Medaillen.
-- =Nürnberg.= /Dr. Carl M. G. Frommann/, Studienlehrer: Ders., Versuch
einer grammatischen Darstellung der Sprache des Hans Sachs. I. Thl.:
zur Lautlehre. 1878. 8. Pr. /Karl Ueberhorst/: Westermann’s illustrirte
deutsche Monats-Hefte; 3. F., Nr. 57. 1857. 8. /Ungenannter/: Arthur,
Herzog von Wellington. 1817. 8. Jansen, die Aechtheit der Holbein’schen
Madonna in Dresden. 1871. 8. Fiedler, Geschichte des römischen Staates
u. Volkes; 3. Aufl. 1839. 8. Gerber, Grundzüge eines Systems des
deutschen Staatsrechts; 2. Aufl. 1869. 8. Stern, das Oberammergauer
Passionsspiel. 1871. 8. Reneé, die Nichten Mazarin’s 1858. 8. Das Duell
in seiner moral. u. gesellschaftl. Berechtigung. 1871. 8. -- =Paris.=
/Societé Française d’archéologie/: Congrès archéologique de France;
44. session. 1878. 8. -- =Quedlinburg.= /H. C. Huch/, Buchhandl.:
v. Schmidt-Phiseldeck, Geschichte der Edlen von Biewende und ihrer
Herrschaft im 13. Jahrh. 1875. 8. -- =Rudolstadt.= /Müller/’sche
Buchhdl.: Haushalter, ein Schwarzburger Dichter. 1875. 8. Anemüller,
Joh. Friedrich, Fürst zu Schwarzb.-Rudolstadt. 1721-67. 1864. 8.
Sigismund und Klußmann, zum Gedächtniß an Schiller’s hundertjähr.
Geburtsfeier. 1859. 8. Schmiedeknecht, Gumperda u. seine Umgebung. 8.
Meurer, Schmetterlinge der Umgegend von Rudolstadt. 8. Sigismund, was
das Schwarzburger Land erzählt. 1874. 8. Leo, Streiflichter über das
Verhältniß der jüd., röm. u. german. Welt zum Christenthum. 1877. 8.
-- =St. Gallen.= /Histor. Verein des Cantons St. Gallen/: Ders., St.
Gallische Gemeinde-Archive. Der Hof Krießern, bearbeitet von Hardegger
u. Wartmann. 1878. 8. v. Watt, deutsche historische Schriften; II. Bd.
1877. 8. Der Kanton St. Gallen in der Restaurationszeit. 1878. 4. --
=Stettin.= /Th. v. der Nahmer/, Verlagshdl.: Kern, Ludwig Giesebrecht
als Dichter, Gelehrter u. Schulmann. 1875. 8. Giesebrecht, das Wunder
in d. deutschen Geschichtschreibung in unserer Zeit. 1868. 8. Wieseler,
Geschichte des Bekenntnißstandes der luther. Kirche Pommerns bis zur
Einführung der Union. 1870. 8. Franck, Paulus vom Rode. 1868. 8.
Sonderabdr. Klempin, Stammtafeln des Pommersch-Rügischen Fürstenhauses.
1870. 4. -- =Stuttgart.= /Julius Maier/, Verlagshdl.: Andree,
Geographie des Welthandels; Bd. I. II u. III, 1, a. b. 2. 1877. 8.
Sigel, d. württemberg. Sanitätszüge in den Kriegsjahren 1870 u. 1871.
1872. 8. Brasch, die deutsche Grammatik und ihre Schwierigkeiten. 1874.
8. Andree, wendische Wanderstudien. 1874. 8. Scheck, 500 germanische
Sprachstämme in der französ. Sprache. 1875. 8. /Meyer u. Zeller/’s
Verlag (Friedr. Vogel): Böhringer, die Kirche Christi u. ihre Zeugen;
2. Aufl. VII-XI, 2. 1875-78. 8. Reber, Geschichte der deutschen Kunst
etc., Lief. 3-6. 8. -- =Trier.= /Fr. Lintz/’sche Verlagshndl.: Strange,
Genealogie der Herren und Grafen von Velbrüggen; neue Ausg. 1878. 8.
-- =Tübingen.= /H. Laupp/’sche Buchhndlg.: v. Wagner, das Jagdwesen in
Württemberg unter den Herzogen. 1876. 8. Palmer, die Gemeinschaften
und Sekten Württembergs. 1877. 8. v. Kern, geschichtl. Vorträge und
Aufsätze. 1876. 8. v. Mohl, geschichtl. Nachweisungen über die Sitten
und das Betragen der Tübinger Studirenden während d. 16. Jahrh.;
2. Aufl. 1871. 8. Candidatenfahrten aus den Papieren eines schwäb.
Pfarrers. 1876. 8. Geldner u. Kägi, siebenzig Lieder des Rigveda
übersetzt. 1875. 8. Köstlin, Geschichte der Musik. 1875. 8. Köstlin,
Goethe’s Faust, seine Kritiker und Ausleger. 1860. 8. Köstlin, Hegel in
philosoph., politischer und nationaler Beziehung. 1870. 8. Rapp, das
goldene Alter der deutschen Poesie; 2 Bde. 1861. 8. Quenstedt, Epochen
der Natur; 2. Ausg. 1877. 8. Ders., geolog. Ausflüge in Schwaben. 1864.
8. Ders., Sonst u. Jetzt. 8. Friedberg, Aktenstücke, die altkatholische
Bewegung betreffend. 1876. 8. /Lebrecht Lenssen/: Ders., Beiträge zur
Kritik Hildesheimer Geschichtsquellen des elften Jahrhunderts. 1878.
8. /J. C. B. Mohr/, akadem. Verlagshndl. (H. Laupp’sche Buchhndl.):
Rothe, Vorlesungen über Kirchengeschichte, hg. v. Weingarten. 2.
Ausg. 1875. 8. -- =Wernigerode.= /Dr. Ad. Friederich/, Sanitätsrath:
Ders., crania Germanica Hartagowensia. 1865. 4. Ders., Abbildungen
von mittelalterlichen u. vorchristlichen Alterthümern in den Gauen
des vormaligen Bisthums Halberstadt. 1872. 4. Ders., Beiträge zur
Alterthumskunde d. Grafsch. Wernigerode. III. 1877. 4. -- =Wien.=
/Leseverein der deutschen Studenten Wiens/: Ders., Jahresbericht über
das VII. Vereinsjahr 1877-78. 1878. 8. -- =Zittau.= /Dr. A. Moschkau/:
Ders., aus unseren Bergen; VIII. 8.

       *       *       *       *       *

Wegen Raummangels kann das Verzeichniß der im Jahre 1878 uns
zugekommenen Zeitungen und Zeitschriften erst in folgender Nummer
mitgetheilt werden.


III. Für das Archiv.

(Nr. 4595-4603.)

=Hamburg.= /Kunze/, Oberpostamtssekretär: Verschreibung des
Pfarrherrn, Bürgermeisters und Kastenmeisters zu Biedenkopf an die
geistlichen Lehen oder Stipendien für Beflissene aus allen Fakultäten,
besonders der Theologie, über einen jährlichen Beitrag von zwanzig
Gulden, an die Einwohner zu Marburg zu entrichten. 1559. Perg. --
Verschreibung des Pfarrherrn, Bürgermeisters und Kastenmeisters zu
Großenlinden an die geistlichen Lehen oder Stipendien u. s. w. über
einen jährlichen Beitrag von fünfundzwanzig Gulden, an die Einwohner
zu Marburg zu entrichten. 1559. Perg. -- Versicherung des Pfarrers,
Bürgermeisters und Rathes sammt den Schulvorstehern der Stadt Grünberg,
auf Begehren des Landgrafen Georg von Hessen, über zehn Gulden
jährlichen Zuschuß zu den schon bewilligten vierzig Gulden für die
Studierenden auf der hohen Schule zu Gießen. 1629. Perg. -- Lehenbrief
Burchards von Bordtfeld, stiftshildesheimischen Schatzrathes, an Jürgen
Oberch, über einen halben Hof zu Sorringsen im Gerichte Burchtorfe und
den Großhof hinter Danhorst. 1656. Perg. -- Lehenbrief der Vormünder
Curts von Bordtfeld für Jürgen Schlüter, sonsten Meier genannt, über
einen Hof zu Garkessen, eine Wiese bei dem Alsen-Stege im Gerichte
Burchtorfe und etliche Güter zu Hülptingsen. 1666. Perg. -- Lehenbrief
Franzens, Freiherrn zu Frentz u. Kendenich, Herrn zu Hemmerich u. s. w.
an Heinrich Johann von Sohde und dessen Anverwandte, über zwei Hufen
Landes, fünf Kothöfe und die Söldenwiese bei Gleidingen. 1709. Perg.
-- Lehenbrief Jobst Edmund Marias Freiherrn von Brabeck an Hans Oberg
aus Burgtorf über einen halben Hof zu „Sorgensen und einen Großhof
hinter der Damhorst im Gerichte Burgtorf.“ 1768. Perg. -- Lehenbrief
Johann Burchards von Ilten für den Leutnant Moriz von Sohden und
seine Anverwandten über den halben Zehenten zu Ilten, dritthalb Hufen
Landes und einem Meierhof sammt der Kotstätte zum Ronnenberg und noch
andere Güter daselbst. 1723. Perg. -- Lehenbrief Ferdinands, Bischofs
zu Korvey, für Vehr Rolf und Johann Rüsch jun. im Kirchspiele Wesewe
über anderthalb vierten Theiles Erbe Fölsing und Dircken, in demselben
Kirchspiele gelegen, sammt dem sogenannten Hundewinkel. 1796. Perg.




Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.


/Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in
Böhmen./ XVII. Jahrg. Nr. II. Redigirt von Dr. Schlesinger. Prag.
1878. 8.

Wallenstein und Arnim im Frühjahre 1632. Von Dr. Hallwich. -- Herzogs
Rudolf III. von Oesterreich Einsetzung zum Könige von Böhmen im
Jahre 1306. Von Adalb. Horcička. -- Beiträge zur Geschichte der
hussitischen Bewegung. Nachträgliche Bemerkungen zu dem Magister
Adalbertus Ranconis de Ericinio. Von Dr. J. Loserth. -- Franz Alexander
Heber. Von Fr. Bernau. -- Miscellen. -- Vereinsangelegenheiten.

/Die graphischen Künste./ Redigirt von Dr. Oscar Berggruen.
Herausgeg. von der /Gesellschaft für vervielfältigende Kunst/.
Jahrgang I. Heft I. Wien. 1879. Fol. 36 u. 20 Spalten. Moriz von
Schwind. -- Literatur.

/Der Kirchenschmuck. Blätter des christl. Kunstvereines der Diöcese
Seckau./ 1878. IX. Jahrg. Nr. 12. Graz. 8.

Die Pfarrkirche St. Maria zu Hirschegg. (Schluß.) -- Der König der
Instrumente. (Forts.) -- Der Löwe als Symbol in der Kunst. (Schluß.) --
Ueber Ausstattung und Ausschmückung christlicher Kunst. Das Votivbild
der Eggenberger am Dome zu Graz. (Mit Abbild.) -- Reisenotizen.
(Schluß.) -- Notizen etc.

/Die Wartburg./ Organ des /Münchener Alterthumsvereins/. V.
Jahrg. Zeitschrift für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der
Neuzeit. Redacteur: Carl Förster. Nr. 10-12. 1877/78. München. 1878. 8.

Aecht oder gefälscht? Von Carl Friedrich. -- Die Kunstschätze im kgl.
Maximilianeum in München. Von Rs. -- Das Kunstgewerbe in Deutschland
noch einmal. -- Vereinsangelegenheiten. -- Kleine Mittheilungen. --
Literatur etc.

/Kunst und Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher
Kunst-Industrie./ Herausgeg. vom /Bayrischen Gewerbemuseum/
zu Nürnberg. 12. Jahrg. 1878, Nr. 48, u. 13. Jahrg., 1879, Nr. 1-4.
Nürnberg. 1878 u. 79. 8.

Aus dem Nürnberger Gewerbe-Leben des 16. Jahrh. Meister und Gesellen.
(Schluß.) -- Augustin Hirschvogel. Von O. v. Schorn. -- Die alten
kunstgewerblichen Arbeiten in der Gewerbe-Ausstellung zu Hannover.
Von Dr. Richard Steche. -- Kleine Nachrichten. -- Literatur etc.
Abbildungen: Hostien-Schachtel. (17. Jahrh.) -- Glasgemälde. (Anf. d.
16. Jahrh.) -- Hausthüre. (17. Jahrh.) -- Entwurf eines Schmuckes.
Orginalzeichnung von D. Raschka, Goldarbeiter in Nürnberg (1770.) --
Buchdeckel (16. Jhdt.) -- Standuhr. Deutsche Arbeit aus dem 16. Jhdt.

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./
Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst und Gewerbe/. Redig. von Dr.
Otto von Schorn. Sechster Jahrgang, Nr. 1 u. 2.

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Notizen. etc.

/Freiburger Diöcesan-Archiv./ Organ des /kirchlich-historischen
Vereins für Geschichte, Alterthumskunde und christliche Kunst der
Erzdiöcese Freiburg/ mit Berücksichtigung der angrenzenden Diöcesen.
Zwölfter Band. Freiburg, Herder. 1878. 8.

Beiträge zur Geschichte des Landcapitels Rottweil. Von Dr. Glatz.
Beiträge zur Geschichte der Pfarreien in den Landcapiteln Gernsbach und
Ettlingen: Niederbühl etc, etc. Von Trenkle. -- Urkunden des Klosters
Beuron. Mitgetheilt von Lichtschlag. -- Beiträge zur Pfarrgeschichte v.
Ravensburg. Von Dr. Knöpfler. -- Beiträge zur Geschichte des ehemaligen
Klosters und Oberamtes Wald. Von Dr. Hafner. -- Bestätigungsbrief des
Klosters Wald. Mitgetheilt von Zell. -- Nachtrag zum Leben des Paters
van der Meer. Von Dr. Bader. -- Heinrich Bullinger’s Alemannische
Gedichte. Nach der Handschr. des Verfassers hrsgeg. von Dr. König.
-- Klosternekrologien. Gesammelt von Dr. P. Gams, mit Ergänzungen
von Zell. -- Catalogus religiosorum monasterii Rhenaugiensis. Von F.
Waltenspül u. A. Lindner. -- Kleinere Mittheilungen.

/Mittheilungen des Geschichts- und Alterthums-Vereins zu Leisnig im
Königreiche Sachsen./ V. Heft. Zusammengestellt und im Auftrage des
Vereins herausgeg. von Dr. med. C. M. Müller. Leisnig. 1876. 8.

Der Leinewebermeister Joh. Kamprad, Verfasser der zweiten
gedruckten Chronik von Leisnig. Von C. W. Hingst. -- Das ehemalige
Cistercienser-Kloster Buch oder Ilgenthal bei Leisnig. Von H.
Altendorff. -- Die Verheerungen der Pest in und um Leisnig vom 15. bis
17. Jahrhundert. Von C. W. Hingst. -- Nachrichten aus dem Knopfe des
kleinen Thurmes der Stadtkirche St. Matthaei zu Leisnig. Von Hofmann.
-- Vereinsangelegenheiten.

/Philologische und historische Abhandlungen der k. Akademie der
Wissenschaften zu Berlin/. Aus dem Jahre 1877. Berlin, 1878. 4. 195
Stn. Mit 1 Tafel.

/Monatshefte für Musikgeschichte/, herausg. v. d. Gesellschaft für
Musikforschung. X. Jahrg., 1878. Nr. 11-12. Berlin. 1878. 8.

Samuel Scheidt und dessen Dedicationsschrift bei Ueberreichung seines
Orgeltabulaturwerkes an den Kurfürsten von Sachsen Johann Georg I. im
Jahre 1624. Von Otto Kade. -- Leonhard Lechner. (Forts. u. Schluß.)
Von Robert Eitner. -- Aus meiner Bibliothek. IV. Von Georg Becker.
Verzeichniß der Bücher, Musikalien und Bildnisse im Besitze der
Gesellschaft für Musikforschung. -- Literatur. -- Mittheilungen. --
Anzeigen etc.

/Zeitschrift für Ethnologie./ Organ der Berliner /Gesellschaft
für Anthropologie/, /Ethnologie/ und /Urgeschichte/. Unter
Mitwirkung des zeitigen Vorsitzenden derselben, R. Virchow, herausg.
von A. Bastian u. R. Hartmann. Zehnter Jahrgang, 1878. Heft IV. Mit
Taf. XII u. XIII. Berlin. 1878. 8.

Die prähistorischen Bildschnitzereien mit besonderer Rücksicht auf das
benutzte Rohmaterial im Keßlerloch bei Thayngen. Von Dr. O. Fraas.
-- Vorhistorische Gräber bei Čzekanow und Niewiadoma in Polen.
Mitgeth. von Albin Kohn. -- Miscellen. -- Literatur.

/Schriften des naturwissenschaftlichen Vereins für
Schleswig-Holstein./ Band III. 1. Heft. Kiel. 1878. 8. Mit 2
lithogr. Tafeln.

Ueber Volks- und Geheimmittel. Von Dr. A. Heller.

/Blätter für Münzfreunde./ Numismatische Zeitung. /Organ
des Münzforscher-Vereins./ Herausg. von H. Grote. Vierzehnter
Jahrgang. Nr. 66-72, vom 15. Febr. bis 15. Novbr. 1878. 1878. 4. Mit 4
lithograph. Tafeln.

Bronze-Medaille auf Alfonso de Valdes 1531. Von Th. St. -- Münzfunde
auf dem Welfsholze. Von dems. -- Marken und Zeichen der Stadt Leipzig.
(Forts.) -- Bracteatenfund bei Altenburg a. d. S. Von Köhler. -- Der
Münzfund in Beyersdorf. Von Ad. Glatz. -- Münzfunde in Baiern. Von C.
F. Gebert. -- Die Münzen der Herren von Rappoltstein. Von H. G. --
Erzbischöflich Bremischer Halb-Ort. -- Nachgeahmter Denar des Augustus.
Von Ad. Schultz. -- Gräflich Schwarzburgischer Kippergroschen. --
Münzmeister Hans Apfelfelder. Von C. F. Gebert. -- Der Mescheriner
Thalerfund. Von Stenzel. -- Die Braunschweig-Lüneburgischen
Gutegroschen. Von Wolff. -- Dornburg Münzstätte zur Kipperzeit. --
Camin oder Sachsen? Von M. Schmidt. -- Literatur. -- Anfragen. --
Berichtigung etc. etc.

/Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande./
Heft LXIV. Bonn. 1877 u. 1878. 8.

Der Rhein im Alterthum. Von L. Urlichs. -- Römische Heerstrassen
zwischen Maas und Rhein. Von J. Schneider. (Mit Abbild.) -- Ein neues
römisches Castell in Britannien. Von E. Hübner. (Mit Abbild.) --
Beiträge zu den römischen Alterthümern der Rheinlande. Von dems. (Mit
Abbild.) -- Der keltische Gott Merdos und der arische Mithros. Von
Karl Christ. -- Datirbare Inschriften aus dem Odenwalde und Mainthal.
Von dems. -- Die antiken Denkmäler der Kölner Privatsammlungen. Von H.
Dütschke. (Mit Abbild.) -- Ueber eine goldene Fibula aus Etrurien. Von
dems. (Mit Abbild.) -- Römisches Denkmal in Merten. Von F. X. Kraus.
(Mit Abbild.) -- Ausgrabungen römischer Alterthümer im Regierungsbezirk
Trier im Jahre 1878. Von F. Hettner. --

Datirte Grabmäler des Mittelalters in den Rheinlanden. Von E. aus’m
Weerth. (Mit Abbild.) -- Römische Gläser. b) Heidnische und christliche
Glaskelche und Patenen. Von dems. (Mit Abbild.) -- Das Haus des Herzogs
von Brabant zu Köln. (Fortsetzung von Heft LXIII, S. 141.) Von J. J.
Merlo. -- Literatur. -- Miscellen.




Literatur.

_Neu erschienene Werke._


  1) /Die graphischen Künste./ Redigirt von /Dr. Oskar
  Berggruen/. Jahrg. I. Hft. I. II. Gesellschaft für
  vervielfältigende Kunst. Wien, 1879. 2.

  2) /Oesterreichische Kunst-Chronik./ Herausgeber und Redacteur:
  Dr. /Heinrich Kábdebo/. I. Jahrgang. Wien, 1878/79. 4.

Der Schluß des Jahres brachte als Resultat der eifrigen Kunstbewegung
in Wien zwei Zeitschriften, welche neben der Beschäftigung mit der
lebenden Kunst auch der Forschung auf dem Gebiete der Kunstgeschichte
gewidmet sind. Die erstgenannte, von welcher zwei glänzend
ausgestattete Hefte vorliegen, das Organ der so anregend wirkenden
und thätigen Gesellschaft für vervielfältigende Kunst, in zwei
Ausgaben erscheinend, zeigt sich schon äußerlich als eine überaus
vornehme Erscheinung, wie wir sie bei deutschen Zeitschriften bis
jetzt nicht gewohnt sind; hat ja doch die Gesellschaft vor Allem
die Absicht, die vervielfältigenden Künste unserer Zeit zu fördern!
Ihr Inhalt von Stichen und Radierungen darf deshalb auch nicht blos
als Ausstattungsapparat betrachtet werden. Es sind selbständige
Kunstwerke, die die Gesellschaft auf diese Weise zu Tage fördert.
So sehr die Gediegenheit dazu reizen würde, auf dieselben auch hier
näher einzugehen, müssen wir doch, wenn auch mit Bedauern, hier
davon absehen, weil diese Betrachtung uns aus dem Rahmen der Aufgabe
unseres nicht den Leistungen der Gegenwart, sondern dem Studium
der Vergangenheit gewidmeten Blattes herausführen würde. Auch der
literarische Theil, soweit er der Würdigung der heutigen Kunst dient,
liegt außerhalb des Kreises dieses Blattes, um so näher aber der
kunsthistorische, der sich durch Gediegenheit der Arbeit auszeichnet,
so daß wir das Blatt in Bezug auf Form, wie auf Inhalt freudig
begrüßen. Die vorliegenden Hefte bringen an selbständigen Aufsätzen
eine Arbeit von O. Berggruen über M. v. Schwindt und von W. Bode über
Adriaan van Ostade als Zeichner und Maler. Vierteljährlich soll eine
Nummer der Zeitschrift ausgegeben werden.

Die zweite genannte Zeitschrift wird dagegen monatlich zweimal
erscheinen. Die drei uns jetzt vorliegenden Nummern bieten auf je 16
Seiten in Quart bei gedrängtem Satze eine große Fülle von Material
in einfacher, aber doch würdiger Ausstattung. Die Illustration
tritt zurück; dagegen bringt jede Nummer neben der sehr ausführlich
behandelten Chronik der modernen Kunst, neben Besprechung von neuen
Erscheinungen der kunst- und kulturgeschichtlichen Literatur gediegene
Aufsätze aus dem Gebiete der österreichischen Kunstgeschichte, von
denen uns besonders der Eröffnungsaufsatz der Zeitschrift: „das
älteste Wiener Kunstblatt vom Jahre 1727“ interessierte, welchem sich
ein solcher über den Maler Franz Christoph Jannek, einen seiner Zeit
berühmten Künstler, der 1703 in Graz geboren war, anschließt. Wir
können neben diesen gediegenen Aufsätzen an dem neuen Blatte noch
besonders die praktische Einrichtung der Anordnung in den kleinen
chronikalischen Notizen rühmen.

  3) /Kunstschmiedearbeiten./ Aufnahmen aus verschiedenen
  Stylepochen, mit besonderer Berücksichtigung der Zeit deutscher
  Renaissance, und eigene Entwürfe von /Fr. Otto Schulze/,
  Architect in München. Leipzig, Carl Scholtze. 1877 u. 1878. 4. 8
  Stn., 40 Tafeln u. 4 Beilagebogen.

Die Kunst des Eisenschmiedens stand schon an der Wiege der deutschen
Kultur, und jene herrlichen, mit Gold und Silber eingelegten Arbeiten
aus Eisen, welche heutzutage, aus den germanischen Gräbern gefördert,
ihre Auferstehung feiern, zeigen, daß die Meister der Vorzeit mit
Material und Technik vertraut waren und zur Entfaltung künstlerischer
Formen durch dieselben geradezu gereizt wurden. Die mittelalterliche
Kunst hat in anderer Weise das Eisen zu kunstvollen Schmiedearbeiten
verwendet, und die ihm folgende Periode bis zum Schlusse des 18.
Jahrh. war, unter Wechsel des Formenkreises, aber unter Festhaltung
der soliden Technik, der vorhergehenden Zeitperiode treu geblieben.
Erst mit dem Schlusse des 18. Jhdts. verdrängte das Gußeisen die
Schmiedekunst. Der eigenthümliche Zauber jedoch des geschmiedeten
Eisens war es, der beim Wiederaufblühen des Kunsthandwerkes in
unserer Zeit auch für die Schmiedekunst eine Zeit der Auferstehung
mit sich brachte. In der Literatur spiegelte sich das Verhältniß, und
glänzende Prachtwerke von Hefner-Alteneck und von Raschdorf führten die
Schönheiten der Werke unserer Väter auf dem Gebiete der Schmiedekunst
sowohl den Kunstfreunden, als unsern Gewerbsmeistern vor, und die
Fachzeitschriften füllten sich mit Aufnahmen alter Schmiedewerke. Eine
Kunst jedoch, die so tief im Wesen des Volkes wurzelte, hat kleine und
große Denkmäler in ungezählter Menge hinterlassen und noch steht eine
große Zahl derselben theils ungekannt in verborgenen Winkeln, theils
bekannt, aber unveröffentlicht auf den Straßen unserer Städte und in
den Kirchen, jenen Schatzkammern und unerschöpflichen Fundgruben für
das Studium der Vorzeit. Aus diesen reichen Quellen hat der Verfasser
geschöpft und vorzugsweise Werke des 17. Jahrh. in seine Sammlung
aufgenommen, da nicht blos jene Periode seither weniger beachtet
war, sondern auch gerade bei der heute fast ausschließlich in den
Neuschöpfungen unserer Zeit herrschenden Hinneigung zu den Formen
des deutschen Barockstiles den Künstlern und Handwerkern Vorbilder
willkommen sein mußten. Neben wenigen eignen Entwürfen ist eine große
Reihe alter Schlüsselbleche, Thürgriffe und Bänder und vor allem von
solch reichen Oberlichtfüllungen und Gittern wiedergegeben, unter den
letzten besonders jene, welche Zierden der Kirchen von Augsburg und des
Münsters zu Konstanz sind, so daß das Buch eine Fundgrube nicht blos
für den Künstler, sondern vorzugsweise auch für den Kunsthistoriker
bietet. A. E.




Vermischte Nachrichten.


1) Das jüngste Heft der Mittheilungen der k. k. Centr.-Comm. f. K.- u.
hist. Denkm. berichtet von einer Anzahl neuer Fundstellen prähistor.
Alterthümer in Böhmen und den dort gemachten Funden. Es werden
genannt das Dorf Jesenic (zwischen Neustadt a. d. Mettau und Böhm.
Skalic), Nahořan (westlich von Neustadt a. d. M.), der Wenzelsberg,
Trautenau, Hoch Oujezd (bei Hohenbruck), Bolehošts (bei Opořno)
und Křivic.

2) Beim Ausschachten eines einige hundert Meter nördlich von Leimbach
gelegenen Kieshügels fand man, wie das Salzunger Tageblatt mittheilt,
ungefähr 0,5 m. unter der Oberfläche eine 10-15 m. lange, 0,5-0,6
m. breite und eben so tiefe Ader aus Asche, welche in mehrere Aeste
sich verzweigte. In derselben standen Urnen, mit Asche und Knochen
gefüllt, in einer Linie, 1,8-2 m. von einander entfernt. Sie haben
am Boden einen Durchmesser von 12-16 cm., ihre Höhe betrug 25-30 cm.
Dieselben sind von schwarzgrauem Thone und 0,5-1,5 cm. stark. In jeder
Urne fanden sich einige, von Rost sehr angegriffene Eisenstückchen.
Das größte ist 1 dcm. lang, gabelförmig und hat das Aussehen einer
kleinen Zange. Ferner sind 3 eiserne Ringe, jeder etwas größer als
ein Fingerring, gefunden worden. Auch ein hohles, 4 cm. langes,
kegelförmiges Eisen, sowie einige kleinere Eisenstückchen fanden sich
vor. Nach dem Urtheile sachverständiger Personen sind es Fibulae. Sie
sehen in der That unseren jetzigen Versicherungsnadeln sehr ähnlich.
Unter den Eisenstückchen ist besonders eines von großem Interesse. Am
Ende eines 36 cm. langen, 5-12 cm. dicken, bogenförmigen Eisens sitzt
ein aus Bronze gebildeter Vogel, eine schwimmende Ente darstellend.
Vielleicht ist dieses Eisen ein Bruchtheil eines Helmes. Da die Funde
der Eisenperiode angehören, so stammen sie wahrscheinlich aus den
ersten Jahrhunderten nach Chr. Geb. Die aufgefundenen Sachen sind
bereits dem alterthumsforschenden Vereine zu Meiningen, der hoffentlich
weitere Nachforschungen anstellt, eingeliefert.

3) Auch in dem Jahre 1878 wurden die Ausgrabungen auf dem Burgfelde
bei Deutsch-Altenburg unter Leitung des Prof. A. Hanser fortgesetzt,
wozu nach einer Angabe der Mittheilungen der k. k. Centr.-Comm. f. K.-
u. hist. Denkm. der Unterrichtsminister 3000 fl. für das genannte Jahr
bewilligt hatte.

4) Im Anschlusse an die kurze Nachricht Nr. 146 in Nr. 12 d. v. Jahrg.
d. Bl. wird hier die Mittheilung von Interesse sein, daß in den letzten
Tagen des November 1878 in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Gersheim,
auf einem Berghügel Ausgrabungen eines Reihengräberfeldes vorgenommen
wurden, welche zur rheinischen Archäologie manches Bemerkenswerthe
beitragen dürften. Schon vor einigen Jahren wurden beim Bau der Strasse
nach Walsheim an derselben Stelle einige Reihengräber aufgeschlossen,
welche verschiedene Waffen, Münzen, Gefäße etc. enthielten, die im
historischen Museum in Speyer ihren Platz gefunden haben. Im Laufe des
heurigen Sommers nun wurden durch die beim Bahnbau hier beschäftigten
Ingenieure weitere Nachgrabungen vorgenommen, welche in der südlichen
Fortsetzung obiger Fundorte drei weitere, anscheinend weibliche
Skelette zu Tage brachten, bei denen sich Glas- und Thonperlen der
verschiedensten Farben, sowie einige Münzen und Schmuckgegenstände
vorfanden. Zur Zeit werden die Ausgrabungen in der nördlichen
Fortsetzung der Gräberreihe bethätigt, wobei bis jetzt vier männliche
und ein weibliches Skelett, sowie ein weiteres Menschengerippe zu Tage
gefördert wurden, welch letzteres mit auf dem Rücken zusammengelegten
Armen und gekreuzten Füßen, mit dem Rücken nach oben, im Grabe lag,
so daß hier offenbar angenommen werden kann, daß dasselbe in derart
gebundenem Zustande beerdigt wurde. Während bei den ersteren Gerippen
Waffen der verschiedensten Art, Pfeil- und Lanzenspitzen, Reste von
Thongefäßen und eines Harnisches, Kämme, Gürtelbeschläge, Perlen,
Wildschweinhauer etc. vorgefunden wurden, war bei letzterem gar nichts
zu finden. Auch lagen erstere und ebenso die früher vorgefundenen
Skelette derart im Grabe, daß dieselben genau nach Osten schauten,
während letzteres ausnahmsweise mit dem Gesicht nach Westen, also
in verkehrter Richtung lag. Diese Umstände lassen vermuthen, daß es
ein Verbrecher war, der -- wie schon oben angedeutet -- von seinen
Zeitgenossen gebunden, ohne Waffen und Schmuck hier beerdigt und nicht
würdig erachtet wurde, selbst im Grabe der aufgehenden Sonne sein
Antlitz zuzukehren[56]. Die vorgefundenen Gerippe waren zum Theile noch
sehr gut erhalten, manche Schädel konnten noch ganz herausgenommen
werden, und hauptsächlich sind die Zähne noch in bestem Zustande. C. M.

5) Bei den im vergangenen Jahre vorgenommenen Restaurationsarbeiten am
Portale der Kirche zu Millstadt (Kärnten) fand sich im Tympanon unter
der zopfigen Stuckarbeit des Monogramms Christi ein altes Relief,
Christus mit offenem Buche, zur Seite Sonne und Mond, vor ihm ein
Mönch knieend mit dem Modell der Kirche und Bruchstücken der Umschrift
Heinricus Abbas. Rudger me fecit.

6) Die seit einigen Jahren zu Tage getretenen Schäden und Gebrechen an
der Kaiserburg zu Eger, insbesondere der Einsturz eines Gewölbebogens
und zweier Fenstersäulchen des Palas, machten eine Restaurierung
nöthig, welche nach den Mittheil. der k. k. Centr.-Comm. f. K.- u.
hist. Denkm. im abgelaufenen Jahre auf Staatskosten in vollkommen
befriedigender Weise durchgeführt wurde.

7) Die im Jahre 1870 begonnene Restauration der gothischen Pfarrkirche
zu St. Valentin in Niederösterreich, welche unter Leitung des Linzer
Dombaumeisters Schirmer erfolgte, ist nunmehr beendet.

(Nach d. Mittheil. d. k. k. Centr.-Comm. f. K.- u. hist. Denkm.)

8) Ueber den Fortgang der Restaurierungsarbeiten am St. Stephansdome zu
Wien enthält das neueste Heft der Mittheilungen der k. k. Centr.-Comm.
f. K.- u. hist. Denkm. einen Bericht, welchem wir die Nachricht
entnehmen, daß nunmehr der stumpfe, unausgebaute Thurm von Gerüsten
befreit wird, daß die Arbeit an den beiden sog. Heidenthürmen der
Westseite im Gange ist, sowie daß auch die kostbare Steinkanzel im
Innern der Kirche in die Restauration einbezogen werden mußte.

9) Es wird manchem Kenner und Freunde der alten deutschen Malerei nicht
ohne Werth sein, zu erfahren, daß wieder ein /Altarbild von Lukas
Kranach/ dem Jüngern, dem Bürgermeister von Wittenberg, aus dem
Jahre 1584 aufgefunden wurde, und daß es gelungen ist, _seine Echtheit
zweifellos durch Urkunden zu erweisen_. Die K. Landesversorganstalt zu
Colditz bewahrte in einem ihrer Expeditionsräume seit vielen Jahren
dieses unscheinbar gewordene Bild auf, das zuvor mehrere Jahrhunderte
lang den Altar der Schloßkapelle geziert hatte.

Derselbe alterthümliche Rahmen umschließt es noch jetzt, der ihm bei
seinem Ausgange in die Zeit mitgegeben wurde: dunkelbraun, vielfach
gekehlt und von herzförmiger Gestalt, 1 m. 10 cm. hoch und 1 m. breit.
Das Altarbild stellt „die heilige Dreieinigkeit“ dar; von diesem
Gegenstande erhielt die evangelische Schloßkapelle, die bis dahin den
Namen omnium sanctorum geführt hatte, 1584 die neue Benennung sanctae
trinitatis.

Der Leichnam Jesu ist vom Kreuze abgenommen worden und ruht in Schooß
und Armen des Vaters, zu dessen Rechten der Geist schwebt in Gestalt
der Taube. Engelsgestalten, darunter sehr liebliche, füllen die Rundung
des Bogens und tragen die Marterwerkzeuge, jeder Engel ein anderes: das
Kreuz, die Nägel, die Zange, die Dornenkrone, die Geisel, den Speer,
den Stab mit dem Schwamme.

Die Darstellung des Leichnams Jesu dürfte bei vieler Naturtreue der
Auffassung und bei allen den Vorzügen, die sonst die sächsische
Malerschule auszeichnen, dennoch unseren jetzigen Augen wenig behagen.

Als bester Theil des Bildes erscheint uns das majestätische, liebend
ernst blickende Greisengesicht des Vaters mit langem, weißem Barte. Auf
dem Haupte strahlt die Krone der drei Reiche, die hohe Gestalt wird von
einem wallenden Purpurmantel in Goldstickerei, mit Edelsteinen besetzt,
umflossen.

Das Bild ist auf Holz gemalt, welches an zwei Stellen gesprungen ist;
die Farben sind dick aufgetragen und werden bei der Reinigung wieder
frisch und schön; das Malerzeichen konnte bis jetzt nicht aufgefunden
werden.

Dennoch kann nach den urkundlichen Mittheilungen aus dem k.
Hauptstaatsarchive zu Dresden, welche wir der Güte des Herrn Archivars,
Dr. Distel verdanken, an der Echtheit dieses Altarbildes nicht mehr
gezweifelt werden.

  (Wissenschaftl. Beil. d. Lpzgr. Ztg., Nr. 101.)

10) Wie man dem „Tiroler Boten“ mittheilt, wurden in jüngster Zeit
hochwichtige literarische Funde gemacht, auf welche Tirol das beste
Anrecht besitzt. In Berlin kam ein Fragment einer Nibelungenhandschrift
zum Vorschein; dasselbe stammt aus dem Vintschgau, und es ist sicher
interessant, festgestellt zu sehen, daß dies schon die zweite im
Vintschgau aufgefundene Nibelungenhandschrift ist. Ebenfalls im
Vintschgau wurde ferner ein Fragment von Williram’s Psalmenübersetzung
und in Proveis eine Predigt aus dem 12. Jahrhundert aufgefunden.

  (Korresp. v. u. f. Deutschld., Nr. 12.)

11) Der „Tiroler Bote“ berichtet, daß sich im Vintschgau Fragmente aus
dem Heldenbuche (von „Dietrichs Flucht“), die einer Handschrift vom
13. oder 14. Jahrhundert entstammen, gefunden haben. Schon an sich
werthvoll, da die Handschriften von diesem Gedicht nicht zahlreich
sind, verdienen sie noch dadurch besondere Beachtung, daß sie mit der
sogenannten Ambraser Handschrift des Heldenbuches, welche bekanntlich
Kaiser Maximilian von Hanns Ried, Zolner am Eisack, in Bozen anfertigen
ließ (1502-1515), übereinstimmen, das heißt in engem Zusammenhange mit
Hanns Ried’s ganz verschollener Vorlage stehen.

  (Beil. z. Augsb. Postztg. 1879, Nr. 3.)

12) Die Blätter für Münzfreunde bringen in Nr. 73 folgende
Mittheilungen über Münzfunde:

Im Sommer 1878 wurde bei Mittel-Steinach in Oberfranken ein Münzfund
gemacht, den das Königliche Münzcabinet in München erworben hat. Er
enthielt 260 Stück Denare -- meist /Würzburger/ von Otto I.
(1207-1223) und Hermann I. (1225-1254) sowie 117 Stück unbestimmbare:
Cappe, Kaisermünzen I, S. 139, Nr. 633; Taf. XVI, Fig. 258. Letztere
gehören zu der zahlreichen Familie des „Offenhäuser“ Fundes, von
der man bis jetzt nur weiß, daß sie dem östlichen Franken angehört,
in welcher man aber einen sehr interessanten Zweig der Münzen des
13. Jahrhunderts erkennen wird, wenn demnächst Fikentscher’s in
Augsburg Monographie über dieselben, welche er gegenwärtig bearbeitet,
erschienen sein wird.

In Nürnberg wurden jüngst beim Weitergraben eines Kellers 130 Stück
Heller gefunden. Es waren etwa 50 Amberger, 14 Langenzenner mit Z zu
erkennen; die anderen Exemplare waren durch Grünspan verdorben.

Ostheim, 6. December. Dieser Tage ist hier beim Aufgraben des
Brandschuttes, wie der „Eis. Ztg.“ geschrieben wird, an dem p.
Zehner’schen Wohnhaus ein Topf gefunden worden, welcher 355 alte
Silbermünzen enthielt. Dieselben stammen aus dem 16. und 17.
Jahrhundert. Das neueste Geldstück trägt die Jahreszahl 1675. Die
Münzen befinden sich in Verwahrung des Gemeindevorstandes. Der Fundort
soll früher dem Herrn von Schnepf gehörig gewesenes Areal sein.

  (Fürstl. Reuß-Geraer Ztg. v. 13.|12. 78.)

Auf dem Dominium Rathstube, unweit Dirschau, wurden beim Pflügen außer
einer Goldspange einige zwanzig sehr schön erhaltene byzantinische
Goldmünzen des 4. und 5. Jahrh. gefunden. „Die Regierung von Danzig ist
vom Funde in Kenntniß gesetzt; momentan werden sie von einem Danziger
Gelehrten genau bestimmt und soll dann die Liste veröffentlicht werden.“

  (Berl. Tageblatt vom 12. December 1878.)

13) Bisher hatten die Bücherliebhaber vor andern Sammlern wenigstens
das voraus, daß die Seltenheiten, welche sie an sich brachten, mochte
deren Werth auch gering sein, doch echt waren. Mochten sie auch
im Preise überhalten worden sein, sie konnten sich damit trösten,
nichts Unechtes zu besitzen. Ein antiker Helm, ein Rembrandt, der
lange für echt galt, konnte sich schließlich als eine kunstvolle
Imitation entpuppen. Aber eine Incunabel, so nahm man bislang an, ein
/Aldini/ oder /Elzevir/ mußte echt sein; denn ein Buch kann
nicht imitiert werden. Aber nach einer in London gemachten Entdeckung
scheint auch dieses Axiom verrückt worden zu sein, und die Liebhaber
seltener Bücher mögen darum auf ihrer Hut sein. Thatsächlich besteht
in London eine Druckerei, in welcher nicht etwa der Nachdruck,
sondern die vollständige Imitation alter Bücher mit dem Aufwande
aller Geschicklichkeit und in großem Maßstabe betrieben wird, wiewohl
(bei der Unverletzlichkeit des englischen Hausrechts in diesem kein
Criminalverbrechen betreffenden Falle auch eine schwierige Sache)
-- bis jetzt das Local dieser Druckerei nicht aufgefunden werden
konnte. Doch wurden bei Schriftgießern Lettern von längst außer
Gebrauch gekommener Form und bei Papierfabrikanten größere Partien
von geschöpftem Baumwollpapier nach eigenem Muster bestellt. Daß
jedoch trotz aller Sorgfalt und aller Kunstgriffe die Imitation keine
vollständige sein und dieselbe vielmehr bei der Vergleichung mit einem
Original auf den ersten Blick erkannt werden muß, liegt auf der Hand.
Der Witz besteht aber darin, daß eben nur außerordentlich seltene
Werke, welche selbst den eifrigsten Bibliomanen nur dem Namen nach
bekannt sind, imitiert werden, und daß der Verkauf nicht öffentlich,
und überdies mit großer Vorsicht und Schlauheit betrieben wird.
Auf dem Festlande scheinen in dieser Beziehung bisher nur einige
ganz schüchterne Versuche unternommen worden zu sein. Die Aufdeckung
des Schwindels geschah auf eine eigenthümliche Weise. Einem als
passionierter Büchersammler bekannten schottischen Baronet wurde
auf einer Reise von einem „verarmten Gelehrten“ ein Buch zum Kaufe
angeboten. Es sei ein Erbstück und sein letztes Besitzthum, von dem
ihn nur seine außerordentliche Nothlage trennen könne. Der Lord sah zu
seinem nicht geringen Erstaunen eine Incunabel von höchstem Werthe vor
sich. Es war eine in Venedig gedruckte Ausgabe des /Boccaccio/ vom
Jahre 1492. Mit Freuden bezahlte der Schotte den dafür begehrten Preis
von 90 Pfund und lud nach seiner Heimkehr sofort einige benachbarte
Bücherfreunde ein, um ihnen seinen so wohlfeil erworbenen Schatz zu
zeigen. Doch einer seiner Besucher besaß dasselbe Buch, und bald wurde
noch ein dritter /Boccaccio/ aufgefunden. Man schöpfte Verdacht,
und die hierauf mit einem im Besitze des Roxbourgclubs befindlichen
Original, welches seinerzeit um die zehnfache Summe angekauft worden
war, angestellte Vergleichung ließ die drei anderen Bücher als unecht
erkennen. Aehnliches wiederholte sich darauf an anderen Orten mit
zwei italienischen und deutschen Bibelausgaben, einem Gargantua des
/Rabelais/ und dem berühmten Werke des /Miguel Servet/.
Von letzterem existieren nur zwei Exemplare (zu Wien und Paris), da
die ganze Auflage zu Rotterdam durch den Henker verbrannt wurde.
Gleichwohl wurden auch von dieser Imitation mehrere Exemplare an den
Mann gebracht. Die bekanntlich nicht geringe Schaar der englischen
Bibliophilen ist darob in gewaltiger Aufregung und begegnet den
Verkaufsanboten der Antiquarbuchhändler mit dem äußersten Mißtrauen.
Die öffentlichen Bibliotheken aber gehen nun bei der Ausgabe seltener
Werke mit besonderer Vorsicht vor.

  (N. illustr. Ztg., Nr. 12.)

14) Die am 9. December vor. Jahres wie alljährlich vom Vereine von
Alterthumsfreunden im Rheinlande veranstaltete Geburtstagsfeier
Winkelmanns fand unter zahlreicher Betheiligung im Kaiserhofe zu Bonn
statt. Eine Ausstellung kleinerer römischer Alterthümer, besonders von
den letzten Ausgrabungen des Bonner Castrums herrührend, wie Pläne und
Zeichnungen desselben dienten zur Illustrierung des ersten Vortrags,
in welchem Professor aus’m Weerth als Vereinspräsident der Bedeutung
des Tages einige Worte widmete und den Bericht über die Ausgrabungen
des römischen Castrums in Bonn als ein der Manen Winkelmanns nicht
unwürdiges Geburtstagsgeschenk bezeichnete. Ausgehend von der Annahme,
daß Julius Cäsar seine zweite Rheinbrücke bei /Bonn/ schlug,
dieselbe für eine weitere Verwendung zur Hälfte stehen ließ und am
linksrheinischen Ufer mit großartigen Befestigungen und einer Besatzung
von 12 Cohorten versah, gelangte der Vortragende zu dem Schlusse, daß
diese Befestigungen zum Schutze der Brücke als die erste Anlage des
unterhalb Bonn’s am Wichelshof belegenen römischen militärischen
Lagers anzusehen seien. Wenn die Conservierung der Brücke, auf die
durch die Erfolge hervorgerufene Entschließung Cäsars: die römische
Machtsphäre über den Rhein auszudehnen, hindeute, so sei von Augustus
und Drusus diese erweiterte Politik aufgenommen worden, wie die große,
linksrheinische Befestigungslinie Xanten, Bonn, Weißenthurm und Mainz
mit den rechtsrheinisch vorgeschobenen Werken Aliso, Niederbiber
und der Saalburg es klar ausdrücke. Das von Augustus oder Drusus
erbaute und aus den Cäsarischen Brückenbefestigungen hervorgegangene
Bonner Castrum sei deshalb ein bemerkenswerthes Glied in der großen
römischen Offensiv-Politik gewesen, aber alsobald auch zur lediglich
defensiven Bedeutung herabgesunken, als erstere unter Claudius
endgültig aufgehoben wurde. -- Die seit dem vorigen Jahre durch das
Bonner Provinzialmuseum methodisch in Angriff genommenen, schon im
Jahre 1820 einmal begonnenen Ausgrabungen des Castrums beschränkten
sich bisher auf die Offenlegung der Gebäude des südlichen Dritttheils
des Rücklagers (der retentura) des Castrums. Zwei große, je 80 mtr.
lange Infanterie-Kasernen, eine dritte, horizontal dazu liegende
Kavallerie-Kaserne mit vorliegenden Pferdeställen, ferner ein kleinerer
Bau für die Vexillarii, jene vom übrigen Dienste befreiten Veteranen,
welchen die Führung der Feldzeichen der Reiterei, des Vexillum,
anvertraut war, dann ein großes Magazin mit Schlachthaus sind bereits
bloßgelegt und festgestellt worden. Eine Menge kleinerer Funde,
darunter viele, im Ganzen an 800 Münzen, welche sich in den durchgängig
aus Tuffstein gebauten Räumen fanden, tragen zur Kennzeichnung von
Zweck und Zeit der Erbauung wesentlich bei. Daß kurz nach der durch
den Aufstand des Civilis (70 n. Chr.) herbeigeführten Zerstörung
unter Domitian auf den älteren Fundamenten ein durchgängiger Neubau
stattfand, erweisen die vielen Ziegel mit dem Stempel der von diesem
Kaiser errichteten Leg. I. Minervia pia fidelis. Nach den bisher
gewonnenen Resultaten lassen die Fortsetzungen der Ausgrabungen auf
großen Umfang der Anlage, eine weitere Anzahl bereits festgestellter
Gebäude, wie überhaupt darauf schließen, daß das Bonner Castrum sowohl
nach Größe, wie nach den baulichen Einrichtungen das bedeutendste der
bisher bekannt gewordenen sei.

Professor /Justi/ sprach über den holländischen Maler Johann van
Scorel (1495-1562.)

Geheimer Rath /Schaafhausen/ erläuterte eine Anzahl ausgestellter
merowingisch-fränkischer Grabfunde, welche in Folge glücklicher
Ausgrabungen von Seiten des Bonner Provinzialmuseums kürzlich in
Meckenheim bei Bonn zu Tage traten.

Gleichzeitig und zur Feier des Tages gab der Verein von
Alterthumsfreunden sein 64. Jahrbuch aus, über dessen reichen Inhalt
wir oben referierten. Es wird allen Benützern dieser Zeitschrift
erfreulich sein, zu erfahren, daß im Anfange des Jahres ein
Generalregister aller bisher erschienenen 64 Jahrbücher zur Ausgabe
gelangt.

FUSSNOTE:

[56: Eine bis jetzt in Reihengräbern ganz vereinzelte Thatsache
(nach d. V.’s Wissen), welche das hohe Interesse der deutschen
Alterthumskunde und Ethnologie erregt.]




  Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K. /Frommann/.

  Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums
  in Nürnberg.


  Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.




  ANZEIGER
  FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

  Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

  [Illustration]

  =Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate
  erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten
  Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_
  incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.

  Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen
  Buchhandlung von F. Klingsieck, Nr. 11 rue de Lille; für _England_
  bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;
  für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

  Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des
  Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.
  Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

  ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

  1879.    Nº 2.    Februar.




Wissenschaftliche Mittheilungen.




Deutsche Gläser im germanischen Museum.

[Illustration: Fig. 1.]

Wenn überhaupt in Bezug auf die Geschichte des deutschen Handwerkes
und der Industrie noch eine große Reihe von Studien nöthig ist, ehe
alle Erscheinungen sich auch historisch begründet darstellen, so gilt
dies insbesondere von der Geschichte der Glasindustrie. Allerdings ist
bereits eine Anzahl von Urkundenauszügen veröffentlicht, aus denen
hervorgeht, daß da und dort in Deutschland während des Mittelalters
Glashütten bestanden, deren Menge war aber gewiß weit größer, als
die geringe Zahl der bis jetzt nachgewiesenen, und sicher wird nun,
nachdem die Aufmerksamkeit durch mehrere Versuche, das vorhandene
Material zu einer Geschichte des Glases zusammenzustellen, darauf
hingelenkt ist, da und dort noch ein und der andere Ortsname mit
Jahreszahl aus den Archiven zu Tage treten, um uns über das Bestehen
von Glashütten zu unterrichten. Diese Nachrichten gehen bis jetzt in
das 14. Jahrh. zurück. Wir erkennen jedoch aus denselben nicht, ob es
sich um eine erst damals entstehende Industrie, ob um eine lange geübte
handelt. Bekannt ist, daß bunte Glasperlen, daß farbige Glaseinlagen
in Goldschmiedearbeiten in germanischen Gräbern gefunden werden. Die
fortgeschrittene Technik läßt uns annehmen, daß dieses Glas importierte
Waare ist. Ist dies aber auch sicher der Fall mit braungrünen
Glasgefäßen, wie jenes in Fig. 1 abgebildete, das aus einem in der Nähe
von Ulm gefundenen alemannischen Todtenbaum genommen ist, der mit dem
Glase seinen Weg in das germanische Museum gefunden? Sind auch diese
Gläser spätrömische Fabrikate, oder sind sie in Glashütten gefertigt,
die etwa schon in karolingischer Zeit da und dort im Walde bestanden?
Wir haben im Jahrgang 1877 unseres Anzeigers, Sp. 228 ff. auf die der
heil. Hedwig zugeschriebenen geschliffenen Gläser hingewiesen und
geglaubt, andeuten zu dürfen, daß wir, wenn auch etwa orientalischer
Ursprung nicht ausgeschlossen ist, abendländisches Fabrikat, also
natürlich deutsches, des 13. Jahrh. darin zu erkennen glauben. Gehören
etwa jene schweren, dicken, grünen Gläser, die freilich keinen
Schliff zeigen, in dieselbe Periode? Manche derselben mit ihren
aufgeschmolzenen Rosettchen scheinen trotz der Schwere in weit späterer
Zeit entstanden zu sein.

Leider ist nicht zu hoffen, daß sich urkundliche Nachrichten aus
dem Mittelalter über das Fabrikat selbst finden werden, das ja, mit
Ausnahme der geschliffenen Gläser, wol nur dem ordinärsten Bedürfnisse
diente, wie ähnlich auch die Thonwaaren des Mittelalters. Aus den bis
jetzt veröffentlichten Nachrichten läßt sich nicht /nachweisen/,
ob Hohlglas (d. h. Glasgefäße) und Tafelglas (d. h. Butzenscheiben)
allenthalben neben einander gefertigt wurden, ob alle, ob nur einzelne
und welche Farbengläser für die Glasmalerei bei uns hergestellt wurden.
Wir sind darin bis jetzt nur auf Schlüsse angewiesen.

Das einheimische, da Feld-, dort Waldglas genannte, Produkt suchte im
Mittelalter wohl den Weg zur Kunstform nicht. Als nach dem Schlusse
desselben die deutsche Glasindustrie jenen Weg einschlagen wollte,
gieng sie auf Imitation der Venetianer hinaus, und die Produkte
dieser Thätigkeit gelten heute jedenfalls als Venetianer, ohne daß
wir feststellen können, welche derselben die deutschen Imitationen
sind. Was das Mittelalter betrifft, so bilden Gemälde und Miniaturen
die einzigen Anhaltspunkte, um hinsichtlich der Glasgefäße zu zeigen,
welcher Art die damals im Gebrauche befindlichen waren. Sie zeigen sich
uns aus diesen Quellen derart einfach, daß wir nicht zweifeln dürfen,
eigenes, einheimisches Fabrikat dargestellt zu sehen, da man kaum solch
gewöhnliche Waare aus der Fremde bezogen haben kann.

[Illustration: Fig. 2.]

Eine Form, die uns im 14.-16. Jahrh. hin und wieder begegnet, ist
eine nach oben sich konisch erweiternde, wobei die Gefäße am unteren
Theile mit Batzen besetzt sind. Die Farbe ist ein mehr oder minder
gelbliches, trübes Grün. Ein solches Glas, das die Spuren der Erde, in
welcher es gelegen, an sich trägt, und das wol noch dem Mittelalter
angehören mag, ist das hier in Fig. 2. in halber Originalgröße
dargestellte.

[Illustration: Fig. 3.]

Aber auch die Gemälde des 16. und 17. Jahrh. zeigen uns, daß in
Deutschland neben den vornehmen Venetianern mit ihrem durchsichtigen,
farblosen Materiale, die nun die Hauptrolle spielen, immer noch
hellere und dunklere grüne Gläser mit Batzen im Gebrauch blieben, die
als deutsche Fabrikate zu betrachten und aus ähnlichen primitiven
Glashütten hervorgegangen sein dürften, wie jene mittelalterlichen.
Wir finden jedoch eine größere Mannigfaltigkeit der einfachen Formen.
Das germanische Museum besitzt einige Dutzend solcher Gläser in
Original, für welche freilich eine Datierung nicht versucht werden
darf; theilweise sind sie von sehr beträchtlicher Dicke und deshalb
auch sehr dunkel in der Färbung, ohne daß jedoch aus ihrer Stärke
geschlossen werden dürfte, daß sie älter sind als andere, dünnere,
selbst sehr dünne und leichte. Von letzteren geben wir hier in Fig. 3
eine Gruppe in halber Naturgröße. Die verehrten Leser kennen alle die
heute noch, allerdings meist sehr abgeschwächt, in elegantem Fabrikate
dargestellten „Römer.“ Sie erkennen den in beträchtlicher Größe sich
zeigenden Humpen. Sie sehen aber auch ein mit Reifen umlegtes Fäßchen.
Unsere Sammlung zeigt, daß die Glasmacher, wol erst jene des 17.
Jahrh., noch weiter giengen und allerlei Thiere, wie Bären, Mäuse u.
A. fertigten. Selbst eine Trompete aus solchem grünen Glase, die einen
ganz guten Ton hat und recht wohl als Blasinstrument dienen kann, ist
im Museum.

  /Nürnberg./                /A. Essenwein./




Hausordnung für die 12 Chorschüler in der Spitalschule zu Nürnberg vom
Jahre 1343.

(Schluß.)


Avch sol vnter den zwelf korschulern allweg ein epistler vnd ein
ewangelier sein vnd wer niht priester werden wil, den sol man zu
korschuler niht nemen. vnd wenn ein priester stirbt, so sol man dem paz
gelersten vnd aller endlichstem,[57] der vnter den zwelf korschulern
ist, die selben pfruͤnt leihen. Wer aber daz ein erberger[58]
bewerter man koͤm, der die pfruͦnt pezzern wolt vnd das spital
gefodern[59] moͤht, dem moͤht man die pfruͤnt verleihen.

Die korschuler suͤllen auch einem schulmaister in dem kor helfen
singen, wenn er sie fodert, pey sechs hallern.

Avch suͤllen sie mess vnd tagczeit gleich mit einander singen, niht
daz ainer sing vnd der ander zu seh, sie suͤllen pey einander vor
dem puch sten.

So sol ir dheiner in dem kor in der priester stuͤl niht sten, noch
vber dez stifters grab niht lainen.[60]

Avch sol dhein korschuler in den sagrer[61] niht geen on des custers
vrlaub, denn[62] die zu der mess ministriren muͤzzen oder der
probst, wenn er fragen muz, waz man singen sol.

So sol ir dheiner auf holczschuhen niht gen in die kirchen noch
vͦber den ganck vͤber die siechen.

Auch suͤllen die korschuler allweg mit plozzem haupt gen vnd sten in
dem kor vnd in den processen von dez heligen creutz tag inuencio auf
dez heligen creutz tag exaltacio, pey sechs hallern.

So sol man den korschulern an ainem gepanten tag[63] niht von milch zu
ezzen geben, sunder von oͤle.

Avch sol dhein korschuler dhein stechmesser niht tragen newr[64] ein
protmezzer, bey sechs hallern von ydem tag.

So sol kein korschuler niht weyter ermel tragen, denn daz moz, daz man
in geben hot vnd dheinen offen langen slitz tragen hinten noch vorn in
den langen roͤcken.

Vnd suͤllen in dheiner processen keinen kappenczipphel[65] vmb daz
haupt niht winden vnd in der kirchen sunderlichen slehticlichen[66] gen
als ziemlich ist dez gotzhaus diner. vnd suͤllen auch allweg latein
reden in irr stuben vnd in irr slafkamern.

Avch suͤllen sie niht reden mit den fremden mayden, die da wazzer
holen von dem prunnen, weder in dem hoff, noch vnter dem tor vnd in der
kirchen mit den frawen pilden bey nacht.

Wenn sie am suntag, veirtag drey mess singen oder vier on selmess, daz
stet in dem sagrer geschriben vnd an dem puch ffolij.

Avch sol allweg nach der tertz zeit[67] der oberst sacrist vnd der
vnter versiculator[68] den hern zu altar ministriren als lang vncz
die andern die suppen gezzen haben. Dar nach sol der vnterst sacrist
vnd der ander versiculator den priestern zu altar dinen vncz auf
die tagmesse.[69]

Vnd der oberst sacrist sol bey dem sagrer pleyben.

Ez sol auch nyemant dheinen sluͤzzel haben zu dem pulpid[70] in dem
kor, do die pucher innen ligen denn der custer vnd der oberst sacrist
vnd der wochner.

Nota. wo die /trew/ stet, daz suͤllen die korschuler halten bey
der trew vnd suͤllen die andern stuck sust halten, wer daz vͦber
vert[71] vnd nicht helt, den sol der probst pfenden oder peuchen.[72]
Aber[73] der custer vnd der pfleger mugen sie dor vͤmb verkeren.

Wenn ein korschuler seumig ist an der leczen[74] on dez schulmeisters
vͦrlaub, den sol der schulmeister ie als off peuchen.

Der schulmeister vnd der probst suͤllen die korschuler dor zu
halten, daz sie stille sein, sunderlich ob dem tisch, daz sie allwegen
sweigen.

Der schulmaister vnd der probst suͤllen auf den leser merken, der
zu tisch list, daz er oͤrdenlich lese vnd niht valsch vnd wenn der
schulmeister spricht: Tu autem, so sol der leser aufhoͤren.

Die korschuler suͤllen daz gracias sprechen mit dem schulmeister.

Item so gibt man den korschulern zwu suppen von inuencio sancte crucis
vncz auf exaltacio sancte crucis, ein vor tisch, die andern nach
tisch. vnd die andern zeit im jar newr ain suppen vor tisch. vnd
man gibt in allweg zu einer suppen einen firdung[75] smalcz vnd sechs
spital prot. [_spätere Nachschrift_. In der vasten gibt man in kein
suppen....]

Item so mag der spitalmeister den korschulern einen cleinen knaben
halten ob er wil, oder er mag in niht halten, wenn er aber einen knaben
halten wil, der sol einhaiczzen vnd tun wez not ist, als in ein pfleger
heizt oder der kornschreiber vnd der kelner. Er sol auch allweg die
orgeln treten.

Nota. Wenn der spitalmeister ein cleinen knaben den korschulern halten
wil, der izzet, waz den korschulern vͤber wirt,[76] dar zu gibt
man im prot. Welchem korschuler er den pett,[77] der gibt im alle
cottemmer drey pfenning. So liegt er pey dem ministriren oder wo in
der spitalmaister heizzet ligen.

Item der korschuler sol dheiner vͤber velt niht gen on dez custos
vnd des spitalmeisters vrlaup.

Item wenn ein korschuler ein vnzucht tet[78] ez wer zu pett oder zu
tisch oder wo daz wer, so sol in der spitalmeister dor vͦmb heizzen
peuchen. wer aber die vnzucht groz, so sol er im vrlaub geben.[79]

Vmb aller heiligen tag sol man der korschuler stuben einhaiczzen.
Item wenn es gar kalt ist, so suͤllen die cleinen schuler in der
korschuler stuben lernen. Wenn ez aber niht vast[80] kalt ist, so
suͤllen sie lernen in der schul.

Aus dem Leitbuche des Neuen Spitals (Bl. 37 bis 43) im Nürnberger
Stadtarchiv.

  /Döbeln./.                /W. Loose./

FUSSNOTEN:

[57: endelich, tüchtig, zuverlässig. Lexer, I, 551.]

[58: ehrbar, mhd. êrbaerec.]

[59: fördern.]

[60: sich lehnen, legen.]

[61: sacrarium, Sacristei.]

[62: außer, als.]

[63: gebotener Fast- oder Feiertag. Schmeller I, 243.]

[64: nur, mhd. niwâri, newer.]

[65: der Zipfel der Kaputze und die Kaputze selbst. Lexer I, 1515.]

[66: einfach, schlicht.]

[67: Zeit der dritten canonischen Hora.]

[68: Du Cange, VI, 781: Versicularius, qui versus in officio divino
cantare debet.]

[69: Messe, welche nach der mettine (matutina) um Tagesanbruch gelesen
wird. Lexer II, 1392.]

[70: pulpitum, Pult.]

[71: übergeht, übertritt.]

[72: mit Lauge waschen, figürl. Verweis geben, strafen. Lexer, I, 288.]

[73: oder; Schmeller, I, 12.]

[74: lectio, Lehre, Schulunterricht. Lexer I, 1852.]

[75: 1/4 Pfund.]

[76: übrig bleibt. Lexer II, 1608.]

[77: bettet, das Bette macht, (mit Dativ der Person). Lexer I, 244.]

[78: Ungezogenheit, Ungesittetheit, Rohheit begienge.]

[79: ihn entlassen.]

[80: sehr, heftig.]




Zum fränkischen Bauernkrieg.


Nicht blos in Ostfranken und gegen Thüringen zu rumorten die
fränkischen Bauern, auch im Süden, an der Grenze gegen das Ries und
gegen Neuburg und das bayerische Fürstenthum hin, gab es Unzufriedene
genug, die gleich den Schwaben ihr Schicksal auf die Schärfe des
Schwertes setzten und durch Gewalt und Aufruhr ihr Loos zu verbessern
suchten. Ihre Unzufriedenheit bekam Nahrung von den Rieser Bauern, die
mit ihren Herren, den Grafen von Oettingen, ins Gericht gehen wollten,
von den „Dinkelsbühler und Ellwanger Haufen,“ welche Anfangs Mai sich
ins Ries zu werfen beabsichtigten. Markgraf Casimir, der bemerkte, wie
am Südrand seines Fürstenthums diese Kriegsfackel sich zu entzünden
drohte, hielt es für das Beste, hier rasch den Brand zu unterdrücken;
er zog daher, sobald er von den ersten Gewaltthaten seiner Bauern
hörte, jener Gegend zu. Der kurze, aber nicht unblutige Feldzug fand in
der Schlacht am Hahnenkamm, im Dorfe Ostheim sein Ende.

Wir finden nun in den „Bayerischen Bauernkriegs-Sachen“ (VI. Band,
p. 206) des Münchener Reichsarchivs folgenden Brief Casimirs, der
die Schilderung dieser Begebenheiten enthält, und glauben, ihn
hier mittheilen zu sollen, um so mehr, als er von der Bensen’schen
Darstellung (Geschichte des Bauernkriegs in Ostfranken, p. 389 f.)
in mehreren Punkten abweicht: 1) In Bezug auf die Datierung der
Thatsachen: Auszug Casimirs aus Ansbach am 6., nicht 8. Mai; Schlacht
bei Ostheim am 7., nicht 9. Mai. 2) Casimir selbst commandierte in der
Schlacht nicht. 3) Die Zahlenangaben über die Truppenstärke sind hier
officiell, sofern sie das markgräfische Corps betreffen. Der Brief,
dem die Adresse leider fehlt, ist aller Wahrscheinlichkeit nach an
den Pfleger zu Wemding, Conrad von Leonrod, gerichtet, der ihn seiner
Regierung überschickt haben wird.

  Casimir etc.          8. Mai 1525.

Wir geben dir genediger mainung zu erkhennen, das uns vorgestern (6.
Mai) angelangt hat,[81] das sich ain hauff paurn, mererteil uns und
den unsern zustendig, zusamengethon, unser stat Wassertrüehending[82]
einzunemen, uns und die unsern daraus zu beschedigen. derhalben wir
uns dann von stund an zu ros und fues mit ainem stattlichen geschütz
aufgemacht, die stat zu retten und die paurn davor zu schlagen.
aber ehe wir den weg halb von Onolzbach khumen, ist uns potschaft
under augen worden, das die paurn die stat eingenomen und im willen
hetten unser closter Ahausen[83] und Haidenheim zu plündern, zu
verprennen und zu verderben, also haben wir uns gewent in meinung
inen fürzuziehen[84], fernern schaden zu verhüten, und unsern weg uf
Guntzenhausen genomen, ob die paurn uf Haidenheim zugeen, das wir von
Guntzenhausen aus gegen inen fürnemen mochten. und ehe wir also gein
Guntzenhausen khumen sind, ist uns wider potschaft under augen khomen,
das die paurn unser closter Ahausen haben eingenomen und geplündert
und uf gestern sontag (7. Mai) mit etlichen hunderten uf Haidenhaim
zuzeziehen, dasselbig unser closter auch zu plündern und zu verprennen.
also haben wir von stund an etlich unser geraisig uf dritthalb hundert
zu ros und fünfthalb hundert zu fues und sechs schlangen puchsen gegen
inen geschickt, ob sie sie mochten betretten, mit der that gegen inen
zehandeln, und sind wir mit dem andern hauff zu ros und etlich zu fues
in der stat Guntzenhausen plieben und haben kain anderst gewist, dann
das der paurn über sieben oder acht hundert nit. aber über drej stund
ist uns gewislich botschaft komen, das das heer aus dem Ries zu den
andern jetzt gemelten paurn gezogen sind, das man bede haufen uf und
über sechs tausent geacht hat. deshalben wir von stund an ainen potten
abgevertigt den unsern sollichs angezaigt. aber der pot hat nit zu
inen konnen khumen, und also sind die unsern an die paurn khomen, sie
angriffen und mit dem geschütz auch zu ros und fues mit inen getroffen,
der viel erschossen und erstochen und sie in die flucht gepracht, also
das sie in ain gros dorf geflohen und haben die unsern das ober den
paurn anprent, und welche von paurn nit todt pliben, die haben sich
alle in gefängnus geben, auch ire fenlein, harnisch und were den unsern
überantwurtt, doch haben ine die unsern zugestanden das leben und
ewige gefangnus zu sichern. Das haben wir dir, dich mit uns zefreien,
gnediger mainung nit wollen verhalten. Datum Guntzenhausen am montag
nach Jubilate ao. 25.

  /Augsburg./    /Dr. Wilhelm Vogt./

FUSSNOTEN:

[81: an uns gelangt, uns berichtet worden ist.]

[82: Wassertrüdingen an der Wörnitz.]

[83: jetzt Auhausen, 1/2 Stunde südlich von Wassertrüdingen, ebenfalls
an der Wörnitz gelegen, ein Augustinerkloster, in welchem 1608 die
Union gestiftet wurde.]

[84: Durch diese Flankenbewegung suchte Casimir die Bauern von
Heidenheim abzuschneiden.]




Das ayd vnd Regiment der aydgnosen der Sweiczeren wan sy in das veldt
oder in dem krieg cziehen etc.


Zwm ersten sol ain hawptman sweren des gmaynen volgks nucz vnd ere
zw füderen vnd iren schaden zw wenden vnd das volgk nindert[85] zu
verfüeren noch kain czug für sich selbs für zw nemen an[86] der rät
wissen und willen vnd dar inn das pest zu thuen getrewlich vnd an geuär.

Item ain vändrich oder ain vändltrager sol sweren mit dem banner oder
vändl mit trewe vnd warhait vmb ze geen vnd an ains hauptmans wissen
vnd willen nindert hyn ze cziechen vnd das banner oder vändl recht ze
haben vnd auch pey dem banner oder vändl ze sterben oder gneßen[87] vnd
dar ynn sein pests ze thuen getrwlich vnd an geuär so verr[88] sein
leib vnd leben gelangen mag.

Item ain vndter vändrich oder vntter vändltrager swert: mit dem banner
oder vändl mit trew vnd warhait vm ze gyen so vere sein leib vnd leben
gelangen mag vnd an ains hawptmanß vnd ains vändrichs wissen vnd willen
nindert mit dem vändl ze cziechen vnd dar ynn sein pests zu thuen
getrülich vnd an geuär.

Item dye dy zw dem banner oder vändl gegeben seindt swerent da pey ze
pleiben vnd des acht ze haben ob ain vändrich krangk wurdt oder nichts
möcht oder vmb keme das sy dann zw dem banner oder vändl greiffen vnd
das auffrecht heben vnd ie ainer dem anderen das pieten da pey ze
sterben vnd ze genesen getrewlich vnd an geuär.

Item der Schüczen hawptman swert auch des gmaynen volgks nucz vnd ere
ze füderen vnd schaden ze wenden vnd darynn sein pests ze thuen vnd dy
schüczen nit ze verfüeren vnd mit ynne kayn pesunderen czug ze thuen
noch für zenemmen an ains hawptmans wissen vnd willen desgleichen
sollen dy anderen hawptleut auch halten vnd sweren waß itlichen[89]
peuolchen würdt darynn sein pests ze thuen vnd kainer mit seinen
waner[90] oder vändl auß dem here ziechen oder lauffen an erlaubniß des
obristen hawptmanß getrülich vnd an geuär.

Item ain Schüczen vändrich oder bannertrager swert gleich alß der recht
vändrich vnd so uil meer das er dem schüczen hawptman mit dem zaichen
gehorsam sein soll vnd soll auch an sein willen vnd wisßen mit dem
vändl nindert hyn ziechen.

Item dye dy vor vnd hynder den baner oder vändl geordnet werden dy
swerendt vor oder hynder dem baner oder vändl alß ietlicher] geordnet
ist zw pleyben vnd das helfen peschirmen vnd pehüten so verr ir leib
vnd leben gelangen mag.

Item dye schüczen sweren nindert hyn ze lauffen an irs hawptmans
willen vnd wissen.

Item dye wachtmeister dy sweren das sy: so man vntter den veinten
ist dye wacht steet[91] wol wellen peseczen vnd dar pey ligen vnd
luegen[92] das dye wol peseczt vnd versechen seind vnd dar ynn ir pests
thuen getrewlich vnd an geuär.

Dar nach got dem almächtigen vnd seiner werden muter maidt[93] maria
ze lob vnd ere seczen vnd ordnen wir das nyemant in kayn kirchen
sträflichen lauffen oder gien sol dy zw perawben Vnd mit sunderhait waß
zw der kirchen gehört vnd kirchenguet ist von der kirchen nit ze tragen
oder von danen verändern.[94] Auch dy wirdige priesterschaft frawen vnd
kinder nit ze smächen noch sträfflich handt an sy nit legen Sy auch nit
ze endteren[95] noch nichs arg zwe fügen. Vnd wer das vbersicht dem sol
man straffen an leib vnd an guet.

Item es sol auch nyemant fliechen vnd kayn flucht machen vnd wer
das vbersicht dem sol der nägst der pey ynn ist, so verr er mag von
leben zwn todt pringen vnd dar vmb sol nyemant weder mit gericht
noch suest[96] noch mit pueß noch peswärnüß gestrafft werden noch
kayn gericht verschuldt haben. Vnd ob ain sölicher flüchtiger in dem
ertrunne den sol man richten ob er gefangen würde: gleich alß ain
manayder schelman vnd pöswicht.

Item wenn vnß got das glück gebe das wir ain streit pehielten so sol
nyemant den anderen außziechen oder plünderen piß das der streit gar
ze ergangen ist vnd wier den sig oder dy v̈berwindung gancz gebunnen
haben vnd das feldt pehebt[97] vnd dar nach sol man mit rat dye Lewt
auß ziechen vnd waß dann erobert wirt das sol man zesammen thuen vnd
sol das gleich yedermann nach manßzal mit taylen wann von sölichen
auß ziechen vnd plünderen wo das in gefecht geschicht: widerferdt den
Leuten grosser schade vnd schandt.

Item ain ytlicher sol in seiner ordnung alß ym ze ziechen pefolchen
wirt pleyben vnd dye nit prechen noch von danen an vrlaub lauffen
sunder vor vnd hinden den baner oder vändl wie dann dy ordnung auß
weist pleiben.

Item wenn auch ain raub gewunnen oder genommen wirdt essende speiß es
sey vich oder suest anders das sol nymant an vrlaub seins hawptmans
vnd der rätt auß dem velt füeren da mit ain gmayne dester paß gespeist
werde vnd das auch vmb ayn gleichen pillichen pfenning geben ain
gemayne da mit nit ze v̈berschäczen.

Es sol auch nyemandt prennen an ayns hawptmans oder der rätt vrlaubs
piß das das volgk für oder durch zücht da mit dye nachthuet oder speyß
nit gehyndert werde.

Item es sol auch nyemandt aynicherlay spil spilen wie das genent
oder gehayßen ist gancz nichs außgenomen noch hynden geseczt an ains
hawptmans willen vnd vrlaub wann[98] von spilen vil vnfreundschafft vnd
aufruer erstet vnd sol auch nyemandt kayn pößen swuer thuen.

Es sol auch yederman in veldt in der veindt landt sein harrnisch vnd
sein wer pey inn tragen er gee ze kirchen oder ze rat tag vnd nacht.

Es sol auch nymant auß dem veld oder suest von baner oder vändl ziechen
an ains hawptmans wissen vnd erlauben weder aushyn weder inhyn wercz
vnd welcher das v̈berdrit hat sein sold dem er des zuegs verdient hat
verloren.

Item ob es auch zu ainem gefecht oder streit kommen wurd so sol
nyemandt ain geschray noch rueffen machen sünder got vnd sein wirdige
mueter mariam an rueffen vnd dye vor augen haben vnd da mit mändlich
vnd ritterlich vechten alß vnser vorvaderen gethan haben.

Item wenn auch dy gesellen wider einander stössig wurden ainer oder
meer da sol yederman schaiden vnd sich nit parteyen ainen tail für den
ander ze helfen oder peystyen: dye stösß trölich zerlegen vnd frid auff
nemmen vnd sol der frid vmb alle sachen geben werden vnd sol nyemant
den anderen frid versagen sunder dem fur wordt vnd werch geben vnd wer
den frid pricht mit fluechen oder schelten den sollen dy hawptleut pey
iren ayd an seinen eren oder an seinen leib vnd guet straffen wer aber
den pricht mit werchen den sol man ab slagen sein hawpt. Thet aber
ainer den anderen vber den frid leiblöß[99] der ist ein mördrer vnd man
sol im auf ain rad seczen.

Pey dem ayd sol nyemant ainer den anderen kayn todslag, der ausserthalb
den zug gescheen wär, rechen in der czeit alß wir in feld sein und wer
das vbersäch zw des leibs vnd gut sol man richten nach recht.

Item vor allen dingen pieten wir das nyemant für sich selbs kain
auffbruch noch auflauff mach ob bald dy veind gegenbürtig[100] wären
dann mit vrlaub der hawptleut vnd mit ordnung alß das vnsere vorderen
auch gepraucht vnd heer pracht haben.

Es sol auch nyemant kayn mül brechen noch der mül gschürr hyn weg
tragen an ayns hawptmans wissen vnd willen.

Item da pey sol yederman sweren vnsere veind an leib vnd guet ze
schedigen so verre unser aller leib vnd guet gelangen mag vnd ainem
hawptman vnd seinen poten gehorsam ze sein noch kain zug noch antrag
ze thuen an ains hawptmanns vnd der rät wissen vnd willen vnd dar pey
vnseren frid nit ze peschedigen weder an leib noch an guet vnd pey den
ayd an ain gefecht oder streit nyemant ze vachen sunder so vere man mag
vnser veindt ze tödten.

Dyse abschrifft hab ich genomen auß der zedel, die man pey ain hawptman
der Sweiczeren hat funden in dem nägsten schlag der da geschehen ist in
der vergangen vasten der Jar zal: (14)99, pey Costnicz vnd hat sy herre
hannß Trugksaß pracht gen walsee vnd ist er dar nach pald worden der
öbrist hawptmann vber das heer das da ligt ze Costnicz.

Item es sagt alle welt in Swaben lob vnd dangk den etschleuten vnd
ärczt knappen vmb ir ritterlich vechten vnd tat dy sy than haben piß
hye her wider dy Sweiczer pesunder wir di Chör[101] vnd pey veldkirchen
vnd hat der gancz Schwäbisch pundt ain großen wolgefallen und troest
zw den etschleuten alß ich dann das warlich vernomen hab nit alayn von
here hannßen Trugkßsaß sunder auch von manigen anderen pideren leuten
dy in dem krieg sein gewesen vnd noch sein. Got geb vnß gnad sig vnd
glügk wider all vnser veindt amen amen amen.

Wolkenstein’sches Archiv im germanischen Museum.

  /Nürnberg./    /Hans Bösch./

FUSSNOTEN:

[85: nirgends.]

[86: ohne (so noch öfter).]

[87: genesen, am Leben bleiben.]

[88: so fern, so weit.]

[89: jeglichem.]

[90: Banner.]

[91: stets.]

[92: schauen, zusehen.]

[93: Jungfrau.]

[94: entfernen, entfremden.]

[95: entehren.]

[96: sonst.]

[97: behalten.]

[98: denn.]

[99: leblos, todt.]

[100: gegenwärtig.]

[101: wider die Churer (?); das Papier ist an dieser Stelle gebrochen
und dadurch die Schrift nicht sicher zu lesen.]




Ein ehrengerichtlicher Spruch aus dem 16. Jahrhundert


Wolfgang von Honneck Comentur des deutschen Hauses zu Freiburg,
Hans Albrecht von Anwyl, Bürgermeister daselbst, Hans Wilhelm von
Liechtenfels und Erhart von Falkenstein erklären, im Namen gemeiner
Herren und Gesellen der löblichen Gesellschaft zum Ritter, daß
beleidigende Aeußerungen des Abtes Melchior zu St. Trudpert[102] gegen
den Freiherren Anthoni zu Stauffen, nach den von dem Abte gegebenen
Erklärungen, keinem Betheiligten an Ehre, Herkommen, Stand und Leumund
nachtheilig sein sollen.

  1550, December 22.

Zu wyssend vnd khundt sy menigklichem mit disem brieff, nach dem
sych spaͤnn[103] vnd irrung zugetragen zwischen dem wolgeborenen
| herren, herren Anthonien freyherren zu Stouffen an einem vnd dem
erwürdigen vnd geistlichen herren, herren Melchior | abte des gotzhußes
zu sant Trutprecht am anderen teil von wegen etlicher wortt, die
sich vff den acht vnd zweinzigen (sic!) tag | des Monats Marcii
nechst verschinen,[104] als man etliche spaͤnnige hoͤltzer
besichtiget, von dem genantten hern abte wider den gemelten herren
von Stouffen geredt haben solle, welche wortt der gedacht herr von
Stouffen fuͤr schmelich vffgenommen, den herren abbt rechtlich
darum zu suchen willens gewest. Vnd aber derenhalben fuͤr vnß
herren vnd gesellen der loblichen geselschafft zum Ritter, vermoͤg
der ordnung, vff huͤt dato khomen, daruff man sy zu beiden teillen
notturfftig[105] gehoͤrt. Demnach aber der vorgenant her abbt die
selbige wortt nit dermassen, das sein wyll vnd gemiett inne[106]
den herrn von Stouffen an seinen eeren, herkomen vnd guͤten
leimbdten[107] zu verletzen ye willens gewest, auch noch sein wyll
vnd gemiet nit sye, sonder, was er geredt, habe er als ein altter,
bedagtter man vß vnbedachtem beweglichen gemiett gethonn, verantwurt
hett, vnd woͤlle ime, herren von Stouffen, alle eer, lieb vnd
diennst, wie bißher bewysenn, daruff den die parthien vff vnnser
fruͤntlich bitt vnd ansuͤchen dise sachen vnnß heim gestellt
haben, dwill[108] wir dann in des herren abbts verantwurttung, das sein
wyll vnd gemiett den hern von Stouffen darmit an seiner eeren, herkomen
vnd gutten leimbdten zu verletzen nit gewest, genugsam gehoͤrtt, so
haben wir durch vnseren güetlichen spruch ertheiltt, das dise wortt
keinem teil an seinen eeren, herkomen, standt vnd guͤten leimbdten
nachteilig sein sollen, auch hiemit deren halben gericht, vertragen
vnd vereinbartt sein, also das kein theill den anderen deren halben
wytter suͤchen[109], weder inner noch vsserthalb rechtens beschweren
woͤlle. Das sy vnnß zu beiden teilenn by guͤtem glauben, eren vnd
würde zugesagt vnd versprochen haben mit verzyhung[110] aller gnaden
vnd freyheitten. Deß zu vrkhundt so haben der erwürdig, die edlen und
vesten, herr Wolffgang von Honneck, Comenthur alhie zu Fryburg im
tutschen huß, Hannß Albrecht von Anwyll, dieser Zeit Burgermeister
der statt Fryburg, Hannß Wilhalm von Liechtenfels vnd Erhartt von
Falckenstein im namen vnd von wegen gemeiner herren vnd gesellen der
loblichen gesellschaft zum Ritter ire eigne insigell zu vnd an disen
brieff thonn hencken, der geben ist vff den zwein und zweinczigistenn
tag des monats Decembris im jar als man zalt nach Christi vnsers
lieben herren vnd erloͤsers geburtt tusendt fuͤnffhundert vnd
fuͤnffzig.

Perg.-Orig. mit 4 Siegeln, von denen indeß nur noch zwei (v.
Lichtenfels und v. Falkenstein) gut erhalten.

Karlsruhe. Großh. General-Landes-Archiv: Urkundensection St. Trudpert,
Convolut 36.

  /Karlsruhe./    /v. Weech./

FUSSNOTEN:

[102: St. Trudpert, ehemaliges Benedictinerkloster im jetzt badischen
Bezirksamte Staufen.]

[103: /Span/, m., pl. /Spän/, Streitigkeit, Zwist; /spänig/, streitig,
Schmeller II, 670.]

[104: vergangen; Schmeller II, 423.]

[105: nach Bedürfniß, so viel nöthig; Schm. I, 539.]

[106: ihn.]

[107: /Leumde/, aus mittelhochd. liumunt, liumet, Ruf, öffentliche
Meinung, Leumund; Schm. I, 1472.]

[108: /dwill/, aus mhd. /die wîle/ (während, da); zusammengezogen:
dieweil.]

[109: belangen.]

[110: Entsagung, Verzicht; Schm. II, 1105. Dr. /Fr./]




Mäßigkeitsvertrag.


Fünf 1609 in Paris sich aufhaltende deutsche Edle errichten unter sich
ein Bündniß gegen zu vieles und ungesundes Weintrinken unter Androhung
einer bedeutenden Geldstrafe.

„Khundt vnndt zue wissen, sey jedermenniglich, daß vff heutt Dato
ann dem heiligen Ostertag, Altten Calenders, die Wohlgebornen Herrn
und Edlen, Herr Albrecht Güntter, der Vier Grauen des Reichs, Grauen
zu Schwartzburg vnnd Hohnstein, Herrn zu Arnstatt, Sondershaußen,
Leuttenberg, Lohra vnnd Clettenberg etc. Christoph Moritz Freyherr
zu Herberstein etc. Seyfridt Herr vonn Küttlitz etc. Adam Andreä
Rideßel vonn Camburg, Fürstl. Speürischer Rath, ober Ampt- vnnd
Lanndtshauptmann auff Magdenburg vnnd Lanndeckh etc. vnnd Sambson
Schöer(?) von Schwartzenburg, Fürstlicher Württenbergischer bestellter
Rüttmeister vnnd Hauptmann etc. Sich mit einannder vereinbartt und
verglichen, daß kheiner (biß wider auff khünfftigen Ostertag wann mann
zehlen württ 1610.) vber eine Mahlzeitt (deß Tags nicht mehr dann zwo
gerechnet) auff daß höchste mehr nicht dann ein maß wein trinkhen soll,
vnnd zwischen denn Malzeitten mehr nicht denn ein quartt, Weil aber die
Massen jnn Teütschlandt hin vnnd wider vngleich, wollen wür hiermit
diße nach Volgende drey massen Außtrukhenlich genannt vnnd verstanden
haben, Namblichen die Reinisch, Württembergisch, und Elßäßisch, da
sy einannder biß auff Vngeuahr ein klein gläßlin voll gleich seindt,
etc. All anndere Starkhe getrankh wie die Namen haben mögen, hiemit
Außtruckhenlich verbotten und außgenommen sein sollen mehr nicht dann
ein klein Trünckhgleßlin voll, Ohne wasser vnnd Büer, Es wehre dann,
daß einer Kranckh vnnd Ime ein annder tranckh geordnet würde. Es solle
auch khein theül dem Anndern macht haben Mehr zu Erlauben etc. Auff dem
fahll aber einer oder der Annder sich überreden lüesße, oder obgemelte
zwo masß, vnnd die quartt zusamen Sparen oder auff einmahl trinckhen
woltte, der solle hiemit vnnd Inn Crafft diß Verbunden vnnd schuldig
sein denn Anndern obgemeltten, Jedem Insonnderheitt, /Drey hundert
Reichsthaler/ Inn specie zu geben, nicht allein auff einmahl,
sondern so offt er solches vber tritt. Wür versprechen Vnnß auch gegen
einander, Bey vnnßern gewisßen Eydt vnndt Ehren, Da es einer oder der
Annder Vbersehe vnndt nicht hüeltte, daß er schuldig sein soll, denn
andern ein solches zu gestehen vnnd anzuzeigen. Da aber einer oder der
annder Außflüchten suchen woltte, vnnd annderst v̈berwißen würde, Der
soll schuldig vnnd verbunden sein, Obgemelte Summa Doppelt zu geben,
vnnd so offt daß er solches thuett etc. Die weil wür aber Aller seitz
Verpflichte Lehen Leuth vund Diener seindt, allß wollen wür hiemit dem
Churfürsten vonn Sachsen, Hertzog vonn Württenberg, vnnd dem Bischoff
von Speur, oder da einer hie zwischen Inn Annderer Fürsten Diennst
Kheme, Allein Jre Taffel außgenommen haben etc. Solches stehet vnnd
vest zu haltten, Auch hiemit alle Außreden, Außflüchten vnnd Lüst, so
Menschen erdenckhen mögen außgenommen haben. Dessen wür vnnß mit Mundt
vnnd handt, auch crafft dieser schrifft gegen einannder Verbunden vnnd
Verlobt.

Zue wahrer Vrkhundt haben wür diß Verbündtnus mit vnsern angebornen
Rinng Püttschiren vnd eignen Hannden becräfftigt vnnd vollenzogen.
Datum Pariß den 16/26 Aprilis anno 1609.“

Folgen die 5 Siegel und eigenhändigen Unterschriften der obengenannten

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